Donnerstag, 9. Januar 2014

Jesusmariaundjosef! - Ralf Günther

Aus Jesus wird Jessie 

„Ohne Reisetabletten ist die Wüstenroute kein Zuckerschlecken.“
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Herodes, Pontius Pilatus, Johannes der Täufer und natürlich Jesus, Maria und Josef. Sie alle sind mit dabei in Ralf Günthers humorvoller Version der Kindheit Jesu, die doch etwas anders verläuft, als man sie aus der biblischen Vorlage kennt. Drei große Leseabschnitte, Sternenkind, Lehrjahre und Wanderjahre berichten rund um die Ereignisse des wundersamen Kindes und dessen Entwicklung. Dabei wird der biblisch versierte Leser so manche Anspielung erkennen, etwa bei den Seligpreisungen, den Wundern oder der Versuchung in der Wüste.
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Inhaltlich geht es um das große Vorhaben der heiligen drei Könige, die hier das Kind in der Krippe nicht nur willkommen heißen möchten. Sie verfolgen ganz eigene Pläne: Jesus soll der Anführer ihrer Reformreligion „Wir sind Gott“ werden und wird dazu kurzerhand entführt. Doch der Plan der drei Weisen scheint nicht aufzugehen, schließlich verfolgt Jesus, fortan Jessie genannt, ganz eigene Ziele. Er möchte Kapitän werden …
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Die außergewöhnliche Idee zur Geschichte ist es, die hier voll und ganz überzeugt. Kreative Handlungsstränge und ein ganz neuer Blick auf die Heilige Schrift laden zu einer kreativen Auseinandersetzung mit dem Thema ein. Allerdings scheint mir die Umsetzung nicht immer gelungen. Mischungen aus biblischer Sprache, jugend- und vulgärsprachlichen Elementen, die unseren modernen Sprachgebrauch spiegeln sollen, stehen unverbunden nebeneinander und reduzieren die Glaubwürdigkeit der Charaktere. Auch die Verbindung der Handlung mit Aspekten moderner Gesellschaften (z.B. GPS-Systeme) wirken zu gezwungen. Die Vielzahl humorvoller Aufarbeitungen biblischer Szenen erscheint an vielen Stellen leider etwas übertrieben, sodass man über die dadurch bezweckten Witze kaum noch lachen kann. Der leicht-lockere Schreibstil trägt jedoch dazu bei, dass sich ein Lesefluss ergibt. Schnell ist man mitten in der Geschichte und darf die Handlung rund um den kleinen Jessie mitverfolgen.
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Fazit: Leichte Lektüre für Zwischendurch – Humor jedoch teilweise zu gezwungen.  

3 Sterne! 

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