Samstag, 10. Mai 2014

Die Kunst der Selbstliebe - Frank M. Lobsiger

Der größte Schmerz und das intensivste Leiden in deinem Leben werden durch den andauernden inneren Krieg verursacht, den du gegen dich selbst führst.“
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Höchste Zeit also, Frieden zu stiften – einen Frieden mit sich selbst, dessen Basis Liebe ist. Doch genau das ist leichter gesagt, als getan. Negative Glaubenssätze, hervorgerufen durch einen “inneren Kritiker“ - wie es im Buch so schön beschrieben wird – sind häufig der Ursprung des Unglücklichseins. Und genau diesen Mangel an Selbstliebe und Wertschätzung der eigenen Person gilt es zu beheben.
Frank M. Lobsiger, Therapeut und geschulter Experte in Bereichen wie Yoga und Mediation, zeigt in seinem Ratgeber Wege auf, wie die Kultivierung einer liebevollen inneren Haltung möglich wird.
Basierend auf psychologischen Erkenntnissen, wie etwa denen eines C.G.Jung, beschreibt er im ersten Teil des Buches theoretische Hintergründe und interessante Fakten zur Funktionsweise destruktiver Selbstdeutungen.
Die wichtigsten Prozesse werden mithilfe übersichtlicher Grafiken näher erläutert, z.B. eine Bewertung von Erfahrungen durch die vier Grundbedürfnisse, die entweder positiv oder negativ ausfallen kann. Somit kommt es im besten Fall zu einem Annehmen oder aber zu Widerstand, Angst, Erstarren.
Der Großteil des Buches ist der „Praxis der Selbstliebe“ gewidmet. Neben dem Schreiben eines Selbstliebe-Tagebuchs gehört hierzu in besonderer Weise der Vorgang des Willkommen-Heißens äußerer Erfahrungen, der sich wie folgt zusammensetzt:
1.Schritt: Willkommen heißen
2. Schritt: Zulassen
3. Schritt: Bodyshift wahrnehmen
Lobsiger führt seine Leser anhand konkreter Fragen Schritt für Schritt durch diesen Prozess hin zu einem gewinnbringenden Annehmen und somit zu einer fruchtbringenden Selbstwahrnehmung. Beispiele realer Sitzungen, etwa zum Thema existenzielle Ängste oder Erschöpfung, führen den Ablauf konkret vor Augen und liefern interessante Anhaltspunkte für die eigene Reflexion.
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Fazit: Ein sicherlich ebenso informatives wie gewinnbringendes Buch. Im Großen und Ganzen bleiben jedoch einige der Willkommens-Abfolge-Schritte zu komplex und bedürfen einer genaueren Auseinandersetzung. Hier kann es sinnvoll sein, dass gegen Ende des Bandes eine Kontaktmöglichkeit zum Autor angegeben ist. Durchweg überzeugend ist vor allem der erste Teil, der wichtige Impulse zur Freundschaft zu sich selbst bietet. 

4 Sterne!

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