Mittwoch, 19. Juni 2013

Ich will ja loslassen ... - Ina Rudolph

 „Ich lenke meine Aufmerksamkeit auf das, was ich tun möchte und dann tu ich es.“
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Was auf den ersten Blick so einfach scheint, entpuppt sich in der Realität oft als unüberwindbare Hüde: Die uneingeschränkte Konzentration auf eigene Pläne und Ziele, kurzum auf sich selbst. Vieles versperrt den Weg, die Aufmerksamkeit auf das wirklich Wichtige im Leben zu lenken und das größte Hindernis sind oft die eigenen Gedanken: Negative Zuschreibungen, Zweifel und Ängste, die sukzessive ihr destrukives Potenzial entfalten.
Sie sind nicht selten der Garant dafür, dass wir uns selbst im Weg stehen. Sie versauen komplette Tage. Und sie sorgen dafür, dass wir uns oft gar nicht mehr mögen.
Doch wie wird man sie los, diese ärgrlichen Gedanken? Wie lassen sich die Stimmen im Kopf abschalten, die sich ständig um die gleichen Probleme drehen? Ist es überhaupt möglich, loszulassen und sich den schöneren Dingen des Lebens zuzuwenden?
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Neben vielen eigenen Erfahrungen mit sowohl positiven als auch negativen Gedanken geht es in diesem Buch in erster Linie um das „The Work“-Konzept Byron Katies. Es handelt sich dabei um eine Methode, negative Gefühlszuschreibungen effektiv zu verhindern, indem sie durch eine aktive Auseinandersetzung einfach ausgeschaltet – zum Schweigen gebracht werden. Je gekonnter die Anwendung dieser Methode, desto eher lässt sich die zerstörerische Kraft eigener Gedanken stoppen. Ina Rudolph, die eine Ausbildung in diesem Bereich gemacht hat und nun selbst Seminare leitet, bietet eine ideale Einführung in Wirkungsweise und Anwendung dieses Prinzips.
Viele Ängste resultieren aus Gedankenspielen, die sich die Zukunft als eine Art “Worst-Case – Szenario“ ausmalen. Die gegenwärtige Situation wird verlassen, manchmal sogar die Realität, denn viele dieser Befürchtungen sind maßlos übertrieben und werden so vermutlich nicht eintreten. Viel wichtiger ist, sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Als hilfreich erweit sich darüber hinaus die kurze reflexive Frage „Ist das wirklich wahr?“
Bezogen auf alltägliche Situationen erlebt der Leser während der Lektüre, wie die persönliche Ausrichtung auf dieses Konzept der Selbsterkenntnis aussehen kann.
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Fazit: Einfach loslassen getreu der Shakespeare'schen Weisheit: „Nichts ist von sich aus gut oder böse. Das Denken macht es erst dazu.“ Das Buch dient als Stütze, um diesen Veränderungsprozess zu initiieren und aktiv zu praktizieren.  

5 Sterne! 

Weitere Infos bei Arkana!

Dienstag, 18. Juni 2013

Sternenseelen - Kerstin Pflieger

"... ich fürchte um mein Leben und das, was aus mir werden könnte."
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Neuer Ort – neue Schule – neues Leben!?
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Wenigstens Lillys Mutter scheint größeres Glück mit den Männern zu haben – aktuell zumindest. Denn während ihr eigener Freund gerade die gemeinsame Beziehung beendete, intensiviert sich die ihrer Mutter. Sie möchte umziehen, ein radikaler Entschluss. Und so tauschen die beiden die Großstadt gegen ein provinzialisches Örtchen. Lilly kann die Langeweile schon förmlich riechen.
Doch zum Glück gibt es Samuel, ihren neuen Stiefbruder, der ihr von Anfang an sympathisch ist. In der neuen Schule trifft Lilly auf den geheimnisvollen Raphael, der sein Wesen völlig ändert, sobald es Nacht wird. Unsere Protagonistin fühlt sich auf unerklärliche Weise magisch zu ihm hingezogen. Es scheint, als würde sich alles zum Positiven wenden. Eine neue Umgebung, eine neue Familie, neue Freunde …
Doch dann wird Samuel in einen Autounfall verwickelt - alles ändert sich. Rätselhafte Dinge geschehen und Lilly lüftet ein tief gehütetes Geheimnis.
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Was für Fantasyfreunde und Kenner des Genres schon beim Inhalt alt bekannt – ja fast schon klassisch klingt, ist es auch. Es ist das typische Setting, das sich dem Leser von Beginn an präsentiert und das leider wenig neu ausgebaut wird. Gefühle scheinen vorhersehbar, teilweise der ganze Handlungsablauf. Den Figuren, so sympathisch sie beschrieben sind, mangelt es an Tiefe. Sie bleiben so, wie sie auf der Oberfläche erscheinen und erfüllen ihre Rollen: Das junge, naive Mädchen in der Außenseiterrolle, der mysteriöse gutaussehende Fremde, …
Der Schreibstil ist für einen Jugend-/Fantasyroman meines Erachtens nach zu gehoben, sodass kaum ein Lesefluss entsteht. Auch hier bewegt man sich als Rezipient zu sehr an der Oberfläche – taucht nicht richtig in die Handlung ein.
Möglicherweise resultiert dieses Empfinden aus der Tatsache, selbst schon eine Vielzahl vergleichbarer Lektüren gelesen zu haben. Vielleicht eignet sich die Geschichte für „Einsteiger“ ins Fantasygenre. Wirklichen Fans bietet der Text sicher nichts Neues.
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Fazit: Die Hoffnung auf Teil 2 bleibt bestehen.  

3 Sterne! - Weitere Infos bei Goldmann.