Freitag, 29. März 2013

Wahrheit oder Pflicht? - AnonyMums


Ausbruch aus dem Roboterdasein 

 „Mama A: 34 Jahre alt: 163 Zentimeter – schrumpfend, Gewicht: 59 Kilo – steigend, hat zwei Kinder (zwei und fünf Jahre alt), fühlt sich wie ein Zombie, nur noch dazu verurteilt, die Bedürfnisse ihrer Kinder zu erfüllen.“
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Eins steht fest: Ist das Kind erst mal da, verändert sich nicht nur der Alltag, sondern mit ihm auch das jeweilige Selbstkonzept. Denn der Nachwuchs bedeutet einen deutlichen Einschnitt, eine radikale Veränderung bisheriger Gewohnheiten. Während vorher noch eine problemlose Zuordnung zu bestimmten Mustern möglich war, etwa die erfolgreiche Karrierefrau, das flippe Partygirl oder die verantwortungsvolle Kollegin, ist man plötzlich nur noch eins: Mutter!
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Und diese schillernde Selbstzuschreibung führt im schlimmsten Fall zum totalen Identitätsverlust. Schwankend zwischen den vielfältigen Anforderungen innerhalb der modernen Familie (die fürsorgliche Mutter, die fleißige Hausfrau und die betörende Geliebte) kommt es nicht selten zu der ein oder anderen Sinnkrise.
Eine Erfahrung, die die drei AnonyMums teilen. „Wo bin ich selbst geblieben?“, lautet die Frage, die sich zwischen Spielzeug, Herd und Job immer deutlicher aufdrängt. Sie alle könnten sich glücklich schätzen, jede von ihnen lebt ein intaktes Familienleben in geordneten Bahnen. Doch irgendetwas fehlt. Weil jeder Tag nach den gleichen Routinen verläuft, sehnen sie sich nach Abwechslung und Energie, kurzum: neuer Würze im Leben!
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Aus dieser Situation heraus fasst eine der Mütter den mutigen Entschluss, gleichgesinnte Leidensgenossinnen zu finden und ein altes Ritual aus der längst vergangenen Zeiten wieder aufleben zu lassen: Das berühmt berüchtigte Wahrheit oder Pflicht-Spiel. Was zunächst wie ein schlechter Witz erscheint, entpuppt sich als die ideale Lösung für all ihre Probleme. Denn nach kurzer Zeit stellt sich tatsächlich eine Veränderung ein. Allen Müttern scheint es besser zu gehen, sie erleben Außergewöhnliches, ermutigen sich gegenseitig zu aberwitzigen Mutproben und haben wieder richtig Spaß am Leben.
Die Leser begleiten Mama A, Mama B und Mama C während der dreimonatigen Wahrheit oder Pflicht Zeit. In authentischer Schilderung aus der jeweiligen Perspektive fällt es leicht, sich in die sympathischen Charaktere hineinzuversetzen und voll und ganz mitzufühlen. Auszüge aus der gemeinsamen E-Mail-Kommunikation liefern nicht selten Anlass zum herzhaften Lachen. Dabei bieten sowohl die Wahrheits- als auch die Pflichtaufgaben allerlei Grund zum Staunen. Am Ende steht ein offenes, ehrliches Feedback der drei Mütter.
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Fazit: Eine Lektüre, die nicht nur Spaß macht, sondern den Blick weitet für das, was wirklich wichtig ist im Leben. Um in der Rolle als „Hausfrau und Mutter“ angesichts der Erfordernisse des Alltags nicht zu versinken, braucht es manchmal nur eins: die aufrichtige Freundschaft sympathischer Leidensgenossinnen als Fels in der Brandung.  

5 Sterne! 

Weitere Infos bei Südwest!

1 Kommentar:

  1. Das klingt nach einem amüsanten Buch! Vielleicht ein gutes GEschenk für frischgebackene Mütter...

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