Donnerstag, 21. Februar 2013

Angst - Dirk Kurbjuweit


„Man muss Geschichte einteilen, sonst verliert man den Überblick.“
_
Diese fast schon philosophisch anmutenden Worte lässt Dirk Kurbjuweit den Protagonisten der Geschichte sprechen, Randolph Tiefenthaler, dessen Leben völlig aus dem Nichts von Grund auf erschüttert wird. Während er sich sowohl beruflich als auch privat durchaus erfolgreich etablieren konnte und ein leben voller Zufriedenheit führt, taucht sie auf: Die Angst. Ein ominöses Gefühl, das ihn im Kern seiner Selbst tief erschüttert und ihm all das zu stehlen vermag, was ihn ausmacht: Seine Familie, sein Glück, sein Leben.
_
In dynamischen Szenenwechseln und detailliert beschriebenen Emotionen fällt es dem Leser leicht, in die Geschichte einzusteigen und die Handlung mitzuverfolgen. Aus der Sicht des Protagonisten selbst beschrieben, gelingt es, dessen Ängste nachzuempfinden und ebenso Fassungslosigkeit und Wut angesichts der rücksichtslosen Intrigen eines sonderbaren Fremden aufzubauen. Rückblenden machen den Text interessanter und lassen viel über Randolphs Persönlichkeit erfahren. Wie geht er mit der bedrohlichen Situation um? Wird er sich gegen die Beschuldigungen zur Wehr setzen können? Und kann am Ende die Gerechtigkeit siegen?
_
Fazit: Normalität und Alltag, so lautet der Rahmen, aus dem sich massive Bedrohung und Angst entwickeln. Es sind keine überbordenden Phantasmen, die diese Angst entstehen lassen, sondern das Gewöhnliche, das Bekannte. Gerade deswegen entfaltet dieser Text sein zutiefst erschütterndes Potenzial. Sehr zu empfehlen!

5 Sterne! 

Nähere Infos sowie Leseprobe bei Rowohlt!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen