Mittwoch, 15. Oktober 2014

30 x 90 Minuten Philosophie/Ethik - Regine Rompa


 Standardrepertoire guten Unterrichts zu relevanten Themen aus Lehrplan und Lebenswelt

 „Die eigene Person, die anderen sowie das Leben und dessen Möglichkeiten sind Themen, die Jugendliche an der Schwelle zum Erwachsenwerden von jeher besonders interessieren.“
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Um diese Kernthemen der Philosophie und Ethik geht es in Regine Rompas Handreichung für den Unterricht in der Sekundarstufe I für die Klassen 7-10. Hierzu zählen neben der allgemeinen Einführung in das Wesen der Philosophie, die Anthropologie mit der Frage nach Glück und Sinn des Lebens ebenso die Schwerpunkte Gesellschaft, Welt und eigene Identität.
Dabei ist es der Autorin auf wunderbare Weise gelungen, gerade auch die auf den ersten Blick schwer zugänglichen Themen, wie beispielsweise die Grundfragen der menschlichen Existenz nach Kant oder die Theorie des Gesellschaftsvertrags nach Rousseau oder Hobbes, schülerorientiert aufzubereiten. Zu jedem Bereich finden sich ausführliche didaktische Erläuterungen sowie detaillierte Angaben zum Stundenverlauf, die jeweils nach den Kategorien Einstieg, Erarbeitung, Sicherung sowie Transfer/Reflexion gegliedert sind. Darüber hinaus finden sich zu jeder geplanten Stunde ergänzende Hinweise und Tipps, z.B. zu erweiternden bzw. alternativen Methoden, denkbaren Medien oder Möglichkeiten der vorangehenden Unterrichtsplanung.
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Besonders gewinnbringend für den Alltag eines Lehrers erweisen sich die einzelnen Impulse, die ausformuliert in den Stundenverlaufsplänen übernommen wurden. Liebevoll und graphisch abwechslungsreich gestaltete Arbeitsblätter beinhalten Aufgabenstellungen zu verschiedenen Anforderungsbereichen, sodass die Schülerinnen und Schüler vielfältig gefördert werden. Auch denkbare Formen der inneren Differenzierung wurden hierbei berücksichtigt. Integrierte Fotografien beleben die einzelnen Textabschnitte. In manchen Fällen, z.B. zur Beschaffenheit der Liebe mit unterschiedlichen Erklärungsmodellen (Platon, R.D. Precht), wurden die Texte zudem bereits schülergerecht gekürzt.
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Insgesamt handelt es sich um hervorragende Arbeitsblätter, die direkt kopiert und im Unterricht eingesetzt werden können. Änderungen sind hier keine nötig. Die Sammlung der innerhalb der Handreichung enthaltenen Stunden überzeugt durch und durch. Auf sehr einfache und unproblematische Weise lässt sich so ein interessanter und gleichzeitig überaus gewinnbringender sowie zielführender Unterricht gestalten. Um zu überprüfen, welche Groblernziele die einzelne Stunde verfolgt, kann der Kompetenzkatalog herangezogen werden, der ebenfalls für jede einzelne Stunde angegeben ist. Gerade alle Lehrerinnen und Lehrer der Fächer Philosophie, Ethik und Religion erhalten nützliche Ratschläge zur Gestaltung lehrplanrelevanter Inhalte. Für alle anderen dient das Werk als ideenreiche Ergänzung eigenen Unterrichts. Auch für spontane Vertretungsstunden sind die einzelnen Stunden bestens geeignet. Eine hervorragende Lektüre, Hilfestellung und Anregung.


5 Sterne! 

Weitere Infos beim Verlag an der Ruhr! 

Freitag, 19. September 2014

Seelenbilder - Rosemarie Nikolai-Trischka

Kunst als Zugang zur spirituellen Sphäre entdecken

Wenn du die Bilder ansiehst, dann spürst du eine himmlische, eine göttliche Berührung. Du empfindest Wärme, Licht und Geborgenheit. Du spürst eine Inspiration, die aus der Tiefe deiner Seele zu dir dringt [...] und du spürst heilsame Energien, die dich durchströmen.“
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Rosemarie Nikolai-Trischka präsentiert ihren Lesern mit diesem Werk eine ganz wunderbare Anleitung zur spirituellen Bildmeditation. Ebenso faszinierend und ansprechend wie die Seelenbilder selbst sind die grundlegenden Informationen zu Beginn. Die Autorin spricht von der erlernten Fähigkeit, die eigene Seele auf Reisen zu schicken und von ihren Erfahrungen mit daraus resultierenden, außerkörperlichen Wahrnehmungen. Zudem bietet sie interessante Hintergründe zu der Funktionsweise von Aurabildern, Zahlen oder Symbolen. Wie wichtig die farbliche Gestaltung eines Bildes sein kann, führt sie durch nähere Erläuterungen zur Verbindung ästhetischer und psychologischer Momente innerhalb der Farbsprache eindrucksvoll vor Augen. Hier wird vor allem auch deutlich, dass Farbtherapien, wie etwa die Chromotherapie (eine spezielle Form der Farbbäder zur Behandlung von Krankheiten), wirkungsmächtige Größen sind, die letztlich auch Depressionen oder Ängste mildern und auch heilen können.
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Der Großteil des Buches besteht aus einer überragenden Sammlung sog. von Nikolai-Trischka angefertigter Seelenbilder, die nach folgenden Kategorien thematisch geordnet sind:
> Aura
> Mandalas
> Seele
> Schutz & Kraft
> Segen
> Harmonie
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Jedem Bild ist eine eigene Seite gewidmet. In kräftigem Farbdruck und Hochglanz laden die Seelenbilder dazu ein, sich bei deren Betrachtung inspirieren zu lassen und den einzelnen Visualisierungen Impulse zu entnehmen, die innerlich bestärken und neue Energien freisetzen. Die Kunstwerke strahlen auf einzigartige Weise Gefühle des Einsseins und der tiefen Harmonie aus. Begleitende Texte zeigen Deutungsmöglichkeiten und Wege auf, sich auf meditative Weise dem Dargestellten zu nähern. Insgesamt liegt ein Vorteil darin, dass die Bildmediation durchaus auch von Ungeübten angewandt werden kann. Man muss sich nur auf den Bildinhalt einlassen, was bei den eindrucksvollen Werken automatisch geschieht. Sie sind so faszinierend, dass sie auch als Kunstdruck in der Wohnung oder auf dem Schreibtisch genutzt werden können.
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Fazit: Eine rundum gelungene Lektüre zu einer hochinteressanten Thematik mit wundervollen Seelenbildern! Überaus zu empfehlen. 

5 Sterne! 

Weitere Informationen bei Ansata! 

Mittwoch, 17. September 2014

Einfach unvergesslich - Rowan Coleman

 Jeder Augenblick ist kostbar, wenn die Erinnerung davon läuft


„Ich schmiege mich in ihre Arme und lasse mich von ihr trösten, denn ganz gleich, welchen Tag unseres früheren Lebens sie da gerade wieder durchlebt: ich wünschte, ich wäre auch da. Da, wo nach einem Kuss und einer Umarmung alles wieder gut war.“
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Rowan Coleman bietet ihren Lesern mit ihrem elften Roman eine ergreifende Geschichte, die zutiefst zu Herzen geht. Die Protagonistin Claire durchlebt eines der schlimmsten Schicksale überhaupt: den Verlust der eigenen Erinnerung, letztlich den Verlust des eigenen Ichs.
Ihre Identität, das was sie im Kern ihres Wesens ausmacht, verschwindet zusehends. Und so werden ganz alltägliche Abläufe, sie es das simple Anziehen der Schuhe oder das Kochen von Gemüse, für sie zur Tortour. Schmerzhaft muss sie erfahren, dass sie sich regelrecht zurück entwickelt, unnormal wird, den Verstand verliert. Sie ist krank und verwirrt, mit keiner Aussicht auf Besserung.
Für Claire wird es nun zunehmend wichtiger, all die Erinnerungen, die ihr noch geblieben sind, festzuhalten. Und sie beginnt, ein Erinnerungsbuch anzulegen.
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In einem gelungenen Wechsel der Perspektiven (Ich-Erzähler aus Sicht von Mutter und Tochter) gelingt es der Autorin allein schon durch die unterschiedlichen Blickwinkel eine eindringliche, hoch emotionale Geschichte zu erzählen. Man wird mitten hineingenommen in die Reise der Protagonistin in ihre eigene Vergangenheit. Dabei wird ersichtlich, dass es vor allem Menschen, Gefühle und bestimmte, damit verbundene Augenblicke des Glücks sind, die sehr lange in ihrem Gedächtnis verwurzelt blieben. Somit wird Liebe zu der Größe, die bis zuletzt bleibt.
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Eine besonders einfühlsame Sprache macht es leicht, Empathie zu den sehr sympathischen Figuren aufzubauen und ihre Sorgen und Nöte, aber gerade auch die schönen Momente nachempfinden zu können.
Elliptische Sätze und Gedankenfetzen in asyndetischer Reihung, verbunden mit einer gefühlvollen, modernen Sprache, machen die Geschichte zu einer fließenden, kurzweiligen Lektüre. Insgesamt handelt es sich um ein liebevoll gestaltetes Taschenbuch in angenehmer, relativ großer Schrift. Die Seiten der Erinnerung Claires enthalten zudem einen kleinen Marienkäfer als Zeichen einstigen Glücks.
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Fazit: Die Lektüre eignet sich für jeden, insbesondere für alle, die sich selbst einem ähnlichen Schicksal im Familien- oder Freundeskreis stellen müssen. Sie tut einfach gut. Bezaubernd schön und traurig zugleich.
Wunderbar. Herzergreifend. Zum Nachdenken anregend. Überaus zu empfehlen!


5 Sterne! 

Weitere Infos bei Piper. 

Sonntag, 31. August 2014

100 Dinge, die FRAU / MANN einmal im Leben getan haben sollte

Einmal im Leben ganz anders sein …

Von der tiefsinnigen,waghalsigen, abenteuerlichen bis hin zur total verrückten Idee. Dieses kleine Büchlein bietet eine ganze Liste spannender Aktionen, die dazu einladen, das Leben mit all seinen Facetten voll auszukosten. Und mal ehrlich: Wer wäre nicht gerne – wenn auch nur für einen Tag – ganz anders als sonst, z.B. eine filmreife Diva. Wie schön wäre es, Freunde zu überraschen oder sich selbst zu verblüffen und wieder einmal etwas völlig Ausgeflipptes zu tun, so als sei man gerade erst 16.
Die wunderbaren Impulse machen genau hierzu Mut. Keine einzige Idee ist zu abgehoben, zu realitätsfern oder kaum umzusetzen. Ganz im Gegenteil!
Die Sammlung enthält genau das, was FRAU immer schon gerne tun würde. Dabei gehen die meisten Handlungsimpulse mit einer liebevollen Erklärung einher oder sind mit farbenfrohen , modernen Illustrationen grafischer oder fotografischer Art versehen:
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> Schaffe Ordnung in deiner Handtasche.
> Schrei bei der nächsten Shopping-Lieferung vor Glück.
> Wechsle deine Reifen selber.
> Mache mit deiner besten Freundin einen Roadtrip.
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Schon das Stöbern macht großen Spaß, vielmehr noch die Umsetzung. Bei der Lektüre werden die Meisten sicher feststellen, den ein oder anderen Punkt bereits erledigt zu haben. Genau für einen solchen Fall findet sich um rechten bzw. linken Rand neben der Seitenzahl die Möglichkeiten, diesen Punkt abzuhaken und die Liste somit sukzessive zu vervollständigen.
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Fazit: Gerade die Umsetzung der Ideen sorgt für gute Laune und macht großen Spaß. Ein ideales Geschenk insbesondere für die beste Freundin und natürlich für sich selbst!


Dinge, die nur ein echter Mann tun kann ... 
Waghalsige Aktionen, spannende Abenteuer und wahrhaftige Herausforderungen. All das, was Mann schon immer einmal im Leben tun wollte, ist in dieser Liste versammelt. Darüber hinaus finden sich aber auch viele Impulse, die einfach nur Spaß machen, oder die den besten Freunden und auch sich selbst beweisen, wie mutig und tapfer man sein kann:
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> Geh Eisbaden.
> Setze dich in die gegnerische Fankurve.
> Fälle einen Baum.
> Schreibe einen Liebesbrief.
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Moderne Illustrationen und textgrafische sowie auch bildnerische Elemente gestalten das Stöbern in diesem kleinen Handbuch als überaus abwechslungsreich. Doch nicht nur das Lesen, sondern vielmehr die Umsetzung der Ideen macht großen Spaß. Egal ob alleine – oder zusammen mit den Kumpels. Ideal sicher auch zum Aufpeppen des nächsten Männerabends. Ist eine Aktion erledigt, kann sie am rechten oder linken Seitenrand gleich abgehakt werden.
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Fazit: Das ideale Geschenk für den besten Kumpel und natürlich auch für sich selbst. Spaß und gute Laune garantiert! Sehr zu empfehlen!

5 Sterne! 

Weitere Informationen bei Groh! 

Donnerstag, 14. August 2014

Und Gott chillte - Die Bibel in Kurznachrichten

Gott meint es total ernst!“

Rettungsgeschichten, Gleichnisse, Jesu Leben, Tod und Auferstehung, apokalyptische Schriften, Berufungserzählungen, Wunder oder meditative Psalmworte - das ganze Spektrum der Heiligen Schrift in Form von Kurznachrichten!
Was im ersten Moment wie ein abenteuerliches Vorhaben erscheint, ist durchaus möglich! „Und Gott chillte“, ein buchstäblich literarisches Großprojekt, liefert hierfür den besten Beweis. Es ist das Ergebnis eines spektakulären Aufrufs im Rahmen des Bremer Kirchentages 2009, biblische Geschichten in nur 140 Zeichen zusammenzutragen.
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Der Leserschaft wird eine bunte Vielfalt aktualisierter Übersetzungen geboten, die durch Kreativität ebenso überzeugen wie durch eine einzigartige Prägnanz. So ist es beispielsweise gelungen, das Gleichnis des verlorenen Sohns in nur wenigen Worten wiederzugeben, ohne dabei jedoch auf den wesentlichen Gehalt des Textes zu verzichten. Die Lektüre gestaltet sich gerade durch die Möglichkeit, bekannte Texte neu zu entdecken, als hochinteressant und sehr ansprechend. Oftmals finden sich neue Akzente, die zuvor nicht immer in der Art wahrgenommen wurden.
Die Texte laden dazu ein, der Bibel mit einer erhöhten Aufmerksamkeit zu begegnen. Durch die Anlehnung an moderne Jugendsprache bieten sich hierin gerade Kindern und Jugendlichen neue Chancen der Textbegegnung. Zuvor eher schwierig anmutende Passagen können nun als leicht zugänglich empfunden werden.
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Diese besondere Form der Lektüre macht die Texte vor allem auch für die pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu einer ansprechenden Grundlage, sei es innerhalb von Schule oder Gemeindepastoral. Auf dieser Basis lassen sich eigene kreative Gestaltungsmöglichkeiten initiieren, in deren Rahmen Schülerinnen und Schüler etwa dazu angeregt werden, einen Bibeltext selbst in die moderne Sprache zu übertragen. Ebenfalls ist es denkbar, eine bereits aktualisierte Variante mit dem Originaltext zu vergleichen oder aber auch kritisch zu hinterfragen. All diejenigen, die im schulischen Bereich tätig sind, erhalten hier viele Handlungsimpulse.
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Fazit: Eine überaus gelungene „Neuübersetzung“ der Bibel. Ansprechend zu lesen, interessant verarbeitet und gewinnbringend einsetzbar. Sehr zu empfehlen!


5 Sterne! 

Weitere Informationen bei Edition Chrismon! 

Sonntag, 10. August 2014

Du kannst das! - Andreas Obermann/Yvonne Kaiser (Hg.)

Aufbau von Selbstbewusstsein und Selbstachtung

Diese Schüler gehen davon aus, nicht gebraucht zu werden und keinen anerkannten Platz in der Gesellschaft zu finden.“
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Die „Normalbiographie“, zu der ein Schulabschluss sowie berufliche Ausbildungs- und Aufstiegschancen zählen, ist für viele Jugendliche in weite Ferne gerückt. Aufgrund kompliziert gewordener Ausbildungswege bei gleichzeitig stetig wachsenden Anforderungen gehen viele mit einem desillusionierten Blick ihrer eigenen Zukunft entgegen. Im schlimmsten Fall kann diese Haltung mangelnder Motivation dazu führen, dass die Jugendlichen schlussendlich resignieren: „Karriereziel Hartz IV“, wie es von einigen schon wörtlich benannt wird.
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Damit es gar nicht erst soweit kommt, setzt sich der von Andreas Obermann und Yvonne Kaiser herausgegebene Praxisband zum Ziel, die Selbstachtung der Jugendlichen zu stärken. Das Konzept trägt der besonderen Situation der Berufsschule Rechnung und bietet vielfältige Unterrichtsimpulse, die direkt an der Lebenswelt der Schüler ansetzen: in der Übergangsphase zwischen Schule und Berufswelt.
Lehrkräfte erhalten einen praktischen Ratgeber mit didaktischen Hintergrundinformationen, anvisierten Lernzielen und methodischen Ratschlägen, wobei die Förderung der Lebensbewältigungskompetenzen im Mittelpunkt steht. Gleichzeitig fördern die Unterrichtsbausteine den Ausbau sozialer und personaler Kompetenzen. Die Handreichung konzentriert sich auf folgende Themenkomplexe, die nicht nur innerhalb des Religionsunterrichts, sondern vielmehr fachübergreifend eingesetzt werden können:
  1. Übergänge im Leben
  2. Gönn dir dein Leben – denn du bist es wert
  3. Berufe für Helden
Jedes Thema gliedert sich in einzelne Unterrichtsmodule, die ausführlich vorgestellt werden und je nach Belieben entweder komplett übernommen oder in variierter Form im Schulalltag eingesetzt werden können. Kopiervorlagen und spezielle Lehrerarbeitsblätter mit ausgearbeiteten Lehrervorträgen erleichtern die Planung und Durchführung des Unterrichts.
Positiv zu bemerken ist hierbei vor allem, dass die Themen wirklich dort ansetzen, womit sich die Schüler befassen, was sie bewegt. Ein Beispiel ist etwa die Angst in Hinblick auf bevorstehende Bewerbungsgespräche. Ein Modul ist demnach den Grundformen der Angst gewidmet, eröffnet gleichsam Möglichkeiten eines konstruktiven Umgangs mit der Angst, und zeigt Wege auf, eigene Ängste nicht nur zu erkennen, sondern abzubauen. Viele kreative Unterrichtsvorschläge können dabei auch in Philosophie, Ethik oder durchaus auch einzelnen Vertretungsstunden genutzt werden, man denke an die Mutmachsätze oder das Wertespiel.
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Fazit: Es handelt sich um ein gewinnbringendes Konzept für den Unterricht an Berufsschulen, didaktisch sinnvoll und pädagogisch durchdacht. Die enthaltenen Materialien sind sinnvoll, im Leistungsniveau angemessen und können direkt und ohne Änderungen eingesetzt werden. Der einzige Nachteil liegt im Umfang des Ratgebers. Die Wichtigkeit einer gezielten Förderung von Selbstachtung und Selbstbewusstsein könnte gerne durch weitere Unterrichtsvorschläge ergänzt werden. Insgesamt bietet die Zusammenstellung durchaus kreative Ideen und abwechslungsreiche Anregungen für den eignen Unterricht. 

4 Sterne! 

Weitere Informationen bei Vandenhoeck & Ruprecht! 

Freitag, 1. August 2014

Low Carb Minutenkochbuch - Claudia Lenz

Gesunde Ernährung kann so einfach sein

Von asiatisch bis klassisch, von kalt bis warm, von leichter Sommersuppe über den würzigen Snack für Zwischendurch bis hin zum leckeren Rehragout; für jeden Geschmack ist in diesem Minutenkochbuch etwas dabei. Die abwechslungsreiche Auswahl zur Low-Carb-Ernährung ist dabei so gestaltet, dass sie ohne großen Aufwand nachbereitet werden kann. Und das vor allem auch von Einsteigern, die bisher wenig bis keine Erfahrungen im Bereich der kohlenhydratreduzierten Ernährung gesammelt haben.
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In ersten Teil des Buches werden die Basics dieser speziellen Art der Ernährung umfassend erläutert. Dabei geht es um die allgemeine Wirkung von Kohlenhydraten, um Stoffwechsel und Gewicht. Ebenso ist eine tabellarische Übersicht zur Menge der Kohlenhydrate in ausgewählten Lebensmitteln des täglichen Gebrauchs angegeben. Die Informationen sind anschaulich und leicht verständlich aufbereitet und sprengen dabei keinesfalls den Rahmen eines Kochbuchs. Sie sind bis auf das Nötigste reduziert und bieten so ausreichenden Raum für die vielfältigen Rezeptideen.
Der große Vorteil des Buches ist die Einteilung nach Zubereitungszeit. Ein Register am äußeren Rand des Buches macht eine schnelle Orientierung möglich, sodass der Einzelne je nach Situation und individueller, zur Verfügung stehender Zeit entscheiden kann, welchem Rezept er sich gerade widmen möchte. Da die Rezepte zuvor von einer Testköchin ausprobiert wurden, entsprechen die Angaben zur Dauer der Zubereitung der Realität. Übersichtliche Zutatenlisten und knappe textuelle Anleitungen lassen das Nachkochen problemlos gelingen. Zu einigen Varianten sind Fotos enthalten, die zugleich Lust auf mehr machen.
Überaus erfreulich ist die Tatsache, dass zur Zubereitung der Rezepte meistens keinerlei „exotische“ Zutaten erforderlich sind, sodass man vor dem Kochen erst in speziellen Fachläden stöbern müsste. Bei den meisten Angaben handelt es sich um Produkte, die man sowieso im Haus hat. Dennoch sind die Rezepte ebenso kreativ wie abwechslungsreich. Gerade für all diejenigen, die keine Hobbyköche sind und sich nicht gerne stundenlang in der Küche aufhalten, bietet dieser Band eine gewinnbringende Möglichkeit, auch ohne längere Zubereitungszeiten leckere Mahlzeiten zu zaubern, die nicht nur gut schmecken, sondern vor allem auch gesund sind. Die Anleitungen, die den Leser Schritt für Schritt an die Hand nehmen, machen Mut und motivieren zum Kochen. Es handelt sich hierbei um eine alltagstaugliche Anleitung zur Low-Carb-Ernährung, die Spaß macht. Es tut gut zu wissen, wie einfach eine gesunde Ernährung sein kann.
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Fazit: Sehr zu empfehlen.

5 Sterne! 

Weitere Infos bei Trias!

Donnerstag, 31. Juli 2014

Die Kraft der inneren Bilder nutzen - Thomas Kretschmar, Martin Tzschaschel

Wohlbefinden durch Imagination

Liebeskummer – eines der schlimmsten Gefühle überhaupt – ist zugleich der beste Beweis für die wirkmächtige Kraft eigener Imagination. Denn es reicht schon aus, an die geliebte und in dieser Situation oftmals verlorene Person zu denken und schon schlägt einem das Herz bis zum Hals. So stark, dass man kaum noch atmen kann. Die Bauchgegend zieht sich zusammen und beim bloßen Gedanken an den Verlust wird einem richtig schlecht.
Es sind die inneren Bilder gemeinsamen Glücks, die, bei der genauen Kenntnis dessen, dass sie sich vermutlich nie wiederholen werden, für sowohl seelisches als auch körperliches Unbehagen sorgen.
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An diesem Beispiel wird sofort deutlich, um wie viel nützlicher das selbe Prinzip im umgekehrten Fall sein kann, positiv gewendet. Innere Bilder als Ausgangspunkt kreativer Kräfte, seelischer Erholung bis hin zu körperlicher Regeneration.
Die beiden Autoren liefern ihrer Leserschaft in diesem Ratgeberband eine nützliche Anleitung, wie genau das gelingen kann. In einem ersten theoretisch-informativen Teil stellen sie Hintergründe zu psychologischen Archetypen, Emotionen, Träumen oder Tagträumen dar, bevor sie sich ganz konkret der Frage widmen, wie der Einzelne heilende Techniken der Imagination im Alltag anwenden kann. Für Ungeübte besteht die einfachste Möglichkeit darin, Tagträume effektiv im Gespräch mit einem ausgebildeten Therapeuten lenken zu lassen. Im Mittelpunkt des Bandes steht die KIP, die Methode der katathym-imaginativen Psychotherapie. Die Basis einer solchen Therapie wird umfassend erläutert, ebenso wie Standardmotive, Wirksamkeit aber auch potenziell auftretende Herausforderungen. Dabei beschreiben die beiden Autoren auch komplexe Prozesse sehr anschaulich und gut verständlich. Der letzte Teil des Buches schließt mit Erfahrungen aus der Praxis, indem es zu verschiedenen Problemfeldern Gespräche zwischen Klienten und Therapeuten präsentiert. Ein letztes Kapitel beschreibt darüber hinaus interessante Ergebnisse eines Forschungsprojekts zum Thema Imagination gegen das Altern. Weiterführende Hinweise bietet ein ausführliches Literatur- sowie Stichwortverzeichnis.
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Fazit: Eine gewinnbringende Lektüre, die man jedem nur empfehlen kann, der im Bereich dieser Therapieform tätig ist. Sie kann darüber hinaus auch hilfreich für Patienten sein und natürlich für all diejenigen, die an Einblicken in die Kraft der inneren Bilder interessiert sind.

5 Sterne!

Weitere Informationen bei Südwest.

Sonntag, 20. Juli 2014

Mit Bildern lernen - Eine Bilddidaktik für den Religionsunterricht - Rita Burrichter/ Claudia Gärtner

Affektiv-spiritueller Zugang zum Glauben

Bilder zählen zu einem festen Bestandteil unserer medial geprägten Gesellschaft. Somit liegt eine Integration in unterrichtliches Geschehen nahe. Darüber hinaus vermögen es gerade Werke der Kunst, den Betrachter für die religiöse Dimension der Wirklichkeit zu sensibilisieren. Die ästhetischen Ausgangsprodukte schulen die menschliche Wahrnehmungsgabe und lenken den Blick auf die Sphäre des Transzendenten. Die schulische Arbeit mit Bildern zielt darauf, neue Sichtweisen auf das Dargestellte und damit zugleich auch auf Gott, Mensch und Welt zu eröffnen.
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Dieser Band zur Bilddidaktik im Religionsunterricht versucht offene Fragen zu klären:
Anhand welcher Kriterien lassen sich angemessene Beispiele im Blick auf die jeweilige Lerngruppe finden? Wie sieht eine gelungene Unterrichtsgestaltung mit Werken der Kunst überhaupt aus?
Und welche Handlungsimpulse bzw. Aufgabenstellungen sind prinzipiell denkbar?
Anhand von 50 ausgewählten Werken der Kunst erhalten die Leser einen exemplarischen Einblick, wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten im konkreten Unterricht sein können. Dabei werden auch auf den ersten Blick schwierig anmutende Themenkomplexe, wie beispielsweise Eschatologie, Trinität oder der Kreislauf von Geburt, Sterben und Tod, berücksichtigt und schülergerecht aufbereitet. Zudem liefern die einzelnen Praxisbausteine wertvolle Hinweise zu kreativen Umsetzungsmöglichkeiten im Unterricht, z.B. zu Mark Wallingers Skulptur „Ecce Homo“, Klaus Rinkes „Tor zur Ewigkeit“ oder Michael Triegels Papstportrait, durch das anhand eines Bildvergleichs die jeweils individuelle Auslegung des Papstamtes ersichtlich werden kann.
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Grundsätzlich gliedert sich der Band in drei Kategorien:
I Bilddidaktische Grundfragen
II Bildtheologische Grundfragen
III Lernorte
Eine Vielzahl unterschiedlichster Autoren teilen ihr Expertenwissen mit dem Leser, indem zu ausgewählten Kategorien einzelne Aufsätze zu finden sind. Lehrkräfte profitieren von den umfassenden Hintergrundinformationen zu Kriterien der Bildauswahl, empfohlenen Erarbeitungsformen, theoretischen Einblicken in die Geschichte des Bildes im Christentum sowie der allgemeinen Orientierung an den großen theologischen Fragestellungen. Vorgestellte Modelle der Bilderschließung, hierzu zählen Stocks strukturale Bildanalyse und vor allem Langes 5-Phasen-Modell, liefern ebenso wichtige Anregungen wie die ausführliche Besprechung verschiedenster Lernorte, z.B. Grundschule, Kirchenraum, Gemeinde oder Museum. Sehr von Vorteil ist der Aufbau der einzelnen Kapitel bestehend aus einem Informationskästchen mit Hintergründen zum jeweiligen Künstler, gleich mehreren Aufgabenstellungen zum vorgestellten Bildbeispiel sowie wichtigen Literaturhinweisen. Farbige, qualitativ hochwertige Abbildungen können problemlos als Kopiervorlage genutzt werden.
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Fazit: Eine gewinnbringende Einführung in die Bilddidaktik am Beispiel des Religionsunterrichts, die insbesondere durch ihre Praxisnähe überzeugt. Sie enthält eine Vielzahl interessanter Handlungsimpulse für den Unterricht, die direkt eingesetzt werden können und sich zudem auf die Arbeit mit eigenen Bildbeispielen übertragen lassen. Sinnvoll, hilfreich und darum überaus zu empfehlen.

5 Sterne! 

Weitere Infos bei Kösel! 

Freitag, 18. Juli 2014

Der ganz normale Bahnsinn - Miguel Fernandez

Bahnsinnig lustig


Die Bahn macht nicht nur mobil, sondern – ob gewollt oder ungewollt – immer wieder auch wahn- oder vielmehr „bahn-sinnig“. Dabei sind es längst nicht nur defekte Klimaanlagen, diverse Verspätungen und drängelnde Menschenmassen, mit denen sich der typische Passagier konfrontiert sieht. Auf den Reisenden wartet oftmals die ein oder andere Überraschung.
Miguel Fernandez ist es gelungen, diese überraschenden Momente rund um Bahnhof, Züge und Co.in einem kleinen Comicband einzufangen.

Herrlich überspitzte Situationen voller Ironie und Witz sorgen für so manches verschmitzte Schmunzeln bis hin zum lauten Lacher. Es sind unterhaltsame kreativ-gestaltete Zeichnungen, deren Betrachtung gerade für all diejenigen großen Spaß bedeutet, die regelmäßig Zugfahren. Fernandez vertritt eine klare Botschaft: Statt in Frust und Ärger zu verfallen, sollte man sich lieber gelassen zurücklehnen und die ein oder andere Bahnfahrt mit Humor aufnehmen.
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Fazit: Ein unterhaltsam – humorvoller Band, der auch als Geschenk oder Mitbringsel wunderbar geeignet ist, um eine Reise zu versüßen.

5 Sterne! 

Weitere Infos bei Lappan!

Sonntag, 13. Juli 2014

Raus aus dem Jammersumpf - Margit Hertlein

Warum ich? … Womit habe ich das nur verdient? … Ich bin zu gut für die Welt! … Die anderen sind schuld! …
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Sei es im Berufsleben, innerhalb einer Partnerschaft oder im Bereich der Freizeit: das Jammern scheint ein fester Bestandteil des Alltags geworden zu sein – und zwar auf hohem Niveau. Seien wir ehrlich, es verschafft manchmal schon eine kurzfristige Erleichterung. Doch im Hinblick auf zukünftige Situationen erweist es sich als ein überaus destruktiver Mechanismus. Einmal gefangen im Jammersumpf ist eine Befreiung kaum noch denkbar. Die Folge sind Enttäuschungen, Frustration und Desillusionierungen, die sich leider nicht selten dauerhaft zu manifestieren drohen. Margit Hertleins Anliegen ist es, genau diesen Prozess zu stoppen.
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Die Kommunikationstrainerin, die ebenfalls als Coach arbeitet, bietet ihrer Leserschaft einen überaus gelungenen Ratgeber, einen Wegweiser aus dem Sumpf der Verbitterung. Dabei schafft sie es, die neuesten Erkenntnisse aus Psychologie, Soziologie, Neurologie oder der Evolutionslehre in kleinen Häppchen zugänglich zu machen. Von der ersten bis zur letzten Seite sind die angenehm lesbaren, kleinen Kapitel ebenso unterhaltsam wie informativ.
Sie spricht von der fundamentalen Bedeutung von Humor, Motivation und Neugier, die einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, gar nicht erst im Jammersumpf zu landen. Gleichzeitig werden dabei Wege aufgezeigt, wie es jedem ganz einfach gelingen kann, auch als Erwachsener neugierig durchs Leben zu gehen, den Humor nicht zu verlieren und die eigene Motivation auch in schwierigen Phasen aufrechtzuerhalten.
Hilfreich sind außerdem vielfältige Hintergrundinformationen zum Jammern oder der Vergleich zur Klage. Hertlein zeigt auf, warum negative Erfahrungen beispielsweise automatisch intensiver erlebt und behalten werden, warum die meisten Glücksmomente nie von Dauer sein können
und inwiefern ein statisches oder dynamisches Menschenbild bereits eine Menge über die jeweilige Lebenseinstellung verrät. Neben dem wissenschaftlich fundierten Hintergründen vermittelt sie aber auch Denkanstöße, die die eigene Reflexion anregen. Sie stellen wichtige Impulse dar, den Jammersumpf dauerhaft zu verlassen und das eigene Leben dadurch positiv zu verändern.
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Fazit: Eine hervorragende Lektüre, die dazu ermuntert, das Wagnis einer Veränderung einzugehen und das eigene Leben nicht mehr länger vom Jammern bestimmen zu lassen. Unterhaltsam. Lehrreich. Gewinnbringend. 

5 Sterne! 

Weitere Informationen bei Ariston! 

Samstag, 12. Juli 2014

Ein Buch für die L(i)ebenden - Trauernotizbuch

Und manchmal sind es nur Worte, die trösten.


Wie könnte ich aufhören dich zu lieben, wo die Liebe keinen Raum, keinen Ort kennt, sondern nur die Seele bewohnt.“
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Es gibt im Leben kaum etwas Schlimmeres, als den Verlust eines geliebten Menschen. Manchmal hat man es schon kommen sehen, manchmal ist die Erlösung nach einem langen Kampf gegen eine Krankheit, der verloren wurde, und manchmal trifft es einen wie aus heiterem Himmel. Schonungslos. Wie ein Schlag.
Dann heißt es weitermachen, verarbeiten, der Zeit vertrauen, die alle Wunden heilt. … Es sind gut gemeinte Hinweise von Freunden und Verwandten, die jedoch die Tragweite des Verlustes oftmals kaum nachvollziehen können. Ein Verarbeiten scheint undenkbar und tief in unserem Inneren wissen wir, dass die Zeit keine Wunden zu heilen vermag.
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Dieses liebevoll gestaltete Trauernotizbuch begleitet auf dem jeweils ganz persönlichen Weg, zu lernen, mit einem schmerzenden Verlust weiterzuleben. Einfühlsame Sprichwörter und Redewendungen wechseln sich ab mit stärkenden Bibelzitaten und Gedichten voller Hoffnung. Zahlreiche Bilder, wie z.B. die stimmungsvollen Landschaftsaufnahmen laden dazu ein, zu einer meditativen Ruhe zu kommen und dabei Erinnerungen zuzulassen. Graphisch illustrierte Fragen laden zur Reflexion ein. Es ist vor allem die einfühlsame Sprache, die hilft, die schmerzenden Gefühle der Trauer zu lindern. Darüber hinaus bietet das Buch Raum für eigene Notizen und individuelle Erinnerungen an den Verstorbenen.
In der Spiralbindung entspricht es einem klassischen Notizbuch. Im Anhang findet man eine Übersicht mit wichtigen Anlaufstellen für Trauernde, zu denen neben der Option einer Telefonseelsorge insbesondere Beratungsangebote und Selbsthilfegruppen gehören, sowie spezielle Internetangebote und Online-Foren. Transportiert wird vor allem das Gefühl, in der Not nicht alleine gelassen zu sein. Und manchmal findet man nur ein einziges Wort oder einen Spruch, der einen stärkt, der – wenn auch nur für einen kurzen Moment – die Trauer umwandelt in liebende, dankbare Erinnerung.
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Fazit: Ein hervorragendes wichtiges Buch, das wirkliche Hilfe bietet, Halt und Orientierung in einer furchtbaren Lebenserfahrung. Es eignet sich als persönliche Unterstützung oder aber auch als Beileidsbekundung für andere. 

5 Sterne! 

Weitere Informationen bei DON BOSCO.


Sonntag, 15. Juni 2014

Mittelpunkt Mensch: Ethik in der Medizin. Ein Lehrbuch - Giovanni Maio

In der Freiheit geht es immer um den Menschen als solchen und ganzen […] Dort, wo Freiheit wirklich begriffen wird, ist sie nicht das Vermögen, dieses oder jenes tun zu können, sondern das Vermögen, über sich selbst zu entscheiden und sich selbst zu tun.“ -  
Karl Rahner
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Ethik und Medizin … – auf den ersten Blick scheinen sich hier zwei Disziplinen zu begegnen, die in einer konträren Positionierung zueinander zu sehen sind: Theorie und Praxis.
Auf ebenso anschauliche wie wissenschaftlich fundierte Weise beschreibt Prof. Dr. med. Giovanni Maio, warum es gerade in unserer heutigen Gesellschaft unumgänglich ist, konkrete Problemfelder medizinischer Praxis bewusst zu reflektieren und dabei die Ethik als Orientierungshilfe eines guten Denkens und Handelns zu berücksichtigen. Seine Ausführungen zeugen von brillantem Fachwissen kombiniert mit hochinteressanten Fakten und Hintergründen. Die Leser profitieren dabei von den Erfahrungen des Autors, der neben seiner Tätigkeit innerhalb der klinischen Ethikberatung ebenso im universitären Kontext arbeitet und Lehrtätigkeiten in Zürich, Aachen, Lübeck und Freiburg vorzuweisen hat.
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Mit den Bereichen Geburt, Krankheit und Tod dreht sich die Medizin schon seit jeher um die Grenzerfahrungen menschlichen Lebens. Allerdings legt ein Blick auf den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung eine Vielzahl unterschiedlichster Fragestellungen offen, die sich alleine mithilfe unserer moralischen Intuition nicht mehr beantworten lassen. Die Frage nach dem Beginn des menschlichen Lebens beispielsweise hat sich dank modernster Gentechnik, In-vitro-Fertilisation und Präimplantationsdiagnostik vom korporalen in den extrakorporalen Raum verschoben.
Hier wie auch in Hinblick auf Stammzellenforschung, Möglichkeiten der reproduktiven Therapie, der Transplantationsmedizin, des Enhancement, der Patientenverfügung oder Sterbehilfe ist ein eindeutiger Konsens häufig nicht zu finden. Ein buntes Repertoire verschiedener Interessenlagen stehen sich in Politik, Gesellschaft, Medizin, Religion und Forschung gegenüber, sodass es immer wichtiger wird, zu einer eigenen Urteilsbildung zu gelangen. Die bereits von Hippokrates geforderte interdisziplinäre Verbindung von Medizin und Philosophie gilt somit heute mehr denn je.
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Im Zentrum des Lehrbuchs stehen Funktionsweisen und Hintergründe zu den bereits genannten Spezialthemen der Ethik innerhalb unserer gegenwärtigen Medizin. Anhand überschaubarer Kapitel erhalten die Leser einen überaus gelungenen Überblick über alle relevanten Informationen zu den einzelnen Bereichen. Die Informationen zur PID beinhalten z.B. ausführliche Erläuterungen zu den sogenannten SKIP-Argumenten und darüber hinaus ebenso geschichtlich-theologisch relevante Hintergründe, zu denen etwa die aristotelische Sukzessivbeseelungstheorie zu zählen ist. Anhand 39 kommentierter Patientengeschichten wird die Relevanz der besprochenen Themen für den praktischen Umgang mit Patienten und Betroffenen deutlich. Des Weiteren bietet Maio seinen Lesern zahlreiche Tabellen, Übersichten und Abbildungen bis hin zu medizinethischen Dokumenten sowie Angaben zu weiterführender Literatur, die den eigenen Nachvollzug des jeweiligen Themas maßgeblich erleichtern. Die Kapitel überzeugen durch eine präzise Darstellung all dessen, was zum Kern des einzelnen Problemfelds gehört. Durch relativ knappe Darstellungen bietet das Buch gerade allen Studenten der Medizin, Theologie, Philosophie und Ethik eine gewinnbringende Arbeitserleichterung. Es eignet sich gerade auch für all jene, die an aktuellen medizinethischen Diskursen interessiert sind. Gewinnbringend und lehrreich ist in diesem Zusammenhang insbesondere das Anfangskapitel, in dem Grundbegriffen ethischer Urteilsbildung (Handlung, Urteil, Wert, Norm, Prinzip, Theorie) erläutert werden. Zu den Grundlagen, die im ersten Teil dargestellt werden, gehören mit der Pflichtethik Kants, dem Utilitarismus und der Tugendlehre, beginnend mit Platon über Aristoteles bis hin zu Thomas von Aquin, die zentralen ethischen Theorien. Neben historischen Grundlagen zur Medizin, wie beispielsweise Inhalt, Entstehungsgeschichte und Nachwirkungen des Hippokratischen Eides oder die vier wesentlichen Konzepte des Arztbildes, beleuchtet Maio praxisorientierte Felder, in denen eine Medizinethik zum Tragen kommt: das Verhältnis Arzt-Patient, Ethik und Psychiatrie, Grundlagen der Schweigepflicht oder die Spannungsfelder Autonomie und Fürsorge sowie Patientenwünsche und medizinische Ziele. An dieser Stelle ist vor allen die Frage nach notwendigen Grenzen hochinteressant.
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Fazit: Dieses Lehrbuch bietet eine systematische Zusammenstellung wirklich aller relevanten Themenkomplexe medizinethischer Handlungsfelder – von klassischen Bereichen bis hin zur Problematisierung neuester Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten. Umfassende und präzise Ausführungen werden durch einen praktischen Bezug anhand konkreter Fallbeispiele ergänzt. Die Lektüre schafft ein Fundament, auf dessen Basis eine eigene Urteilsbildung möglich wird. Ein Lehrbuch, wie es besser nicht sein könnte. 
Absolut zu empfehlen! 

5 Sterne! 

Weiterführende Informationen bei Schattauer! 

Maio, Giovanni: Mittelpunkt Mensch: Ethik in der Medizin. Ein Lehrbuch, Stuttgart 2012. 
Schattauer Verlag, Preis: 24,99 €. 

Samstag, 31. Mai 2014

Mit einem Satz das Leben ändern - Axel Burkart

Übernehmen Sie die Regentschaft in Ihrem Leben


Unser Königreich ist unsere Seele, in der wir mit unserem Ich wohnen, und es umfasst drei Fürstentümer: Denken, Fühlen und Wollen. Und die großen, grundlegenden Gesetze des Königs sind unsere Glaubenssätze.“
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Dem Mathematiker und Lehrer für vedische Wissenschaften Axel Burkart ist es auf besonders anschauliche Weise gelungen, komplexe Zusammenhänge rund um unsere Glaubenssätze ebenso präzise wie leicht verständlich zu beschreiben. Denn die Art dieser fundamentalen Grundüberzeugungen bestimmt unser Leben wesentlich mit und ist nicht selten der Grund für zahlreiche Probleme körperlicher, geistiger und seelischer Art. Sie verhindert in diesem Fall, dass wir als souveräner König regieren und unser eigenes Leben optimal meistern können.
Burkart stellt einen Weg vor, wie es gelingen kann, destruktive Glaubenssätze aufzuspüren, sie kritisch zu hinterfragen, um sie anschließend durch solche zu ersetzen, die Kraft spenden, Mut machen und motivieren.
Fatale Funktionsmechanismen negativer Glaubenssätze lassen sich dank seiner Hilfe sehr leicht durchbrechen. Ein spezielles Veränderungsprogramm in sieben Schritten macht es letztlich möglich, durch nur geringfügige Änderungen Freude und Leichtigkeit innerhalb des eigenen Lebens zu kultivieren.
Auf den ersten Seiten des Buches geht es insbesondere darum, sich selbst besser kennenzulernen. Gespickt mit vielen grundlegenden Bewusstwerdungsübungen und optisch ansprechenden Grafiken leitet der Autor seine Leser systematisch auf dem Weg zu mehr Selbsterkenntnis. Viele sind dabei bloße Gedankenspiele und sehr gut umsetzbar. Der Prozess des Erkennens wird durch ausführliche Informationen zu den Bereichen Fühlen, Denken, Wollen und Handeln, Ich und Bewusstsein sowie zur allgemeinen Wahrnehmung unterstützt.
In einem nächsten Schritt geht es darum, eigene Kräfte aufzuspüren. Es folgt eine intensive Auseinandersetzung beispielsweise mit den Bereichen Wahrheit, Wahrheitsprüfung und Intuition, die es ermöglicht, sich individuell optimal zu entfalten. Der letzte Teil des Buches geht der Bedeutung von Schicksal und Lebensplänen nach, wobei ebenfalls ein Blick auf die großen Weltreligionen geworfen wird. Wichtige Begrifflichkeiten können in einem abschließenden Glossar nachgelesen werden.
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Fazit: Axel Burkart verbindet analytische Logik mit spirituellen Erkenntnissen und liefert seiner Leserschaft eine fundierte Basis an Wissen, Übungen und Erkenntnissen, die es ermöglicht, zu gewinnbringenden Glaubenssätzen zu gelangen, denn „Ob du glaubst, du kannst es oder ob du glaubst, du kannst es nicht: Du hast recht.“ - Henry Ford. 

5 Sterne! 

Weitere Infos bei Irisiana!

Samstag, 10. Mai 2014

Die Kunst der Selbstliebe - Frank M. Lobsiger

Der größte Schmerz und das intensivste Leiden in deinem Leben werden durch den andauernden inneren Krieg verursacht, den du gegen dich selbst führst.“
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Höchste Zeit also, Frieden zu stiften – einen Frieden mit sich selbst, dessen Basis Liebe ist. Doch genau das ist leichter gesagt, als getan. Negative Glaubenssätze, hervorgerufen durch einen “inneren Kritiker“ - wie es im Buch so schön beschrieben wird – sind häufig der Ursprung des Unglücklichseins. Und genau diesen Mangel an Selbstliebe und Wertschätzung der eigenen Person gilt es zu beheben.
Frank M. Lobsiger, Therapeut und geschulter Experte in Bereichen wie Yoga und Mediation, zeigt in seinem Ratgeber Wege auf, wie die Kultivierung einer liebevollen inneren Haltung möglich wird.
Basierend auf psychologischen Erkenntnissen, wie etwa denen eines C.G.Jung, beschreibt er im ersten Teil des Buches theoretische Hintergründe und interessante Fakten zur Funktionsweise destruktiver Selbstdeutungen.
Die wichtigsten Prozesse werden mithilfe übersichtlicher Grafiken näher erläutert, z.B. eine Bewertung von Erfahrungen durch die vier Grundbedürfnisse, die entweder positiv oder negativ ausfallen kann. Somit kommt es im besten Fall zu einem Annehmen oder aber zu Widerstand, Angst, Erstarren.
Der Großteil des Buches ist der „Praxis der Selbstliebe“ gewidmet. Neben dem Schreiben eines Selbstliebe-Tagebuchs gehört hierzu in besonderer Weise der Vorgang des Willkommen-Heißens äußerer Erfahrungen, der sich wie folgt zusammensetzt:
1.Schritt: Willkommen heißen
2. Schritt: Zulassen
3. Schritt: Bodyshift wahrnehmen
Lobsiger führt seine Leser anhand konkreter Fragen Schritt für Schritt durch diesen Prozess hin zu einem gewinnbringenden Annehmen und somit zu einer fruchtbringenden Selbstwahrnehmung. Beispiele realer Sitzungen, etwa zum Thema existenzielle Ängste oder Erschöpfung, führen den Ablauf konkret vor Augen und liefern interessante Anhaltspunkte für die eigene Reflexion.
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Fazit: Ein sicherlich ebenso informatives wie gewinnbringendes Buch. Im Großen und Ganzen bleiben jedoch einige der Willkommens-Abfolge-Schritte zu komplex und bedürfen einer genaueren Auseinandersetzung. Hier kann es sinnvoll sein, dass gegen Ende des Bandes eine Kontaktmöglichkeit zum Autor angegeben ist. Durchweg überzeugend ist vor allem der erste Teil, der wichtige Impulse zur Freundschaft zu sich selbst bietet. 

4 Sterne!

Weitere Infos bei Integral!

Samstag, 3. Mai 2014

Finde zu dir selbst zurück - Dr. Mirriam Prieß

Fühlen Sie sich in Ihrem Leben zu Hause?“

Nicht wenige würden diese Frage mit einem eindeutigen „Nein!“ beantworten. Das eigene Leben besteht nur noch aus standardisierten Abläufen, bedeutet bloßes Funktionieren und wird vollkommen emotionslos erlebt, vergleichbar mit einem Autopilot. In einer solchen Situation haben sich viele bereits selbst aufgegeben; die Überzeugung verloren, dass es je individuelles, echtes Glück für sie geben kann.
Dr. Mirriam Prieß beschreibt in ihrem neuesten Ratgeber eine unzureichende Ausbildung eigener Identität als Ursache solcher Gefühle. Und schon schnell merkt der Leser, dass sie mit ihren Ausführungen überaus richtig liegt. Sie schafft es, den wichtigsten Grund so zahlreicher Burnout Erkrankungen auf den Punkt zu bringen. Denn immer dann, wenn wir uns in unserem Leben am falschen Ort fühlen oder in einer Beziehung nicht zu Hause, sind wir häufig äußeren Einflüssen ausgesetzt, die unserem Wesen zutiefst zuwiderlaufen.
Um aber dennoch zu glücken, gilt es, sich in solchen Situationen anzupassen, „Ja!“ zu dem zu sagen, was man eigentlich verneinen möchte. Auf Dauer führt dies zwangsläufig in den Zusammenbruch, in ein automatisiertes, unglückliches Leben.
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Die Autorin stellt ihrer Leserschaft Wege vor, wie es gelingen kann, wieder wirklich zu leben, statt zu funktionieren. Sehr einfühlsam und ehrlich schildert Prieß, warum es so bedeutend ist, Identität im Inneren UND Äußeren zu finden, sich aus dem Gefängnis innerer Realitäten und Prägungen zu befreien, um so eine fälschliche Identifikation mit der Umwelt zu vermeiden. Konkrete Erklärungen belegen eindrücklich, welche Negativentwicklungen hieraus entstehen können. Zu jedem Themenkomplex bietet sie ein graphisch hervorgehobenes Kästchen mit Reflexionsfragen, die dabei helfen, die je eigene Situationen kritisch zu beleuchten und sich dessen bewusst zu werden. Überaus wertvolle Ratschläge gibt sie in dem vielfach problematischen Bereich der Beziehung und Partnerschaft, in dem die eigene Identität häufig nicht gelebt, oder im schlimmsten Fall unterdrückt wird. Die Leser erhalten hier großartige Hilfen!
Aber auch im Bereich des Glaubens, der Gesundheit und des Berufs, innerhalb sozialer Kontakte, Interessen oder Hobbys geht Prieß der Frage nach, warum oft an etwas festgehalten oder ein Leben geführt wird, das dem eigenen Wesen widerspricht und wie diese Haltung am Besten vermieden werden kann.
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Fazit: Dieser Ratgeber ist einer der besten zurzeit erhältlichen, der verständlich und vor allem authentisch schildert, worauf es ankommt, wenn man eine dauerhafte Besserung seines Lebens hin zu Glück und dem Gefühl, angekommen zu sein, sich zu Hause zu fühlen, anstrebt. Er ist gleichsam eine unterstützende Aufforderung, die eigene Identität als eine Wahrheit anzuerkennen und den Weg zu sich selbst mutig zu gehen. Denn nur so kann das eigene Leben letztlich gelingen. Eine wertvolle, wärmstens zu empfehlende Lektüre! 

5 Sterne! 

Weitere Infos bei Südwest! 

Freitag, 2. Mai 2014

Wie wär's mit uns Beiden? - Susanne Wendel/ Frank-Thomas Heidrich

Lob der Vernunftehe 
Muss man verliebt sein, um eine Beziehung haben zu können?“
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Susanne Wendel und Frank-Thomas Heidrich beantworten diese Frage mit einem entschiedenen „Nein!“ Die Ernährungswissenschaftlerin und der Bauingenieur leben damit ein Konzept vor, dass zunächst allen Vorstellungen des modernen Menschen widerspricht. Zu Beginn ihrer Beziehung stehen keine Gefühle großer Verliebtheit, kein hormonell-gepushter Glücksrausch, keine Euphorie, sondern eine rational gefasste Entscheidung, sich auf dieses Wagnis einzulassen.
Das Fundament ihrer Partnerschaft bildet somit nicht gegenseitig empfundene Liebe, sondern eine Liste zahlreicher Übereinstimmungen in Interessen, Hobbys und Lebensvorstellungen.
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Überraschend offen und ehrlich beschreiben beide Partner die Entwicklung ihres außergewöhnlichen Experiments, das innerhalb kürzester Zeit das Leben des Paares auf eine Weise verändert, wie sie es sich nicht hätten vorstellen können. Sie gelangen an einen Punkt in ihrem Leben, der sie glücklich werden, angekommen fühlen lässt. Und schon nach zweieinhalb Jahren wurde aus den zwei frustrierten Singles ein zufriedenes Paar, Eheleute und Eltern!
Was für den Leser bei der Lektüre des Buchrückens anfangs unglaublich klingt, stellt sich als ein überzeugendes Konzept heraus, zum Ziel einer erfüllten Partnerschaft zu gelangen. Und in der Tat gibt es zwischen den Beiden keine sinnlosen Streitereien, keine Diskussionen, kein Anpassen-müssen und keine Kompromisse! Sie dürfen das sein, was sie sind und werden genauso angenommen.
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Für all diejenigen, die an dieser Stelle neidisch werden und sich fragen, wie genau das tatsächlich funktionieren kann, sprechen die Autoren sehr ausführlich über diesen Entwicklungsprozess und stehen dabei auch zu so manchen Anfangsschwierigkeiten, man denke etwa an die Entwicklung körperlicher Nähe. Tagebuchauszüge lassen den Leser an den Gedanken des Paares teilhaben und die abwechselnde Perspektive macht den Text für beide Geschlechter interessant. Darüber hinaus werden Thesen formuliert, wie eine gelingende Beziehung im 21. Jahrhundert funktionieren kann. Die Lektüre lädt dazu ein, einige Impulse und Handlungsoptionen bei der eigenen Partnersuche zu nutzen und eröffnet - gerade und vor allem auch Skeptikern - eine positive Sicht auf die lange Zeit verhasste Institution der Vernunftehe.


Fazit: „Liebe entwickelt sich aus der Entscheidung füreinander und aus den Gemeinsamkeiten.“ 

5 Sterne! 

Weitere Informationen bei Horizon!