Donnerstag, 31. Oktober 2013

FRAUEN und BÜCHER - Stefan Bollmann

Frauen lesen, um zu leben, nicht selten auch, um zu überleben. Im Lesen riskieren sie Gefühle, versetzen sie sich in fremde Figuren und Welten, entdecken sie ihre eigene Wahrheit.“
_
Und du gute Seele, die du eben den Drang fühlst wie er, schöpfe Trost aus seinem Leiden, und lass das Büchlein deinen Freund sein, wenn du aus Geschick oder eigener Schuld keinen näheren finden kannst.“
Diese Anfangsworte des Goethe'schen Meisterwerks „Die Leiden des jungen Werther“ beschreiben in treffender Weise, welch existentielle Bedeutung Literatur haben kann. Das Buch als Freund; die Protagonisten, die ebenso empfinden, wie man es eigentlich selbst tut; die Geschichte, als Heilung. Lesen ist demnach identifikatorisches Lesen, emotionales Mitempfinden.
_
Und genau hierum geht es in Stefan Bollmanns neuester Publikation. Nach Promotion und Studium der Literatur, Geschichte und Philosophie widmete sich der ehemalige Hochschullehrer der Aufgabe eines Lektors und hat seitdem zahlreiche Werke zur Leidenschaft des Lesens veröffentlicht.
Das Lesen, eine im 18. Jahrhundert in den Bereichen Tradition, Gelehrsamkeit und Religion durchweg männliche Domäne, sei mittlerweile, so seine These, restlos weiblich geworden. Somit erhält es eine Funktion, die das bloße Verständnis aneinandergereihter Worte bei weitem übertrifft. Lesen wird geistige Nahrung, Lebensglück – ja sogar zum zweiten Leben!
Dieser enorme Bedeutungszuwachs wird von der Leseforscherin Maryanne Woolf als „deep reading“ bezeichnet, eine Lektüre, die bis in die Tiefe dringt, auf das Leben einen prägenden Einfluss ausübt, die Seele berührt und sich grundlegend vom rein informativ geleiteten Lesen unterscheidet.
_
Bollmann liefert in einer Kombination aus historischem Abriss, biographisch inspirierten Darstellungen sowie den unterschiedlichsten Bedeutungsnuancen des „deep reading“ eine ebenso informative wie hochinteressante Erklärung aller Phänomene, die das Wesen weiblichen Lesens ausmachen.
Vom Frauenroman über den Briefroman, bis hin zur modernen Fanfiction; in den Blick genommen werden verschiedene Genres und daneben verschiedene “Bücherfrauen“, zu denen Jane Austen, Virginia Woolf, aber auch Marilyn Monroe gehören. Die Leserinnen – und natürlich auch die Leser - erhalten zahlreiche Hintergrundinformationen zum Thema Literatur und Leidenschaft, z.B. die Tatsache, dass niemand geringeres als Klopstock im Jahr 1750 die Dichterlesung erfand und als Lohn für seine Mühen, Küsse kassierte.
Wie gefährlich es sein kann, sich der Leidenschaft Literatur vollends hinzugeben, haben etliche Beispiele bewiesen, der prominenteste Fall sicherlich Goethes Werther. Auch hierzu findet sich ein Kapitel, dass jenes exzessive Lesen genauer beleuchtet.
_
Zeitgenössische Gemäldedrucke eröffnen zumeist die entsprechenden Themen, so etwa die Illustration zur Dämonisierung des Lesens. Auch hier hinterlässt der Band überaus lohnenswerte Eindrücke. In hochwertiger Verarbeitung und einer – unter der Schutzhülle – liegenden bronze-/gold- glänzender Bindung ist auch dieses Buch Stefan Bollmanns dazu geeignet, zu einem wahren Schatz zu werden. Ein Schatz, der in die zweite Welt der Literatur einführt. Eine Hommage an die schönste aller Leidenschaften: Das Lesen!
_
Fazit: Tief beeindruckt, bewegt, an Informationen bereichert und dankbar bleibe ich zurück. Ein Buch, das nicht nur das Herz vieler Frauen (und Männer), sondern gerade auch professionell im Bereich Literatur tätiger Menschen höher schlagen lässt. Jedem Germanist, Literat und Bücherfreund unbedingt zu empfehlen. Hervorragend! 

5 Sterne! 

Weitere Informationen bei DVA!

- Eine Lektüre, die man sich wirklich nicht entgehen lassen sollte!- 

Dienstag, 29. Oktober 2013

Der ist nicht doof, nur irgendwie hochbegabt - Tanja Janz

Als Nachhilfelehrer, das stellte ich schnell fest, ist man der Missing Link zwischen Eltern, guter Freundin, Geschwister und Lehrer.“
_
Anstrengende Eltern, problembelastete Schüler, nörgelnde Lehrer … Und das ist noch längst nicht alles an der bunten Palette unterschiedlichster Erlebnisse, die Tanja Janz als Nachhilfelehrerin sammeln durfte – oder manchmal auch musste!
_
Beginnend mit dem Start ihrer Laufbahn, lässt die Autorin die Leser teilhaben an den Irrungen und Wirrungen des universitären Alltags eines Lehramtsstudiums an der Uni Essen. Mit einem Augenzwinkern berichtet sie von aberwitzigen Situationen, eigenen Hoffnungen und nicht selten der Desillusion ebendieser. Humorvoll und unterhaltsam zieht sich dieser autobiographisch geprägte Erfahrungsbericht durch und lässt schließlich Erfahrungen innerhalb der Nachhilfe Revue passieren. Hier werden Schülertypen in den Blick genommen, sowie Eltern oder sogar die Nachhilfekollegen selbst, die sich auch nicht selten sonderbar verhalten, man denke an das Beispiel des Lateinlehrers. In 24 kurzen Kapitel, die ähnlich einer Kolumne je einem Themenkomplex gewidmet sind, präsentiert die Autorin immer wieder neu verschiedene Episoden der nachmittäglichen Lernförderung. Auf der Seite des Lesers bleibt dabei häufig ein Augenzwinkern, ein herzhaftes Lachen, aber auch völlige Entrüstung bis hin zum Unverständnis zurück – in jedem Fall aber amüsant – interessante Einblicke.
_

Fazit: Gerade für all diejenigen, die sich mit Schule und Unterricht befassen oder selbst als Nachhilfelehrer tätig sind, bietet dieses Buch beste Unterhaltung. Und wer weiß: Vielleicht sammelt Tanja Janz ja weiterhin solche “unkorrigierten Geschichten aus der Nachhilfestunde“. 

4 Sterne! 

Weitere Informationen zum Titel bei Bastei Luebbe! 

Sonntag, 27. Oktober 2013

Der unbesiegbare Sommer in uns - Nina Ruge

Der unbesiegbare Sommer in mir – wie tief ist er verborgen […] Da ist ein Quell der Kraft […], doch finde ich den Weg zu ihm nicht mehr, die Tür ist zu, der Schlüssel achtlos im Nirgendwo.“
_
Inmitten all der unzähligen Herausforderungen des Alltags gilt es, den unbesiegbaren Sommer in uns, jene Quelle innerer Energie, nicht nur zu erkennen; vielmehr soll eine dauerhafte Verbindung zu dieser Bewusstseinsform hergestellt werden. Nina Ruge präsentiert in der gelungenen Kombination aus autobiographischen Schilderungen und Spiritualität einen Wegweiser zu genau diesem Ort, der uns nicht nur in der dunklen Jahreszeit wach hält für die kleinen Glücksmomente des Lebens, sondern darüber hinaus einen wesentlichen Beitrag dazu leistet, unsere Lebenseinstellung von Grund auf zu verbessern, ins Positive zu wenden und neue Energien zu spenden.
_
Neben einer allgemeinen Reflexion über die existenziellen Fragen des menschlichen Daseins, wie etwa Liebe und Werte, aber auch Altern, Tod und Depressionen, sind es die zahlreichen Hinweise und Ratschläge, die den Kern dieser Lektüre ausmachen. Ruge spricht ein Plädoyer aus, keinen Widerstand gegenüber schwierigen Situationen zu leisten, sprich nicht zulassen, dass widrige Umstände die Freude am Leben trüben oder gar vollends zerstören. Stattdessen sind es die kleinen Fetzen des Glücks, die im Alltag eines Jeden größere Beachtung finden sollen. Als einen möglichen Weg, zu einer solchen inneren Einstellung gelangen zu können, sind beispielsweise die sog. täglichen „Wake-up-calls“, d.h. kurze Unterbrechungen der Routine, die das Bewusstsein für eine tiefere Daseinssphäre weiten. Zusätzlich kann die Methode des Gedankens am Morgen dazu führen, gelassener in den Tag zu starten bzw. schon zu Beginn des neuen Tages Positives zu empfinden. Eine wesentliche Rolle spielen hierbei außerdem die Mantra-Sätze. Die Autorin empfiehlt regelmäßige Ausflüge ins Glück, sei es während routinierten Aufgaben des Alltags, wie etwa beim Zähneputzen, oder aber während erzwungenen Auszeiten, die positiv nutzbar gemacht werden können, man denke etwa an Stau oder rote Ampeln. Ebenso spricht sie über spirituelle Schlüsselerlebnisse oder Techniken aus dem Bereich des Yoga, die dazu dienen, hinderliche Gedanken loslassen zu können, die einen im Hier und jetzt blockieren.
_

Fazit: Ein Anstoß, sich mutig auf die Suche nach dem ganz eigenen inneren Sommer zu machen und von ihm auch in dunkleren Zeiten zehren zu können. Ebenso ist der Band sicher eine lohnenswerte Lektüre für alle Fans der bekannten Moderatorin, die hier viel von sich selbst preisgibt. 

5 Sterne! 

Weitere Informationen bei Kailash! 

Dienstag, 22. Oktober 2013

Die Rettung der Regenwürmer - Theresa Prammer


So etwas passierte mir ständig. Ich lernte jemanden kennen, und bei der nächsten Begegnung hatte man mich schon wieder vergessen. Weshalb es häufig vorkam, dass sich Leute bei mir dreimal vorstellten, bis sie sich endlich an mich erinnern konnten.“
_
Das Leben der Angelika Neuhauser, Angestellten der Schwarz-Versicherung, läuft alles andere als in geordneten Bahnen. Beruflich kümmert sie sich um Schadensfälle und auch privat gibt es einige Schäden, die es zu beheben gilt. Doch Angelika ist leicht überfordert. Es mangelt ihr an dem nötigen Selbstbewusstsein, um ihre Probleme konsequent in Angriff zu nehmen und nach Lösungen zu suchen. Und nicht nur sie selbst empfindet sich als zu unattraktiv, auch das Schicksal scheint gegen sie. Denn es gibt eindeutig höhere Mächte, die sich gegen sie verschworen haben. Abhilfe verspricht nun niemand geringeres als Frank Sinatra, der sich zum Ziel gesetzt hat, ihren Mangel an Erfolg zu beheben. Wenn auch nicht ganz uneigennützig: Indem Sinatra der jungen Frau hilft, möchte er seine Seele vor den Qualen des Fegefeuers retten. Kann es ihm wirklich gelingen, das Leben der unsicheren Angelika ins Positive zu wenden?
_
Theresa Prammer, Schauspielerin und Autorin, präsentiert eine ebenso unterhaltsame wie amüsante Geschichte zwischen Diesseits und Jenseits. Aus der Perspektive der Protagonistin selbst verfolgen die Leserinnen und Leser ihren Werdegang. Abwechslung bieten dabei Szenen, die zwischen Himmel und Fegefeuer angesiedelt sind. Während es zu Beginn der Lektüre noch relativ schwierig ist, diese Wechsel nachzuvollziehen, fällt es im weiteren Verlauf der Handlung immer leichter. Man wird mitten hinein gezogen in eine phantastische Welt zwischen den Sphären und erlebt, auf welche Weise Frank Sinatra tatsächlich helfenden Einfluss auf das Leben der Hauptfigur ausüben kann.
_

Fazit: Die einzigartige Idee der jungen Autorin sorgt für ein kurzweiliges Lesevergnügen. 

4 Sterne! 

Weitere Infos bei Südwestbuch! 

Montag, 21. Oktober 2013

BdB-Story-Award gewonnen


Unfassbar: Meine Kurzgeschichte "Auszeit" hat gewonnen: 


Beim Schreibwettbewerb  "Blogger schreiben Geschichte" von Blogg dein Buch, in 

Kooperation mit epubli und der Bastei Lübbe Academy.



Zusammen mit 9 weiteren Gewinnergeschichten wird nun auch meine in dem Buch "Ungewöhnliche Freundschaften" veröffentlicht, dessen Verkaufserlöse der Hasenschule zu Gute kommen, die sich seit 25 Jahren der speziell der Leseförderung widmet! 

Darum geht es in "Auszeit":  

Ben lernt auf seiner täglichen Zugfahrt Michi kennen, einen kleinen Jungen, der ihn zu Beginn des Montagmorgens mit seinem unbeschwerten, kindlichen Gesang in den Wahnsinn treibt. Doch dann kommt alles ganz anders und Ben merkt, wie viel er eigentlich von diesem Kind lernen kann. 

Und auf mich passt nun auch folgendes Originalzitat aus dem Text: "Der Montag hatte seinen Schrecken verloren!" 

Zum Gewinn gehört außerdem der Story-Award 2013: 



Ein wunderbarer Start in die neue Woche. An diesem Montag ging für mich ein kleiner Traum in Erfüllung! 


Vorbilder: Unsere Suche nach Idealen - UVK

Vorbilder fungieren also nach wie vor als Projektionen, auf welche idealisierte Vorstellungen und Werte, die als positiv und gegebenenfalls nachahmenswert gelten, übertragen werden.“
_
Das Themenheft der Reihe „tv diskurs: Verantwortung in audiovisuellen Medien“ liefert eine ebenso wissenschaftlich fundierte wie hochinteressante Reflexion zum Thema Vorbilder, verbunden mit unserer aktuellen Medien- und Informationsgesellschaft. Im Blick auf den gegenwärtig exzessiven Medienkonsum und daraus resultierende Konsequenzen, zu denen etwa das Cyberbullying gehört, geht es auch dem Herausgeber um medial präsente Vorbilder und solche, die gerade durch die Medien regelrecht zu Idolen gemacht werden. Die Sammlung unterschiedlichster Aufsätze verschiedener Experten handelt daher auch von Castingshows, Sportlern, VIPs oder Hollywood-Helden.
_
Darüber hinaus wird der Frage nachgegangen, welchen allgemeinen Einfluss Vorbilder im Laufe des Lebens ausüben, beginnend mit Kindheit, über Adoleszenz bis hin ins hohe Erwachsenenalter. Die Leserinnen und Leser erhalten gerade hierbei interessante Informationen, die auch kognitive und psychologische Hintergründe mit einschließen. Auch lohnt es sich, die geschichtliche Entwicklung zu verfolgen. Aus dem Lateinischen stammend, bezeichnet idolum eigentlich einen Abgott. Daher ist es naheliegend, den Prozess der Konstruktion eines Vorbilds mit Momenten des Religiösen zu vergleichen, wie sie Rudolf Otto mit den Kategorien Mysterium tremendum und Mysterium fascinans benannt hat. Demnach sieht Dr. Alexander Grau eine Analogie zu Vorbildern, denn auch in ihnen verbinden sich Momente des anziehenden und abstoßenden zugleich, wenn er sagt: „Erst die Spannung von Anziehung und Abgestoßensein begründet das Gefühl, es mit etwas zu tun zu haben, das den Alltag transzendiert und damit aufruft, das bisherige Leben hinter sich zu lassen und ein ganz neues, anderes zu beginnen.“ (S.17).
_
Ein Blick auf die kulturelle Entwicklung, ausgehend von der Antike, zeigt, warum prinzipiell zwei Archetypen des Vorbilds entstanden sind: Achill, als mutig-tollkühner und unbesiegbarer Held, sowie der Leidende in Scheitern, Tod und Verklärung; Schemata, die sich in unterschiedlichsten Ausführungen von Passion oder Sieg u.a. auch in modernen Romanen gehalten haben.
Literaturhinweise mit ausführlichen Besprechungen gegen Ende des Themenhefts liefern Anregungen, sich vertieft mit dem Bereich zu befassen.
_

Fazit: Ein wunderbares Arbeitsheft zum Thema Vorbilder, das seinen Leserinnen und Lesern faktisches Wissen in ansprechender Aufarbeitung präsentiert und darüber hinaus dazu anregt, sich weiterhin mit dieser Fragestellung zu beschäftigen. Nicht nur für Journalisten und andere Mitarbeiter der Medien von hoher Bedeutung, sondern sicherlich auch für den Bereich Schule und Unterricht. Uneingeschränkt zu empfehlen! 

5 Sterne! 

Weitere Infos bei UVK! 

Sonntag, 20. Oktober 2013

ohne dich - Freya v. Stülpnagel

Deine Tränen sammle ich in einer Schale,
berge Sie für dich in einem Schrein,
eines Tages wirst du diese Schale erben
und sie wird voll schöner Perlen sein.“
[Unbekannter Verfasser]
_
Der Verlust eines geliebten Menschen ist durch nichts in der Welt wiedergutzumachen. Trauer, die bis an den Rand der Verzweiflung treibt, unaussprechlicher Kummer und eine quälende Leere bleiben oftmals bei den Hinterbliebenen zurück. Der Tod kann nicht rückgängig, die Wunden auch durch die Zeit nicht geheilt werden. Der Schmerz bleibt dauerhaft! Er wird nie vergehen.
Nun stellt sich die Frage, wie man mit diesem Schmerz, ausgelöst durch den Tod eines Menschen, überhaupt noch weiterleben kann …
_
Solche Gefühle und Gedankenspiele sind es, die immer wieder auftauchen an Tagen – wie der Untertitel des Buches so treffend beschreibt – „an denen die Trauer besonders schmerzt.“ Die Autorin des Buches, deren Leben durch den frühen Tod ihres Sohnes selbst tief erschüttert wurde, setzt sich auf einfühlsame Weise mit dem Thema Trauer auseinander und spricht darin auch über eigene Erfahrungen und ihren Weg der Trauerbewältigung. Freya von Stülpnagel, Anwältin und Juristin, wird nach dem Tod ihres Kindes derart aus der Bahn geworfen, dass es für sie nicht mehr möglich ist, in ihrem bisherigen Beruf zu arbeiten. Von nun an widmet sie ihre ganze Aufmerksamkeit der Trauer, ihrer eignen und schließlich auch der von Leidensgenossen. Nach vielfältigen Ausbildungen, etwa im Bereich der Themenzentrierten Interaktion, begleitet die nun verschiedene Trauer- und Suizidgruppen, wobei die Arbeit im Verein „Verwaiste Eltern München e.V“ besonderes Anliegen geblieben ist.
_
Ihren Leserinnen und Lesern schenkt sie ein Buch, das endlich auf fromme Sprüche und theoretisches Wissen, man denke an die klassischen Phasen der Trauer, dankenswerterweise verzichtet. Denn die reine Theorie ist während der Zeit der Trauer reichlich unbrauchbar. Stattdessen präsentiert sie neben eigenen authentischen Erfahrungen, eine Sammlung ausgewählter Texte, Kurzgeschichten, Anekdoten, Gedichten und ansprechenden Landschaftsaufnahmen in Schwarz-Weiß, die das Wesen der Trauer in Worte fassen, die überaus hilfreich sind.
_
So vermag es diese Zusammenstellung, Impulse zu geben, die eine ebenso tröstende wie Mut zusprechende Wirkung entfalten. Der beschwerliche Weg, mit dem Verlust eines geliebten Menschen zu leben, wird auf wunderbare Weise unterstützt. Und so führen einige Texte und die durch sie ausgelösten Reflexionen vielfach zu dem Gefühl aufrichtig empfundener Dankbarkeit, das sich mit dem jeweiligen Verlust verbinden lässt und so dem Tod im besten Fall, wenigstens ein stückweit, den Stachel nimmt.
_

Fazit: Eine Perle unter der Flut an Sachbüchern zum Thema Verlust und Trauer. 5 Sterne drücken bei weitem nicht aus, wie hilfreich und dankbar Betroffene dank dieser Lektüre sein können! 

5 Sterne! 

Weitere Informationen inklusive Leseprobe bei Kösel!

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Weihnachtsplaner für eine entspannte Zeit - Groh

Oh wunderbar entspannte Weihnachtszeit“
_
Damit die besinnliche Weihnachtszeit auch als eine solche wahrgenommen werden kann, empfiehlt es sich, nicht nur schon im September Lebkuchen zu naschen, sich im Oktober von Christbaumschmuck blenden und im November von Weihnachtsmusik berieseln zu lassen. Viel wichtiger ist stattdessen die Entwicklung eines ausgereiften Plans, um im Dezember ungewollten Stress und unnötige Hektik zu vermeiden. Genau hierzu ist dieser Weihnachtsplaner eine hilfreiche Unterstützung.
_
Es handelt sich um eine Kombination aus Adress-, Rezept- und persönlichem Notizbuch, das darüber hinaus ebenso wertvolle Tipps und Anregungen rund um die Weihnachtszeit beinhaltet. In einer To-Do-Liste lassen sich die je eigenen Vorhaben notieren und nach Erledigen in dem dafür vorgesehenen Kästchen abhaken. In speziellen Geschenk- und Wunschlisten können Ideen auch über einen längeren Zeitraum vor Weihnachten festgehalten sowie organisiert werden.
_
Auf das Heilige Fest angepasst sind außerdem die Adressfelder, denn hier lassen sich zusätzliche Informationen bzgl. der Weihnachtspost notieren oder andere wissenswerte Hintergründe zu der jeweiligen Person. Dank liebevoll zugeordneter Farben und einer Reihe unterschiedlichster Symbole behält man auch innerhalb des Kalenders sehr leicht den Überblick. So steht das Vögelchen mit Weihnachtsmütze für die Adressrubrik, ein Lebkuchenmännchen für den Rezeptbereich, etc. Im Innenteil des hinteren Buchdeckel befindet sich außerdem eine Falttasche, in der eigene Notizen und Ähnliches aufbewahrt werden kann. Die grüne Gummischlaufe hält den Kalender samt Inhalt zuverlässig zusammen. Und im praktischen Pocketformat kann der Planer ohne Probleme überall hin mitgenommen werden. Die ebenso liebevolle wie farbenfrohe Gestaltung des Covers wird dabei im gesamten Kalender beibehalten.
_

Fazit: Eine hervorragende Idee, die vereinfachte Organisation verspricht, das Planen des Festes mit allem drum und dran schon im Voraus gelingen lässt, übersichtliche Listen garantiert und für mehr Entspannung sorgt. Für sich selbst oder auch als von Herzen kommendes Geschenk für die Liebsten. Sehr zu empfehlen.

5 Sterne! 

Weitere Informationen sowie Einblicke in den Kalender bei Groh! 

Dienstag, 15. Oktober 2013

Babyverrückt - Nadine Luck

Ist es Absicht, dass es eher demütigend ist, einen Schwangerschaftstest zu machen? Oder ist es nur eine Vorbereitung darauf, dass frau bei einem positiven Ergebnis in den kommenden Monaten zum übergewichtigen, inkontinenten Walross mutiert, das letztlich mit den einfachsten Dingen des Lebens überfordert ist, etwa die Treppe in den ersten Stock zu nehmen oder sich von links nach rechts zu drehen?“
_
Im Leben einer Frau gibt es kaum etwas Spannenderes als eine Schwangerschaft. In dieser aufregenden Zeit verändert sich nahezu alles, das bisherige Leben wird komplett auf den Kopf gestellt. Plötzlich ist es notwendig, sich Fragen zu stellen, an die man zuvor kaum dachte, wenn es etwa allgemein um Ernährung, Babyausstattung oder das perfekte Krankenhaus geht. Umso schöner ist es, in dieser nicht ausschließlich nur positiv empfundenen Lebensphase an den Erfahrungen einer Leidensgenossin teilhaben zu dürfen.
_
Die Journalistin Nadine Luck präsentiert ihren Leserinnen in diesem Band eine Sammlung herrlich humorvoller Geschichten rund um das Leben einer Schwangeren. Thematisiert werden authentische Erlebnisse, die schonungslos zeigen, wie schwierig es oft ist, sich “unter anderen Umständen“ den Herausforderungen des Alltags zu stellen. Die 45 unterhaltsamen Kolumnen laden dazu ein, die Autorin auf ihrem Weg vom Entschluss, Mutter zu werden über das Abenteuer Schwangerschaft bis hin zu Geburt und den ersten Wochen mit dem Baby zu begleiten. Dabei wird der Unterhaltungsfaktor bereits an den ironisch-unterhaltsamen Titeln spürbar, was folgende Beispiele deutlich machen:
_
> Baby-Ultraschall: Live-Stream aus der Fruchtblase in 3-D und in Farbe
> Baby im Bauch – Klugschwätzer im Ohr
> Rosa gegen den Rest der Welt
> Mode für Schwangere: Der letzte Schrei vor dem ersten Schrei
> Wohnst du noch oder gebärst du schon? Auf der Suche nach dem perfekten Kreißsaal
> Ein Name für das Mäuschen
_

Fazit: Hoher Unterhaltungswert kombiniert mit der Gewissheit, in dieser einzigartigen 9-Monats-Phase nicht allein sein zu müssen und an den Erlebnissen einer Leidensgenossin während der Lektüre profitieren zu dürfen. Gerade für Schwangere und solche die es werden wollen zu empfehlen. 

4 Sterne! 

Weitere Infos bei Südwest! 

Bin ich hier der DEPP? - Martin Wehrle

Nie wieder Depp sein, auch dafür bietet die moderne Arbeitswelt viele Chancen. Packen Sie's an! Damit Firmen, die Deppen suchen, keine mehr finden.“
_
Vielfältige Belastungen, utopische Anforderungen, ein übergeschnappter Chef und das Gefühl, öfter als einmal im falschen Film zu sein. All das ist eine gute Umschreibung dessen, was in unserer modernen Arbeitswelt leider zur Alltagsroutine geworden ist. Eine totale die Schmerzgrenze überschreitende Ausnutzung der Mitarbeiter führt zu Verzweiflung und Burn-out. Millionen Mitarbeiter sind schlichtweg Gefangene im Hamsterrad des Wahnsinns.
_
Doch damit ist jetzt Schluss. Martin Wehrle, Deutschlands bekanntester Gehalts- und Karrierechoach präsentiert nach den bereits erfolgreich publizierten Bänden „Ich arbeite in einem Irrenhaus“ sowie „Ich arbeite immer noch in einem Irrenhaus“ nun einen Leitfaden, der zahlreiche Strategien aufzeigt, wie es gelingen kann, dem Arbeitswahnsinn nicht länger zum Opfer zu fallen. In dem ersten Teil des Buches wird die gegenwärtige Situation der Arbeitswelt schonungslos entlarvt, bevor der zweite Teil gewinnbringende Ratschläge und konkrete Handlungsalternativen aufzeigt. 
_
Kapitelüberschriften wie etwa „Der Chefhamster: Wenn Führung durchdreht“ oder „Erschöpfung ade: Der Abschied vom Hamsterrad“ zeigen, dass Wehrle dem durchaus ernsten Thema mit einer wohltuenden Prise Humor begegnet, die die Lektüre des Buches sehr angenehm und humorvoll werden lässt. Ein Beispiel für den Unterhaltungsfaktor sind etwa die Zitate aus Stellenanzeigen und deren Hamsterrad-Übersetzung. Ebenso lockern Karikaturen zu Beginn eines jeden Kapitels das überwiegend negative Problemfeld auf. Doch es geht längst nicht nur um eine ironisch-humorvolle Analyse. Vielmehr werden authentische Erlebnisse vorgestellt und schließlich hilfreiche Verhaltensweisen benannt, die dabei helfen, dem gefährlichen Hamsterrad zu entkommen. Hierzu zählen beispielsweise „Zehn Tipps zum Nein-Sagen“ oder aber auch allgemeine Ratschläge, die eine Selbstausbeutung verhindern.
_
Der Text schließt mit einem interessanten Ausblick darauf, was sich gesamtgesellschaftlich ändern müsste, um eine dauerhafte Verbesserung der gegenwärtigen Arbeitswelt zu erreichen. In einem letzten Serviceteil werden schließlich 20 Fragen gestellt und deren offizielle Antworten aus dem Arbeitsrecht in einer übersichtlichen Tabelle präsentiert. Hierzu gehören u.a. die folgenden Beispiele:
_
> Kann die Firma Überstunden anordnen?
> Habe ich ein Recht auf Pausen?
> Kann ich zu Sonntagsarbeit verdonnert werden?
> Kann der Chef mich aus dem Urlaub zurückbeordern?
_

Fazit: Ein ebenso graphisch wie textuell ansprechend gestalteter Ratgeberband, der durch eine flüssige und zugleich informative Schreibweise besticht. Sehr zu empfehlen! 

5 Sterne! 

Weitere Informationen bei Mosaik! 

Montag, 14. Oktober 2013

Der Engel kam barfuß - James Stuart Bell


Ich bin immer noch gerührt und bewegt, dass jemand wie ich so etwas Wunderbares erlebt hat. Und die Gewissheit, dass Gott mich immer beschützen wird, so wie er mich an jenem Abend beschützt hat, macht mich sehr froh.“
_
Wenn die überirdische Sphäre Gottes in die irdische Welt des Menschen hereinbricht, hat dies eine Reihe unterschiedlichster Reaktionen zur Folge. Allen gemein ist neben der typisch menschlichen Verhaltensweise der Furcht und des Schreckens, die schon innerhalb der Heiligen Schrift als charakteristisch genannt werden, Staunen und tiefe Verwunderung. Denn es erscheint wortwörtlich als viel zu gut, um wahr zu sein, selbst Zeuge göttlichen Wirkens zu werden.
_
Der vorliegende Band präsentiert seinen Lesern eine Zusammenstellung eben dieser Geschichten. Bei den 40 kurzen Kapiteln handelt es sich um authentische Erfahrungsberichte, die von den jeweiligen Personen selbst wiedergegeben werden. Sie berichten von erstaunlichen Begegnungen mit Engeln, die schützend über uns Menschen wachen; von Auseinandersetzungen mit den existenziellen Fragen des Daseins sowie außergewöhnlichen Bekehrungserfahrungen und auf den ersten Blick furchterregenden Begebenheiten. Was letztlich zurückbleibt ist neben Hoffnung, Mut und Zuversicht vielfach die Gewissheit, von der Liebe Gottes vollkommen angenommen zu sein und in Situationen der Not und des Leidens Beistand zu erfahren. Im Sinne gelebter Zeugenschaft geht es letztlich sicher auch darum, andere für den Glauben zu gewinnen und ihnen Mut zuzusprechen, offen zu werden für all jene Ereignisse zwischen Himmel und Erde, die sich rein verstandesmäßig nicht fassen lassen.
_
Fazit: Menschen, die bereits ähnliche Erfahrungen machen durften, finden in den Geschichten Gleichgesinnter sicherlich Bestärkung. Für alle anderen können sie als Bestätigung der Wirkmächtigkeit Gottes dienen und zu einem gestärkten Glauben und einem tieferen Vertrauen beitragen. 

4 Sterne! 

Weitere Informationen bei SCM Hänssler!

Unwörterbuch Behördisch - Barbara Kreißl

Für alle, die Behördenbriefe übersetzen oder sich schlicht amüsieren wollen.“
_
Merkwürdig anmutende Abkürzungen, wie etwa M.d.W.d.G.b. oder RkReÜAÜG und bizarr klingende Begriffe, zu denen Gitterzulage, Verböserung, Vibrationskonto, unständig Beschäftigte oder die Zebragesellschaft zählen ... all das ist Teil einer seltsamen Sondersprache, dem Behördisch: von Beamten täglich genutzt, für alle anderen nicht selten Anlass der Verwirrung. Denn neben den Eingeweihten sind nur die Wenigsten in der Lage, solche Ausdrücke zu verstehen.
_
Das Dechiffrieren des beamtisch-behördischen Fachjargons ist in Zukunft kein Problem mehr, denn Langenscheidt bietet nun einen Ratgeber, der dem Rätselraten ein definitives Ende setzt. Mit einer Prise Humor präsentierten sich die einzelnen Worterläuterungen, die kurz und bündig zu verstehen geben, was durch den jeweiligen Begriff gemeint ist. Für Abwechslung sorgen zahlreiche kreativ-komische Illustrationen, die einzelne Erklärungen neben dem Text bildhaft verdeutlichen.
_

Dank des besonders kleinen Formats wird das Unwörterbuch allein schon optisch zu einer Besonderheit. Bequem passt es in jede Hosentasche, eignet sich wunderbar als erheiternde Lektüre für unterwegs oder aber auch als ideales Geschenk und Mitbringsel für den ein oder anderen Beamtisch sprechenden Bekannten. Gerade alle Beamten dürfen sich auf eine herrlich unterhaltsame und humorvolle Lektüre freuen. Schließlich wird der kleine Band bei jedem Leser für amüsanten Lesestoff sorgen.

5 Sterne! 

Weitere Infos bei Langenscheidt. 

Dienstag, 8. Oktober 2013

Lass los und werde glücklich - Dörthe Huth

„Jedes leidige Loslassen ist auch ein neuer Anlauf ins Glück.“
_
Die Fähigkeit loszulassen ist im Leben eines jeden von uns – und das leider viel zu häufig – überaus gefragt. Seien es Beziehungen, die nicht guttun; Ängste um Krankheiten, Niederlagen und persönliche Enttäuschungen. Probleme, die jede Lebensfreude rauben, gibt es zuhauf.
_
Dörthe Huth, die u.a. als psychologische Beraterin und Supervisorin tätig ist, gibt in diesem zauberhaften Tischaufsteller zahlreiche inspirierende Denkanstöße, die Mut machen, sich auch nach schweren Schicksalsschlägen von Neuem auf das Leben einlassen. Die Impulse sind in 10 Themenbereiche auf 52 Wochen verteilt.
_
Ziel ist es, sich jeden Tag von Neuem regelrecht auf ein “Wohlfühlen“ zu programmieren und aus der Quelle neu gewonnener Lebensfreude auch für die Zukunft zehren. Um dieses Ziel zu erreichen, ist jede Woche einem bestimmten Schwerpunkt gewidmet, wie etwa der Bereitschaft zu innerer Veränderung und dem Willen, sich mit der eigenen Persönlichkeit auseinanderzusetzen. In kleinen Schritten und mit wenig Text (je eine Seite) leitet die Autorin ihre Leser behutsam durch die Reise zu mehr Gelassenheit. Zusätzlich zu dem thematischen Schwerpunkt werden dem Leser Woche für Woche qualitativ hochwertige Farbfotografien geboten, die zum Träumen einladen sowie Mut und Zuversicht aussprechen.
_
Zahlreiche Übungen tragen dazu bei, das wichtige Loslassen einzuüben. Wie schon die Liste der inneren Begleit-Tools auf dem Weg zum Glück, zu denen die Autorin Rituale, Visualisierungen, Selbstreflexion und Tests, Symbole, Begleitkärtchen, Briefe und Postkarten zählt, werden hier verschiedene Möglichkeiten geboten, von denen der Leser die ihm am sinnvollsten erscheinende auswählen kann.
_
Insgesamt geht es um die Bereitschaft für Veränderungen, eine Anleitung zur Stärkung des Selbstvertrauens, um Dankbarkeit und die Kraft, sich selbst neuen Mut zuzusprechen, auf eigene Wünsche und Bedürfnisse zu achten, Vergangenes ruhen zu lassen, sich von Altlasten zu befreien, die Leichtigkeit des Augenblicks zu genießen und Glücksmomente auch im Alltag aufzuspüren.
_

Fazit: Der perfekte Jahresplan zu mehr Zufriedenheit und einem gelasseneren Dasein. Gerade die kleinen Häppchen, die dem Leser Woche für Woche präsentiert werden, vereinfachen das Vorhaben, sich selbst in der Fähigkeit des Loslassens zu erproben. Auf dem Schreibtisch sorgen gerade die traumhaft anmutenden Bilder für kurze Ruhephasen und entzückende Ablenkungen. Ein wertvoller Ratgeber in Spiralbindung, der gerade zu Beginn eines neuen Jahres dazu einlädt, als kreativer Kalender lieben Menschen geschenkt zu werden. 

5 Sterne! 

Weitere Infos bei Südwest! 

DVD - Rezension: Der Flügelschlag Gottes - Alexa Kriele

Der Glaube an Engel gehört für viele Menschen zu einem festen Bestandteil ihres Lebens. Und auch bei all denjenigen, die nicht konkret an mächtige Boten Gottes glauben, ist die Hoffnung auf eine überirdisch – transzendentale Macht tief verwurzelt.
_
Gerade die Sehnsucht nach Engeln als schützenden Begleitern der Menschen scheint sich im Gespräch mit Alexa Kriele zu bestätigen. Nach ihrem Studium der Philosophie und Psychologie sowie verschiedenen journalistischen Tätigkeiten, spürte sie im Alter von 33 Jahren, wie sich ihr die Welt der Engel auftat. Sie selbst erfuhr in einem der Kirche kaum nahestehenden Elternhaus nur einen minimalen Anteil religiöser Sozialisation. Umso überraschender empfand sie den plötzlichen Kontakt zu den höheren Wesen.
_
Die DVD bietet vielfältige biographische Hintergrundinformationen zu Alexa Kriele und lässt den Zuschauer an einer Interaktion zwischen Engel- und Menschenwelt teilhaben. Während Kriele in inneren Kontakt zum Engel Elion tritt, werden ihr nach dem Vorbild eines Interviews verschiedene Fragen gestellt, die Himmel und Hölle, das Wesen der Engel, die Frage nach Sterben, Tod, Auferstehung und Wiedergeburt oder aber auch das Leben und Wirken Jesu betreffen. Die Kapitel sind dabei wie folgt eingeteilt:
_
> Vorgespräch Engelstunde
> Kennenlernen Engel Elion
> Erste Engelstunde
> Jenseits
> Diesseits
> Zivilisation
> Leben
> Bildung
> Kunst
> Schöpfer und Schöpfung
> Letzte Gedanken
_
Mit einer Laufzeit von 133 Minuten und Bonusmaterial im Umfang von weiteren 15 Minuten (Thema Kosmologie) erhalten die Zuschauer einen umfassenden Einblick in die transzendentale Sphäre.
_
Bei einem näheren Blick entpuppt sich das von Kriele verbreitete Wissen als ein ebenso interaktiv vermittelter wie kreativ umgesetzter Zugang zum Christentum. Denn schon in der Apokalyptik des Alten Testaments, wie etwa dem Buch Daniel oder auch zahlreichen Stellen des Neuen Testaments finden sich klare Angaben zu Wesen, Herkunft und Wirken der Engel. Im Kern handelt es sich hierbei also um biblisches Wissen.
_
Darüber hinaus versucht Kriele ein Plädoyer auszusprechen, Umwelt, Mitmenschen und das eigene Leben bewusster wahrzunehmen. Im Kapitel über Kunst beispielsweise stellt sie diese Form der Kreativität als einen vielfältigen Erkenntnisweg vor: Kunst als Mittel zur Selbsterkenntnis, zur Welterkenntnis und Gotteserkenntnis.
_
Fazit: In einer Gesellschaft, deren christliche Sozialisation in zunehmendem Maße abnimmt und wesentliches Wissen, wie etwa jenes um die Engel, verloren geht, ist ein solcher Versuch eben dieses Wissen neu zugänglich zu machen, von unschätzbarem Wert. Für viele Menschen offenbart sich dadurch möglicherweise eine neue Sinndimension ihres Lebens. Dennoch muss schließlich darauf hingewiesen werden, dass es sich hierbei um keine letztgültigen Antworten auf existenziellen Fragen des Menschen handelt, sondern vielmehr um eine Verbindung von christlichem Wissen mit einer ganz persönlichen Spiritualität. Kriele läd dazu an, an eben dieser ihrer Spiritualität teilzuhaben. 

4 Sterne! 

Weitere Informationen zur DVD inklusive Trailer bei HorizonWorld.

Montag, 7. Oktober 2013

Meine Trauer wird dich finden - Roland Kachler

Trauern als Beziehungsarbeit, basierend auf Sehnsucht und Liebe


„Was bleibt, ist die Liebe. Da ist ein Land der Lebenden und ein Land der Toten, und die Brücke zwischen ihnen ist die Liebe – das einzige Bleibende, der einzige Sinn.“
_
Diese Worte Thornton Wilders beschreiben in treffender Weise den neuartigen Ansatz innerhalb der Trauerarbeit, den Roland Kachler, Psychotherapeut und durch den Verlust seines 16-jährigen Sohnes selbst Trauernder, vorschlägt. Denn der schmerzliche Verlust eines geliebten Menschen angesichts der Endgültigkeit des Grabes kann häufig nicht nur durch bloßes Abschiednehmen oder Loslassen überwunden werden. Die Sehnsucht nach dem Verstorbenen bleibt. Wie aber können Hinterbliebene die durch den Tod eingetretene, radikale Veränderung ihres bisherigen Lebens verarbeiten, ohne daran zu zerbrechen?
_
Kachler zeigt seinen Lesern einen Weg auf, die bleibende Sehnsucht und verbindende Liebe zu nutzen, um in eine neue, ganz andere Beziehung zu dem Verstorbenen zu treten. Trauern bedeutet demnach wesentlich Beziehungsarbeit.
Aus der inneren Verbindung zur geliebten Person kann auch über den Tod hinaus Trost erfahren, der Verlust überwunden werden. Neben theoretischen Erkenntnissen, zu denen etwa die typischen Phasen der Trauer gehören, präsentiert der Autor in angenehm lesbaren, kurzen Kapiteln eine regelrechte Spiritualität der Trauer.
Das Grab fungiert als Ort der Begegnungserfahrung, Erinnerungen werden zur kreativen Fähigkeit, dem geliebten Menschen nahe zu sein und auch die Natur kann letztlich als Brücke dienen, vergangene Ereignisse wieder lebendig werden zu lassen.
_
Eine Vielzahl konkreter Imaginationsübungen verfolgt das Ziel, die mit dem Tod verbundenen Emotionen bewusst zuzulassen, zu verarbeiten oder zum Trost positiv einzusetzen. Erkenntnisse aus der systemischen Familienberatung oder der Traumatherapie, wie z.B. die Suche nach einem sicheren Ort, werden nun auf den Bereich der Trauerarbeit übertragen. Dabei sind die einzelnen Übungen so gestaltet, dass sie sich bequem und ohne größere Vorbereitung durchführen lassen. Zentrale Informationen sind am Ende eines jeden Kapitels zusammengefasst und vom übrigen Text graphisch hervorgehoben. Zudem nimmt der Autor ebenso praktische Themen wie Grabpflege, Erinnerungsrituale oder Gedanktage in den Blick und liefert auch hierzu wertvolle Hinweise.
_

Fazit: Nach dem Verlust eines geliebten Menschen ist dieser Ratgeber überaus hilfreich und tröstlich. Er verhilft dazu, im Genießen des eigenen Lebens, im Lachen, in Freude und Glück den Verstorbenen in dankbarer Erinnerung weiterleben zu lassen. 

5 Sterne! 

Weitere Informationen inklusive Leseprobe bei Kreuz! 

Sonntag, 6. Oktober 2013

Außergewöhnlich Normal - Anne Heintze

„Es wäre schön, wenn immer mehr bunte Zebras stolz und aufrecht durch ihr buntes Leben gehen könnten. […] wenn immer mehr Menschen den Wert anerkennen, den die bunten Zebras für uns alle in vielen Bereichen des Zusammenlebens und der Zusammenarbeit haben.“
_
Auf höchst einfühlsame und dennoch überaus informative Weise beschäftigt sich Anne Heintze, die als Therapeutin, Coach und Gründerin der OpenMind Akademie mittlerweile als Expertin auf dem Gebiet der Hochbegabung gilt, mit den verschiedenen Erscheinungsformen des Phänomens. Sie präsentiert die unterschiedlichsten Arten der Hochbegabung und stellt deren Eigenschaften in übersichtlichen Merkmallisten zusammen, sodass ohne Probleme ein Selbsttest durchgeführt werden kann, der entscheidet, ob und in welcher Ausprägung außergewöhnliche Fähigkeiten vorliegen. Wichtig ist hierbei die Differenzierung zwischen hochsensibel und hochsensitiv. Basierend auf wissenschaftlich fundiertem Hintergrundwissen erhalten die Leser eine sowohl übersichtliche als auch leicht zugängliche Zusammenstellung dieses bunt gefächerten Themas.
_
Die Autorin spricht in deutlichen Worten ein Plädoyer, das Mut macht, die außergewöhnliche Begabung anzunehmen, im besten Fall zu optimieren und die jeweiligen Potenziale auch im Alltag zu nutzen. Hierzu liefern Interviewausschnitte mit Hochbegabten einen wertvollen Beitrag. Überaus hilfreich ist ebenso die Reflexion über Möglichkeiten gesteigerter Lebensfreude mithilfe der Resilienz. Wesentliche Textpassagen sind alltagsrelevanten Themen gewidmet, zu denen etwa Partnerschaft, Berufsleben oder aber auch die individuelle Spiritualität gehören. Darüber hinaus werden Auswirkungen einer Hochbegabung auf Körper und Geist in den Blick genommen, weibliche und männliche Besonderheiten sowie potenzielle Schwierigkeiten, wie beispielsweise Stress und Burn-out, Mobbing oder Bossing. Zentrale Informationen werden zu verschiedenen Sonderphänomenen geboten, wie etwa der Gefühlsblindheit. Es handelt sich um einen Ratgeber, der alle Bereiche der Hochbegabung präzise vorstellt.
_
Fazit: Schon am Titel wird ersichtlich, dass die Autorin dem Thema mit einer gewissen Prise Humor begegnet. Und es ist gerade diese Form der Gelassenheit, die sie Hochbegabten ans Herz zu legen sucht. Es geht darum, mutig neue Schritte zu wagen und insbesondere Vorteile sowie Potenziale der eignen Fähigkeiten zu entdecken. Geboten werden gewinnbringende Wege zur gelösten Annahme der außergewöhnlichen Anlagen. Überaus empfehlenswert!

5 Sterne! 

Weitere Infos bei Ariston!


Dienstag, 1. Oktober 2013

Er steht auf dich! - Dr.Stefan Woinoff

„Das, was Sie sind und was Sie ausmacht, ist einzigartig! Das gibt’s nur einmal. Das hat nur eine. Nur Sie!“
_
Endlich ist ein Partnerschafts- und Dating-Ratgeber erschienen, der Frauen auf der Suche nach dem Richtigen, die ohnehin unter Selbstzweifel und Minderwertigkeitsgefühlen zu leiden haben, nicht umerziehen möchte. Es geht nicht darum, die verbale Schlagfertigkeit zu trainieren, sich spezielle Dating-Strategien anzueignen oder sein äußeres Erscheinungsbild mithilfe einer künstlichen Hülle neu zu definieren …
Das genaue Gegenteil ist der Fall!
Hier wird das Ziel verfolgt, sich selbst besser kennenzulernen, sich seiner Stärken und Schwächen bewusst zu werden, um sich so einem konkreten Frauentyp zuordnen zu können. Genannt werden die folgenden:
_
> Die distanzierte Frau
> Die nähe suchende Frau
> Die ordnend-kontrollierte Frau
> Die Grenzen sprengende Frau
_
Jeder Frauentyp enthält seinem Profil entsprechend zugeschnittene Ratschläge, die konkret positive und eher problematische Persönlichkeitsmerkmale benennen und auch auf besondere Fallstricke hinweisen, wie etwa die Gefahr, den Partner zu idealisieren oder sich in einer Beziehung selbst zu verlieren. Ein im Buch enthaltener Persönlichkeitstest stellt dabei sicher, dass sich jede der richtigen Kategorie zuordnen kann. Darüber hinaus erhalten die Leser konkrete Tipps für „Kopf und Herz“, die direkt in alltäglichen Situationen angewandt werden können. Interessant sind zudem die Einblicke, die der Autor bzgl. der unterschiedlichsten Männertypen bietet.
_

Fazit: Ein hochinteressanter und angenehm lesbarer Band, der sich auf psychotherapeutischer Ebene den Bereichen Beziehung und Partnerschaft widmet, basierend auf einem ebenso logischen wie erfolgversprechendem Konzept. Sehr zu empfehlen!

5 Sterne!

Weitere Infos bei Mosaik!