Dienstag, 27. August 2013

Liebe macht Anders - Karen-Susan Fessel

„Eine ganz besonders schräge Stimmung liegt an diesem Donnerstag in der Luft, das spürt Pascal sofort, als er das Klassenzimmer betritt. Irgendwas ist los, und zwar nicht nur an einer Front, sondern an mehreren. […]“
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Spannende Szenen, ungewöhnliche Perspektivenwechsel und eine Vielzahl ungelöster Geheimnisse, die darauf warten, enträtselt zu werden. Absolut fesselnd von Anfang an.
Was für die Handlung insgesamt gilt, lässt sich eins zu eins auf Anders, den Protagonisten des Stücks, übertragen. Der Name ist dabei Programm. Anders entspricht keinesfalls dem typischen Bild eines Jugendlichen: eher ruhig statt schrill, geheimnisvoll in sich gekehrt statt inszenatorisch agierend als Draufgänger, undurchschaubar – ja geradezu mysteriös. 

Für Sanne, Robert, Pascal und Justin ändert sich alles an dem Tag, als Anders die Schule betritt. Und der erste Eindruck des Neuen scheint sich wenig später zu bestätigen, denn Anders ist in Sozialen Netzwerken tatsächlich nicht auffindbar. Weder via Facebook noch Twitter oder SchülerVZ finden sich Informationen zu seiner Person. Dabei möchte gerade Robert nichts lieber, als Anders' Vergangenheit aufklären. Spätestens als sich zwischen ihm und Sanne, seiner Ex, etwas anzubahnen scheint und er Roberts unangefochtene Position als beliebter Sunnyboy gefährdet, hört der Spaß für ihn auf. Was Robert jedoch nicht ahnt: Je mehr Informationen er über Anders herausfindet, desto gefährlicher wird die Situation …
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Von Beginn an schafft es Karen-Susan Fessel ihre Leser in den Bann zu ziehen. Die ungewöhnliche Kombination von Erzählerkommentar und verschiedenen Ansichten einzelner Figuren sorgt zusammen mit der locker – leichten und dennoch angemessenen Wortwahl für ein überaus lohnenswertes Leseerlebnis und das nicht nur für Jugendliche!
Dynamische Szenenwechsel, sympathisch – realistisch gezeichnete Figuren und eine Geschichte voller Geheimnisse machen den Reiz dieses Buches aus. Thematisiert werden dabei all jene Bereiche, die für das Erwachsenwerden eine bedeutende Rolle spielen: Freundschaft, Mobbing, Individualität, Körperlichkeit und das doch sehr bekannte Gefühl, sich manchmal einfach “anders“ zu fühlen.
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Fazit: Wenn ein Buch, kaum aufgeschlagen, plötzlich unbemerkt zu Ende gelesen ist, erübrigt sich jede kreative Lektüreempfehlung! 

5 Sterne! 

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