Donnerstag, 27. Oktober 2016

Gott - glaube ich: Mein Weg raus aus der Kirche und wieder zurück - Nina Achminow



„Klar ist das falsch. Aber deswegen schmeißt man doch nicht gleich ‘ne ganze Kirche weg!“

Familiensynoden, Laientheologen, alternative, spirituelle Konzepte, … die Bemühungen der katholischen Kirche, die Anforderungen der Zukunft zu bewältigen und die Alltagsanliegen der Gläubigen wahrzunehmen, sind breit gefächert. Und dennoch scheint es ihr nicht vollends zu gelingen, anvisierte Konzepte richtungsweisend in die Tat umzusetzen. Tagungen, Diskussionsgruppen und Workshops gibt es viele, jedoch mangelt es an der konkreten Realisierung notwendiger Veränderungen. 

Dabei sind es immer wieder die gleichen Themen, an denen sich so viele stoßen, die eine unüberbrückbare Hürde darstellen oder eine Identifizierung mit der Institution Kirche verhindern. Viele Begriffe aus dem Bereich der Dogmatik und dem Kirchenrecht sind mittlerweile derart negativ aufgeladen, dass eine unvoreingenommene Diskussion kaum noch möglich erscheint. Für immer mehr Menschen sind genau diese Bereiche dann auch Grund genug, endgültig mit der Kirche zu brechen. 

Ähnlich erging es der Autorin dieses Buches, Nina Achminow, die sich ganz bewusst dafür entschieden hat, aus der Kirche auszutreten. Offen, ehrlich und vor allem sehr persönlich berichtet sie in einer Art Glaubensautobiografie von Zweifel, Frust und Ärger. Viele ihrer Gedanken sind sehr leicht nachzuempfinden. Einiges entspricht sicher auch der eigenen Erfahrung. Umso interessanter wird es für den Leser, sie bei ihrem Weg zurück zur Kirche zu begleiten. 

Aus welchem Grund will sie eine einmal getroffene Entscheidung rückgängig machen? Wie reagieren Familie und Freunde auf diesen Prozess des Schwankens? Und was ist es, das sie letztlich zu diesem Schritt zurück bewegen konnte? 

Die überschaubaren Kapitel sind thematisch geordnet und betreffen eine Vielzahl persönlicher Erfahrungen und „Glaubensgeschichten“ aus Kindheit, Jugend und der Zeit des Erwachsenseins. Insgesamt erinnern sie an eine Art Tage- bzw. Notizbuch und sorgen für ansprechende, abwechslungsreiche Lesestunden.

Fazit: Eine Lektüre, die dazu einlädt, die individuelle Einstellung zur Institution Kirche zu hinterfragen, eigene Wertungen kritisch zu reflektieren und vielleicht sogar selbst neue Wege des Zugangs zu finden. Authentisch, ehrlich, überzeugend und sehr zu empfehlen! 

5 Sterne! 

Weitere Infos bei Herder! 

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