Freitag, 14. März 2014

Leise überzeugen - Natalie Schnack

Wegbegleiter zu Selbstakzeptanz, Wertschätzung und Präsenz
„ Tiefstatus: Tiefer innerer Status resultiert aus Unsicherheiten und Selbstzweifeln. Es herrscht eine Unklarheit darüber, welchen Wert und welche Wichtigkeit man sich selbst im Vergleich zu anderen gesteht. Oft fühlt man sich „kleiner“ und unbedeutender.“
_
Diese Definition eines tiefen inneren Status im Vergleich zu Merkmalen eines hohen beschreibt in treffender Weise die häufig so quälende Ausgangssituation eines jeden Introvertierten. Daraus resultierende negative Gefühle werden durch Eigenschaften unserer heutigen Gesellschaft noch verstärkt, in der allem Anschein nach nur all diejenigen weiter kommen, die sich „gut verkaufen“ können oder die „die erste Geige spielen“. Solche Klischees gibt es in einer Vielzahl. Allen gemeinsam ist, dass sie jedem Ruhigen schonungslos vor Augen führen, dass mit ihm etwas nicht stimmt. Es sind immer die Schwächen, die aneinandergereiht werden, Charaktereigenschaften, die fehlen, Unvermögen, das es zu beseitigen gilt.
Natalie Schnacks Ratgeber ist glücklicherweise ganz anders. Denn wie soll es einem Schüchternen jemals gelingen, aus seiner Komfortzone, seinem Schutzgehäuse herauszukommen, wenn ihm ständig vor Augen geführt wird, was alles schief läuft?!
Eine gegenteilige Strategie war hier längst überfällig! Und so sind es nicht mehr die Schwächen, sondern vielmehr die Stärken, die es zu erkennen und weiter auszubauen gilt. Sie werden positiv nutzbar gemacht getreu dem Motto „In jeder Schwäche steckt ein starker Kern.“ Was jeder Leser sofort merkt: Es handelt sich um ein ebenso vielversprechendes wie innovatives Konzept, das tatsächlich funktioniert.
_
Nach der kritischen Stellungnahme zu einigen der zuvor genannten Klischees („Die erste Geige spielen müssen“), teilt Schnack die Gruppe der Introvertierten in den Erkenntnis-, Beziehungs- und Handlungstyp mit ihren jeweils charakteristischen fünf Kerneigenschaften, die nochmals in einer Tabelle untergliedert sind. Hier tut es gut zu sehen, wie lang die Liste der positiven Merkmale ist, die dem eigenen Typ entsprechen. In einem nächsten Schritt geht es darum, das Wesen der Selbstakzeptanz zu verstehen und Wertschätzung für sich aufzubauen. Wichtige Eckdaten befinden sich hierbei in farblich/graphisch hervorgehobenen Kästchen, um leichter verinnerlicht zu werden. Es wird erklärt, warum es unverzichtbar ist, nicht nur andere, sondern auch sich selbst in den Fokus zu nehmen. Darüber hinaus werden Wege aufgezeigt, negative Gedankenkreise zu durchbrechen und Spaß im Leben zu empfinden.
Überaus aufschlussreich sind Erkenntnisse bezüglich unseres sozialen Umfelds. Demnach üben alle Menschen entweder als „Bremser“ oder „Heber“ einen prägenden Einfluss auf unser Selbstkonzept aus. „Bremser“ sind all diejenigen, die innere Barrieren bestätigen und einer persönlichen Weiterentwicklung im Wege stehen, während „Heber“ unterstützen und motivieren, wohlwollendes Feedback geben, an ihren Erfahrungen teilhaben lassen oder sogar Kontakte vermitteln. Sie treten oft in der Rolle eines Mentoren auf. Genau solche Menschen treiben die Weiterentwicklung voran, wohingegen die Gruppe der Ersten durch ihr destruktives Potenzial nur schadet. In vielen der beschriebenen Situationen findet man sich wieder. Und zum Glück wird gezeigt, wie man sich von so manchem Einfluss lösen und somit persönlich entfalten kann.
_

Fazit: Ein wunderbarer motivierender Band, der neben interessanten Fakten sehr wichtige Impulse gibt, seine individuellen Charaktereigenschaften auf dem Weg zu mehr Präsenz und Selbstsicherheit zu nutzen. Es ist ein Buch, das den introvertierten Leser nicht überfordert, keine unüberbrückbare Hürde aufstellt und erst recht nicht behauptet, man sei ein einsamer Fisch in der Masse und müsse sich unbedingt anpassen. Sehr zu empfehlen!

5 Sterne! 

Ausführliche Informationen bei humboldt! 

Kommentare:

  1. Liebe Frau Hardwick,

    vielen Dank für Ihre tolle uns eine wirklich differenzierte Besprechung meines Buches. Dank Google Allerts bin ich darauf aufmerksam geworden.
    Ich freue mich sehr über Ihre Empfehlung!

    Herzliche Grüße
    Natalie Schnack

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Frau Schnack,

    haben Sie vielen Dank für Ihre positive Rückmeldung! Ich freue mich sehr, dass Ihnen die Rezension derart zusagt. Ich bin allerdings nicht Frau Hardwick.

    Herzliche Grüße

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Sophia!,

    vielen Dank für Ihre Korrektur! Ich danke natürlich Ihnen und nicht der Frau Hardwick, der nur das Zitat auf Ihrer Startseite gehört.

    Herzliche Grüße
    Natalie Schnack

    AntwortenLöschen