Freitag, 2. Mai 2014

Wie wär's mit uns Beiden? - Susanne Wendel/ Frank-Thomas Heidrich

Lob der Vernunftehe 
Muss man verliebt sein, um eine Beziehung haben zu können?“
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Susanne Wendel und Frank-Thomas Heidrich beantworten diese Frage mit einem entschiedenen „Nein!“ Die Ernährungswissenschaftlerin und der Bauingenieur leben damit ein Konzept vor, dass zunächst allen Vorstellungen des modernen Menschen widerspricht. Zu Beginn ihrer Beziehung stehen keine Gefühle großer Verliebtheit, kein hormonell-gepushter Glücksrausch, keine Euphorie, sondern eine rational gefasste Entscheidung, sich auf dieses Wagnis einzulassen.
Das Fundament ihrer Partnerschaft bildet somit nicht gegenseitig empfundene Liebe, sondern eine Liste zahlreicher Übereinstimmungen in Interessen, Hobbys und Lebensvorstellungen.
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Überraschend offen und ehrlich beschreiben beide Partner die Entwicklung ihres außergewöhnlichen Experiments, das innerhalb kürzester Zeit das Leben des Paares auf eine Weise verändert, wie sie es sich nicht hätten vorstellen können. Sie gelangen an einen Punkt in ihrem Leben, der sie glücklich werden, angekommen fühlen lässt. Und schon nach zweieinhalb Jahren wurde aus den zwei frustrierten Singles ein zufriedenes Paar, Eheleute und Eltern!
Was für den Leser bei der Lektüre des Buchrückens anfangs unglaublich klingt, stellt sich als ein überzeugendes Konzept heraus, zum Ziel einer erfüllten Partnerschaft zu gelangen. Und in der Tat gibt es zwischen den Beiden keine sinnlosen Streitereien, keine Diskussionen, kein Anpassen-müssen und keine Kompromisse! Sie dürfen das sein, was sie sind und werden genauso angenommen.
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Für all diejenigen, die an dieser Stelle neidisch werden und sich fragen, wie genau das tatsächlich funktionieren kann, sprechen die Autoren sehr ausführlich über diesen Entwicklungsprozess und stehen dabei auch zu so manchen Anfangsschwierigkeiten, man denke etwa an die Entwicklung körperlicher Nähe. Tagebuchauszüge lassen den Leser an den Gedanken des Paares teilhaben und die abwechselnde Perspektive macht den Text für beide Geschlechter interessant. Darüber hinaus werden Thesen formuliert, wie eine gelingende Beziehung im 21. Jahrhundert funktionieren kann. Die Lektüre lädt dazu ein, einige Impulse und Handlungsoptionen bei der eigenen Partnersuche zu nutzen und eröffnet - gerade und vor allem auch Skeptikern - eine positive Sicht auf die lange Zeit verhasste Institution der Vernunftehe.


Fazit: „Liebe entwickelt sich aus der Entscheidung füreinander und aus den Gemeinsamkeiten.“ 

5 Sterne! 

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