Sonntag, 5. Mai 2013

Bevor ich gehe - Susan Spencer-Wendel



 „Ich glaube nicht, dass mein Tod das Leben meiner Familie ruinieren wird. Doch mir ist klar, dass die Art meines Sterbens ihre Fähigkeit beeinträchtigen könnte, unbeschwert zu leben. Voller Freude zu leben ...“
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Von Angesicht zu Angesicht mit dem Tod – in dieser schwierigen Situation fasst Susan Spencer-Wendel einen einzigartigen Entschluss. Statt in Selbstmitleid oder Verzweiflung zu verfallen, blickt sie realistisch nach vorne und verfolgt dabei nur noch ein Ziel: positive Eindrücke sammeln, um selbst welche zu hinterlassen. Denn für ihre Familie möchte sie auch für die Zeit nach dem eigenen Tod nur das Beste. Und damit auch ihr Ehemann und die drei gemeinsamen Kinder nicht in der Trauer um die Mutter untergehen, beginnt sie einen radikalen Wandlungsprozess.
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Als die dreifache Mutter mit 44 Jahren erfährt, an ALS zu leiden, einer Krankheit, die zu massiven Schädigungen der Nervenzellen und nach Lähmungserscheinungen der Gliedmaßen, der Schluck- und Atemmuskulatur unweigerlich zum Tode führt, sitzt der Schock tief. Doch relativ schnell nimmt Susan ihr Schicksal an. Sie lässt unliebsame Verpflichtungen fallen, reagiert in Alltagssituationen weniger genervt und gehetzt, sieht das Leben aus einem anderen Blickwinkel. Mit ihrem Ehemann wiederholt sie die ersten Jahre ihrer Ehe, indem die beiden gemeinsam nach Budapest reisen, wo sie die erste Zeit ihrer Beziehung verbrachten. Neben einem Aufenthalt in Ungarn oder auf Zypern besucht sie mit ihrer 14-jährigen Tochter den Big Apple. Die unvergesslichen Tage in New York werden von damit abgerundet, dass sie zusammen mit ihrer Tochter exklusive Brautkleider anprobiert, eine Erfahrung, die sie sonst nicht erlebt hätte.
Während dieser Reisen führt sie aufrichtige Gespräche mit ihren Liebsten und gewinnt neue Einsichten in das Leben. Obwohl ihr Körper stetig schwächer wird, gelingt es ihr mental, ihre Ziele durchzusetzen und bis zuletzt nicht aufzugeben.
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Ein ebenso emotional intensiver wie radikal realistischer Erinnerungsband einer mutigen Ehefrau und Mutter. Bei der Lektüre erfährt der Leser nicht nur mutige Taten und tieftraurige Einsichten Susan Spencer-Wendels. Auf einzigartige Weise wird man vielmehr selbst darauf hingewiesen, dass das eigene Leben nicht unendlich andauert und dass man gerade deshalb wirklich jeden Tag so gut es geht auskosten sollte!
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Fazit: „Weine nicht, weil es vorbei ist. Lächle, weil es passiert ist.“
(Theodor Seuss Geibel)

5 Sterne! 

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