Freitag, 30. November 2012

Fröhliches Adventsgewinnspielen

Meine lieben Leser, Fans, Follower und zufällig Gestrandete, 

pünktlich zu Beginn des Advents findet ihr hier eine Zusammenstellung empfehlenswerter Adventskalender, die das Herz eines jeden Bücherfans höher schlagen lassen. 

Hinter den Türchen verbergen sich viele interessante (Buch-)Gewinne und es gibt viel zu entdecken. 

Ich wünsche Euch allen einen guten Start in eine besinnliche, zauberhafte und wunderbare Adventszeit! 

Und natürlich eine erfolgreiche Weihnachtsglücksfee! 

Zauberhafte Grüße, 
Sophia! 

Bildquelle: Ann Price Photography 


Aktuelle Adventskalender - Eine Auswahl: 

Piper

Heyne

Thienemann

NaA

Angelika Lauriel

Inka Loreen Minden

Die Rezensentin 

Bastei Lübbe 

Buecher.de

Büchertreff 

Arena

GU

Was soll ich lesen.de

Dtv

Dtv-Das junge Buch

Mayersche

Reclam


Die Liste kann gerne erweitert werden.
Kleiner Hinweis: Viele Gewinnspiele finden darüber hinaus direkt auf den Verlagsseiten via Facebook statt.


Montag, 26. November 2012

Das neue Anti-Krebs Programm - Dr. med. Ulrich Strunz


Jeder zweite Mann und 43 Prozent aller Frauen müssen damit rechnen, im Laufe des Lebens an Krebs zu erkranken.“
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Obwohl bei nur 15% aller Krebspatienten eine genetische Vorbelastung besteht, wird die brutale Diagnose immer öfter gestellt. Krebs, so scheint es, entwickelt sich immer mehr zu einer Art Volkskrankheit, die nicht selten in der körperlichen wie auch seelischen Kapitulation mündet.
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Der in der präventiven Medizin publizierende Internist und Gastroenterologe Dr. Ulrich Strunz stellt in diesem Band ein umfassendes Konzept vor, mit dessen Hilfe sich die gefährlichen Tumor-Gene ausschalten lassen. Die wichtigste Erkenntnis ist, dass unsere Lebensweise und die jeweiligen äußeren Einflüsse die Wirkung unserer Gene maßgeblich beeinflussen. Demnach gilt es, äußere Faktoren in optimaler Weise derart zu beeinflussen, dass sie krebshemmend wirken.
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Das erste Kapitel ist einer Art Ursachenforschung gewidmet. Beantwortet wird anfangs die Frage nach Gründen der aktuell so hohen Krebsrate. Eine Häufigkeitsstatistik sowie eine Illustration zur globalen Verteilung führt die prekäre Lage deutlich vor Augen. Zusätzlich enthält der Text an dieser Stelle allgemeine Infos zum Krankheitsbild. Die Entstehung von Krebs wird verständlich erklärt. Hier belegt ein Zellvergleich gesunder und kranker Organe die Folgen der innerkörperlichen Vorgänge.
Strunz nennt als einer der entscheidenden Faktoren, die zum Entstehen einer Krebserkrankung führen, die Qualität heutiger Nahrungsmittel. Schonungslos bezeichnet er 72% unserer Ernährung als Müll, der fatale Folgen haben kann. Die wichtigste präventive Maßnahme ist daher eine angemessene Ernährung, basierend auf Vitaminen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen. Die schädliche Wirkung von Kohlenhydraten soll um jeden Preis vermieden werden. Nur so lassen sich die Glukosespeicher leeren, damit Krebszellen gar nicht erst gedeihen können. Die Auswirkungen einer falschen Ernährungsweise werden ausführlich und leicht verständlich beschrieben, sodass der Leser zu einer größtmöglichen Eigenverantwortung angeleitet wird. Strunz stellt verschiedene Ernährungstypen vor, an denen man sich bei der Umstellung der Essensgewohnheiten orientieren kann.
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Der Band verzichtet auf fromme Sprüche und allzu theoretische Erklärungen und bietet stattdessen ganz konkrete Handlungsimpulse und Ratschläge, sie sich leicht in die Tat umsetzen lassen, ohne dabei zu sehr mit dem inneren Schweinehund kämpfen zu müssen. Das Rezept für Powerradikalefänger lässt sich mit Möhren, Apfel, Zitrone, Fenchel und Pflanzenöl problemlos zubereiten. Ebenso sinnvoll sind die Minutenrezepte gegen Krebs, bestehend aus kleinen Tipps die im Alltag viel bewirken, angefangen von der Sanddorn-Schorle über grünen Tee bis hin zur Grillwanne.
Ein weiteres Kapitel widmet sich den Themenbereichen Sport, Fitness und Bewegung. Positiv zu bewerten ist außerdem, dass der Autor mögliche aus dem Krebs resultierende seelische Leiden nicht ausklammert, sondern ebenso in den Blick nimmt wie die Bedeutung überindividueller Werte wie Glaube, Hoffnung und Liebe. Weitere Erläuterungen beziehen sich auf den positiven Mehrwert von Traum, Schlaf und Meditation.
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Fazit: Ein thematisch optimal gegliederter, leicht verständlicher Ratgeber, der nur ein Ziel verfolgt: Die Wirkkraft einer tückischen Krankheit mindern oder gar ganz eliminieren. Sehr zu empfehlen!


Montag, 19. November 2012

Netzgemüse - Tanja & Johnny Haeusler


Den Spielplatz Internet haben wir nie besuchen können, denn es gab ihn für uns noch gar nicht. Die Internet-Planschphase werden uns unsere Kinder also für immer voraushaben.“
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Podcasts, Weblogs, Sound-Dateien, Videocasts, WhatsApp, IM+, …
Diese Begriffe sind nicht etwa kreativ erfundene Neologismen oder Bestandteile einer gänzlich anderen Sprache, wie auch heute noch ein nicht unwesentlicher Teil der Elterngeneration möglicherweise annimmt. Als Teile der Digitalisierung gehören sie zur crossmedial vernetzten Lebenswelt unserer Kinder und nehmen maßgeblich Einfluss auf ihre Gedanken- und Gefühlswelt, ja ihre gesamte Persönlichkeit. Umso dringlicher wird dabei die Frage, was es eigentlich bedeutet, in der heutigen internetgeprägten Gesellschaft aufzuwachsen.
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Fest steht, dass Kinder und Jugendliche unter diesen Voraussetzungen einen neuen, digitalen Orientierungssinn entwickeln; neue technische Kompetenzen, von denen wir nur träumen können. Die beiden Autoren versuchen in ihrem Band eine Brücke zwischen den Generationen zu schaffen und den Wissensvorsprung der Jüngeren durch ebenso informative wie ironische Erklärungen einzuholen. Demnach wird ein Internetforum beispielsweise als „virtuelles Äquivalent zum Vereinstreffen und Stammtisch, zur Expertenrunde und Selbsthilfegruppe“ treffend charakterisiert. Ziel aller Erklärungen ist es, die Frage nach der elterlichen Verantwortung neu zu diskutieren. Ein angesichts potenzieller Gefahren und bevorstehender Kontrollverluste durchaus berechtigtes Vorhaben. Anonymität, Pseudonymität oder die Weiten der Smartphones zählen ebenso zu den thematisierten Feldern wie die grenzenlose Kommunikation via Facebook oder leicht zugängliche, pornographische Inhalte. Leser erhalten somit einen umfassenden Einblick in die wichtigsten Tools des Internet.
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Positiv zu bewerten ist die Tatsache, dass mit dieser Lektüre ein längst überfälliger, an aktuellen Fragestellungen orientierter Ratgeber rund um das Thema Erziehung und Erwachsenwerden im Web 2.0 vorliegt. Auf äußerst amüsante und dennoch informative Weise erhalten Eltern neue Denkanstöße und Verhaltensperspektiven. Ohne das Internet zu verteufeln, bieten die beiden Autoren einen realistischen Abriss über Chancen und Nutzen sowie Grenzen und Gefahren, denen man sich stellen sollte und früher oder später auch stellen muss.
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Fazit: Neue Funktionen der Erziehung 2.0, mit denen es sich auseinanderzusetzen gilt, bevor die virtuelle Büchse der Pandora von Seiten unserer Kinder geöffnet wird. Sehr zu empfehlen! 

5 Sterne! 

Weitere Infos bei Goldmann! 

Sonntag, 18. November 2012

Ich durchschau dich! - Leo Martin


Menschenkenntnis bedeutet, dass man andere treffsicher einschätzen kann. Manchmal hat man dafür nur den Bruchteil einer Sekunde Zeit. Wird er abdrücken oder nicht...? Nur wer andere im Alltag durchschaut, wird auch in einer Extremsituation das Richtige tun.“
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Ein fundiertes Wissen im Bereich der Menschenkenntnis und die Fähigkeit, andere punktgenau einschätzen zu können ist nicht nur die Voraussetzung, Extremsituationen zu meistern, sondern vielmehr im Alltag zu bestehen. Leo Martin präsentiert in diesem Nachfolgeband zu „Ich krieg dich.“ mustergültige Schlüssel zur erfolgreichen Kommunikation und Analyse menschlichen Verhaltens. Dabei stützt er sich auf eigenes Wissen sowie praktische Erfahrungen, beides erworben durch die Tätigkeit als Geheimagent und Experte für organisierte Kriminalität. Ausgehend von einem brisanten Fall mit dem Verdacht auf illegalen Menschenhandel stellt Martin die bekanntesten Techniken eines Agenten vor. Dem Leser wird dabei deutlich gemacht, worauf es in der jeweiligen Situation wirklich ankommt und welche Entschlüsselungsstrategien klärend sein können.
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Wesentliches Ziel der Analyse eines Gegenübers ist es, die vielfach in unseren Köpfen existierenden Vorurteile auszublenden und stattdessen Kategorisierungsverfahren zu nutzen. Demnach lässt sich menschliches Verhalten in die Rolle des Machers, des Kontakters oder des Analysten einordnen. Grundeinstellungen entsprechen entweder dem Weitwinkel- oder Lupentyp. Weitere Modelle wären die des Schema-F-Typs oder des Schema-Felx-Typs. Die Nennung grundsätzlicher Merkmale macht es einfach, solche Rollenmuster auch im Alltag zu erkennen und entsprechend zu reagieren, sei es in der Konfrontation mit dem Chef, dem eigenen Partner, Freunden oder Nachbarn.
Zahlreiche Tests helfen u.a. dabei, sich selbst besser einschätzen zu lernen, um so etwa die eigene Motivationsrichtung bewusster wahrzunehmen. Praktische Übungen leiten dazu an, das zuvor theoretisch angeeignete Wissen in die Tat umzusetzen, um es dann in der Anwendung zu trainieren und zu optimieren. Insgesamt ist der Text angenehm lesbar. Zudem werden während der Lektüre die Kompetenzen des Autors spürbar, der ohne jeden Zweifel über einen Themenbereich schreibt, der ihm bestens vertraut ist. Als Leser lernt man letztlich nicht nur Grundsätzliches zum Durchschauen anderer, sondern erhält ebenso gewinnbringende Denkanstöße zur Analyse eigenen Verhaltens.
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Fazit: Eindeutig ein Buch, das die Perspektiven weitet und zu einem positiven Erkenntnisgewinn beiträgt. Gerade für all diejenigen zu empfehlen, die besonders häufig auf die Kommunikation mit anderen angewiesen sind oder die durch eine gelungene Einschätzung anderer möglichst hohe Erfolge erzielen möchten. 

5 Sterne! 

Weitere Infos bei Ariston! 

Samstag, 17. November 2012

Buddhas Glücksgeheimnis - Thomas Bien



Heute sehe ich das Glücklichsein in allen Schwierigkeiten des menschlichen Lebens als eine hohe Kunst, als großen Erfolg. Glück lernen – vielleicht ist es das Wichtigste überhaupt.“
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Wie sich der Grundzustand des Glücks erlernen lässt, führt der praktizierende Psychologe Thomas Bien in diesem aktuellen Werk anschaulich vor Augen. Gemeint ist dabei viel mehr als der bloße materielle Wohlstand, also Glück als Befriedigung jeweiliger Konsumbedürfnisse oder Genüsse. Glück bedeutet den Zustand echter, tiefer Erfüllung.
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Ausgehend von grundsätzlichen Überlegungen zum Glück und dessen Bedeutung leitet er seine Leser dazu an, Probleme und Schwierigkeiten des Alltags hinter sich zu lassen und ihnen weniger Raum innerhalb des eigenen Denkens beizumessen. Er fordert auf, mutig umzudenken und festgefahrene Gewohnheiten zu durchbrechen. Eine Reihe interessanter Gedankenexperimente macht unmissverständlich klar, dass unser Unglücklichsein oftmals das Resultat individuellen Denkens und Fühlens ist. Es gilt also, die typischen gedanklichen Fallen, die nicht selten Ausmaße eines Teufelskreises annehmen, zu vermeiden. Die Wandlung der Gedanken wird daher nicht ohne Grund zu Beginn der Lektüre thematisiert.
Im Folgenden sollen die Beziehungen zu uns selbst und zu anderen näher betrachtet werden. Auch sie nehmen wesentlichen Einfluss auf unser Befinden. Leider gehen die meisten sehr unvorteilhaft mit sich selbst um. Bien spricht von einer „genüsslich zelebrierten Egozentrik“ zum Kaschieren des Selbsthasses. Auch hier werden gewinnbringende Methoden vorgestellt, diesen Selbsthass zu überwinden.
Anschließend geht es um die Betrachtung von Leid und Unglück sowie deren Konsequenzen und negativen Folgen für das Glück. Zahlreiche Übungen präsentieren konkrete Ansätze zur Annäherung an das Glück als Zustand innerer Ausgewogenheit. Buddhistische Kerngedanken werden in ihren unterschiedlichen Facetten dargestellt, etwa die Kerninhalte des Dharma. Sie können den eigenen Horizont erweitern und eine sinnvolle Unterstützung auf dem eigenen Weg des Glücks sein, die man, auch als Anhänger anderer Religionsformen, dankbar annehmen darf.
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Anders als innerhalb zahlreicher spiritueller Ratgeberliteratur finden sich hier an keiner Stelle beschönigende fromme Sprüche oder wage Handlungsoptionen, die zwar ganz nett klingen, aber doch zu keiner Verbesserung des jeweiligen Glückszustandes führen. Bien gibt seinen Lesern konkrete Anleitungen an die Hand, die sehr nah an der Realität unserer modernen Gesellschaft orientiert sind und vielleicht gerade deshalb zu einer Verbesserung des eigenen Zustand führen können. Meditationen und Gedankenexperimente leiten Reflexionsprozesse an und weiten den Blick für das, was wirklich wichtig ist. Sie sensibilisieren für einen angemessenen Umgang mit uns selbst und verhelfen zu wahrem inneren Frieden.
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Fazit: Eine rundum gelungene Unterstützung und sinnvolle Hilfe, Glück als festen Bestandteil eigenen Lebens wahrzunehmen, um so die seelische Ausgeglichenheit wiederzuerlangen. Überaus empfehlenswert! 

5 Sterne! 

Weitere Infos bei Lotos! 

Donnerstag, 15. November 2012

Sternenlicht - Edwin & Caroline Zimmerli


Sternenlicht lässt uns in Resonanz mit dem Kosmos, unserer größeren Ganzheit gehen. Es harmonisiert, öffnet und verbindet auch jenseits von Glaubenskonzepten. […] Es stellt sicher, dass wir in den spirituellen Lichtkörper gelangen und nicht in der technologischen Verpuppungshülle stecken bleiben.“
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Neben bekannten Charakteristika des Lichts, zu denen physikalische Eigenheiten ebenso gehören wie Einsteins berühmte Gleichungen oder Thesen zur Materie als gefrorenes Licht, präsentiert dieser Band das Phänomen insbesondere als Urgrund allen Seins, als Ausgangspunkt allumfassender kosmischer Verbundenheit. Das Sternenlicht wird vorgestellt als Träger des Bewusstseins und zugleich als wesentliche Voraussetzung allen Erkenntnisgewinns. Die harmonische Übereinstimmung der Lichtwellen korrespondiert mit der allumfassenden Kohärenz der Liebe, versinnbildlicht und spürbar im Sternenlicht. Es ist die holoenergetische Lichtvernetzung, auf der alles Leben basiert. Beide Autoren sprechen in diesem Zusammenhang von einer kosmischen DNA, wobei die kosmische Resonanz im Hier und Jetzt erfahren werden kann. Licht lässt den Menschen Schönheit, Wahrheit, Stimmigkeit der Welt erkennen, wobei der Glaube an Gott diesem spirituellen Konzept durchaus nicht widerspricht. Eher das Gegenteil ist der Fall. Die existenziellen Fragen menschlichen Lebens können mit der Energie des Lichtes beantwortet werden, etwa die Frage nach dem Geist, der Materie oder dem Leben nach dem Tod.
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Abbildungen, Experimente und Übungen führen anschaulich vor Augen, dass die Wirklichkeit nicht durch Sinneswahrnehmungen zu definieren ist. Hierzu passen die Erläuterungen zum archetypischen Bewusstsein sowie zu den Astralkörpern. An vielen Stellen werden die Leser zur Reflexion angeregt. Besonders beeindruckend sind hierbei die Ausführungen zu Technik und Fortschritt. Es gilt, die biologisch gesetzte Limitierung mittels technischer Neuerungen sukzessive zu sprengen, wie etwa durch das zunehmende Hineinwachsen in virtuelle Realitäten. Dadurch weitet sich letztlich der Blick für die immaterielle Wirklichkeit und die Multidimensionalität menschlichen Lebens. Virtuelle Realitäten im Zuge der Verbreitung des Web 2.0 beinhalten also durchaus auch Vorteile für die geistig-spirituelle Entwicklung des Menschen.
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Zahlreiche Übungen etwa mittels Sternenlichtkristallen leiten zur aktiven Auseinandersetzung mit der kosmischen Energie an. Hilfreich ist ebenso ist Sternenlichtmeditaion. Interessantes Hintergrundwissen zu einzelnen Sternen findet sich in den jeweiligen Tabellen. Der Text ist ansprechend gestaltet, angenehm lesbar und bietet eine Fülle spannender Informationen zum Rätsel des Lichts. Sehr zu empfehlen! 

5 Sterne! 

Weitere Infos bei Ansata!

Montag, 12. November 2012

Nicht schlank? Na und! - Angelika Diem


Was wäre anders, wenn ich schlank wäre? - Alles würde sich ändern, dachte ich lange und so denken wohl viele Übergewichtige. Mit einem Schlag wäre ich alle Probleme los. Gesundheitlich wie sozial und beruflich, alles wäre auf einmal leichter und besser.“
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An das heutige Schönheitsideal sind grundlegende Hoffnungen eines glücklichen, gelingenden Lebens gebunden. Erfolg sowohl im Beruflichen als auch Privaten scheinen den Schlanken geradezu garantiert. Daher sind gut gemeinte Ratschläge nahezu omnipräsent, die auf verschiedenste Weise zu einer schlanken Linie verhelfen wollen. Man denke beispielsweise an die zahlreichen Diätpläne aller Art, sei es die Kartoffeldiät, die Apfeldiät oder die Hollywood-Diät, mit denen uns die Werbung alltäglich konfrontiert.
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Angelika Diem macht Schluss mit diesen typischen Vorurteilen und falschen Träumen. Ihr Text ist ein mutiges Plädoyer gegen den Schlankheitswahn und zugleich eine Sensibilisierung für die bewusste Wahrnehmung des eigenen Körpers und seiner Bedürfnisse im Hier und Jetzt. Diem beschäftigt sich mit verschiedenen Themen des Alltags und Fragen, denen sich wohlbeleibtere Personen früher oder später stellen müssen: Wie gehe ich mit meinem eigenen Körper um? Wie nehmen mich andere wahr? Und wie lässt sich meine Situation verbessern? Neben praktischen Hinweisen zur Steigerung des Selbstbewusstseins, etwa durch Formulierungshilfen zum erfolgreichen Kontern oder Ratschlägen zum äußeren Erscheinungsbild, geht es insbesondere um die Bereiche Gesundheit und allgemeines Wohlbefinden. Die Autorin gibt Hinweise dazu, wie man es schafft, Essen nicht als letzten Rettungsanker bei Aufregung zu betrachten, bewusst einzukaufen und gesund zu kochen. Ebenso finden sich Fitnesstipps für den Urlaub, Erfahrungsberichte zu Wii-Fit als Trainingsmethode sowie Methoden zur Nutzung des häuslichen Umfelds zum Abdecken des täglichen Bewegungsbedarfs. Besonders interessant sind die Beiträge zum richtigen Sitzen, gesunden Schlafen, zur Wohnungseinrichtung, Stilberatung oder zum Mobbing. Des Weiteren erhalten Leser Hinweise zu weiterführenden Links sowie eine Vielzahl interessanter Film- und Literaturtipps. Sehr gelungen sind die im Text vielfach eingeschobenen Experteninterviews, zu denen u.a. Diätologen, Internisten und Physiotherapeuten gehören. Sie beantworten Fragen zum Muskelaufbau, zum Sättigungsempfinden, zur empfohlenen Ernährung und viele weitere.
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Der Text mischt Elemente der Ratgeberliteratur mit autobiographisch gefärbten Erfahrungen, Expertenwissen mit subjektiven Meinungen. Jeder relevante Alltagsbereich ist in einem eigens dafür vorgesehenen Kapitel vertreten. Insgesamt ist der Text gut nachvollziehbar und angenehm zu lesen. Er kann dazu verhelfen, neue Perspektiven zu gewinnen.
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Fazit: Eine gelungene Kombination interessanten Expertenwissens mit persönlichen Erfahrungen der Autorin selbst, die auf dem Weg zu mehr Selbst- und Körperbewusstsein eine Vorbildfunktion einnimmt. Der Leser wird eingeladen, sich hieran zu orientieren.

4 Sterne! 

Samstag, 10. November 2012

Drei Seiten für ein Exposé - Hans Peter Roentgen


[...] Denn was auf 400 Seiten verborgen bleibt, wird auf zweien erbarmungslos deutlich: Plotlöcher, unglaubwürdige Figuren, fehlende Logik oder Spannung, offene Enden und erst recht, wenn unklar ist, wo die Geschichte eigentlich beginnt.“
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Mit diesen Worten benennt Hans Peter Roentgen, der unter anderem als renommierter Autorencoach tätig ist, bereits im Vorwort die typischen Fehler ungünstig verfasster Exposés. Sein Schreibratgeber verfolgt das Ziel, angehenden Autoren einen fundierten Wissensschatz an die Seite zu stellen, der dazu dient, eigene Schwächen der schriftstellerischen Produkte aufzudecken und Texte individuell zu verbessern und zu optimieren. Anhand der beispielhaften Untersuchung 15 unveröffentlichter Exposés werden die Leser schrittweise angeleitet, künftig selbst den Konfliktstoff innerhalb eigener Texte zu erkennen. Dank ausführlicher Lektoratskommentare durch den Autor wird anschaulich erklärt, worin die jeweiligen Schwächen überhaupt liegen. Schwerpunkt bilden die jeweiligen Analysen hinsichtlich elementarer Bestandteile eines Exposés wie beispielsweise der Unterscheidung zwischen innerer und äußerer Handlung. Ebenso werden Techniken des stringenten Figurenaufbaus, der angemessenen Zielgruppenanalyse oder der Szenenfolge vorgeführt. An vielen Stellen sind die Leser dazu eingeladen, das zuvor Beschriebene selbst aktiv zu üben.
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Neben den lektorierten Texten präsentiert der Band ebenfalls leicht verständliche Definitionen der gängigsten Begriffe, die angehende Autoren unbedingt kennen sollten. Hierzu zählt vor allem die Bedeutung des Plot-Points, One-Liners oder des Pitchs. Zahlreiche Übungen widmen sich der Optimierung individueller schriftstellerischer Fähigkeiten. Schließlich beinhaltet das Buch Musterbeispiele gelungener Exposés, die bereits zu einer Veröffentlichung führten und als Vorbilder gelten können. Wie ein perfektes Exposé mitsamt interesseweckender Inhaltsbeschreibung, Personenliste und Zielgruppenanalyse aussehen kann, wird den Lesern nicht vorenthalten. Abschluss des Bandes bilden Interviewausschnitte mit bekannten deutschen Literaturagenten, die etwa darüber sprechen, welche wesentlichen Kerninformationen unbedingt Bestandteil eines Exposés sein müssen und auf welche getrost verzichtet werden kann. Checkliste und alphabetisch geordnete Begriffserklärungen im Anhang gehören ebenfalls zur Ausstattung des Textes.
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Fazit: Wer mit seinen schriftstellerischen Texten dauerhaft Erfolg haben möchte, ist auf Einführungswerke zur Tätigkeit des Schreibens vor allem in der heutigen Zeit geradezu angewiesen. Roentgens Ratgeber ist eine gewinnbringende Hilfe auf dem Weg, sich als Autor zu etablieren. Sehr zu empfehlen! 

5 Sterne! 

Weitere Infos beim Sieben Verlag! sowie auf der Homepage des Autors!

Donnerstag, 8. November 2012

Zamonien - Anja Dollinger/ Walter Moers



Und das war genau, was Professor Nachtigaller wollte: Wir sollten denken lernen, und zwar in möglichst viele verschiedene Richtungen.“
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Die Lektüre des Zamonien-Lexikons legt den Schluss nahe, dass Prof. Dr. Abdul Nachtigaller, ebenso aufgeweckt wie hochintelligent, nach dem Vorbild des Autors konstruiert wurde. Denn Moers versteht es aufs Beste, in verschiedene Richtungen zu denken. So entführt er seine Leser in diesem Band in die abenteuerliche Welt von Zamonien, einer an Phantasie und Genialität kaum noch zu überbietenden Örtlichkeit.
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Puppetismus, Stollenrolle, Tratschwellen, Nebelheimer Trompaunist oder Fhernhachen, … was auf den ersten Blick gerade für in der zamonischen Welt kaum bewanderte Leser äußerst merkwürdig klingt, sind wesentliche Bestandteile dieser kunstvollen Romanwelt. Neben ganz alltäglichen Dingen wie etwa Fortbewegung, Beleuchtung oder Wetter werden jene Lebensformen vorgestellt, die charakteristisch zu Zamonien gehören und durch ihre Einzigartigkeit auffallen, z.B. Hildegunst von Mythenmetz, dessen außergewöhnliche Gabe auf das Alphabet der Sterne zurückzuführen ist, die reinste Quelle schriftstellerischer Inspiration. Die Leser erhalten wesentliche Informationen zur Seinsform der Schrecksen oder den Autodidakten, zu den Buntbären, den Buchlingen oder den Leidener Männlein, die rein zu wissenschaftlichen Forschungszwecken erschaffen wurden.
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Die einzelnen Texte sind mit Lexikonartikeln vergleichbar, wobei auch hier eine alphabetische Reihenfolge ein schnelles Orientieren erleichtert. Die meisten Artikel beginnen mit einem Originalzitat aus einem der vielen Romanserien. Es folgt ein erläuternder Text. Besonders interessant und humorvoll sind die zahlreichen Illustrationen, die beispielsweise Blaubär und sein Rettungssaurier zeigen, die Tratschwellen abbilden und die Eingangsstraße nach Großbuchhaim oder die bakteriellen Übertragung von Wissen anschaulich darstellen. Viele Kommentare unter den Bildern zeichnen sich aus durch pointierte Ironie und gekonnten Wortwitz. Erwähnenswert sind zudem die im Text beinhalteten Landkarten zur geographische Lage Zamoniens, die ihrerseits wissenswerte Hintergründe verständlich werden lassen.
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Der Text erfüllt ohne Zweifel die Zielsetzung des Vorwortes, Aufklärungsarbeit bezüglich des zamonischen Kontinents zu leisten. Er bietet in qualitativ hochwertiger Verarbeitung einen detaillierten Überblick, der Zusammenhänge einzelner Lebensformen aufdeckt und Verbindungen zwischen den unterschiedlichen Romanen offensichtlich werden lässt.
Gerade für eingefleischte Fans wird es interessant sein, alte Bekannte unter den fiktiven Wesen zu entdecken und Neues über sie zu erfahren. Die erklärenden Texte machen es aber auch für neue Moers Leser möglich, in die zamonische Welt abzutauschen und sich dort zurechtzufinden. Letztlich gesteht der Autor im Vorwort, manchmal selbst überlegen zu müssen, was ein solches Lexikon längst überfällig werden ließ.
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Fazit: Humorvoll. Interessant. Empfehlenswert. Eine Lektüre, die Spaß macht! 

5 Sterne! 

Weitere Infos bei Knaus! 

Montag, 5. November 2012

Die seelenlose Gesellschaft - Till Bastian


Dieser katastrophale Alltag ist es, der, langfristig gesehen, unsere seelischen Widerstandskräfte unterminiert, unser inneres Regulationsvermögen lähmt und Raubbau an unseren psychophysischen Ressourcen betreibt.“

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Die Beschleunigung und Optimierung gesellschaftlicher Prozesse, wie wir sie aktuell erleben, endet nicht selten in einem Desaster, man denke etwa an die Explosion der Ölplattform Deepwater Horizon oder als bestes Beispiel den Untergang der Titanic, die Königin der Meere, die einst als unsinkbar galt. 
Die Vergangenheit lehrte bereits, dass blindes Vertrauen in technischen Fortschritt nicht selten desaströse Konsequenzen nach sich zieht.
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Das tagtägliche Funktionieren in einer durch massive Beschleunigung geprägten Welt, setzt unsere Seele der steten Gefahr aus, unterdrückt zu werden oder gar gänzlich auszusterben. Till Bastian vertritt die radikale These, dass der Mensch schon seit langem in einer Zwischenwelt lebt, die ihn von seinen natürlichen Lebensbedingungen immer weiter entfernt. Eine Art Matrix, eine Kunstwelt. Ein gesundes Seelenleben wird verflüchtigt durch die zunehmende Bedeutung sozialer Netzwerke und deren charakteristischen exhibitionistischen Mitteilungsdrang, kurz die Überstimulierung durch virtuelle Welten. Destruktive Tendenzen zeigen sich allerdings nicht nur in der exzessiven Nutzung des Web 2.0. Bastian benennt eine Fülle weiterer Negativtrends, zu denen Somatisierung (Fixierung auf den Körper), Entsinnlichung oder das Verschwinden einer gesunden Tag-Nacht-Struktur gehören. Neben der Abnahme der körperlichen Fitness ist eine generelle Adynamie feststellbar, sowie eine freiwillige Abhängigkeit von versorgenden Institutionen, beispielsweise den Eltern.
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Geprägt durch die verschiedensten Einflüsse fehlt es dem Menschen schlicht und einfach an der nötigen Zeit, sich eine Seele zu bilden. Doch die Auswirkungen zeigen sich nicht nur beim Einzelnen. Sie nehmen vielmehr negativen Einfluss auf die Gesamtgesellschaft, den es zu verhindern gilt. Ein erster Schritt ist dabei diese bewusstseinserweiternde Lektüre des Arztes und Psychotherapeuten Till Bastian, der als Geschäftsführer der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges 1985 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde.
Seine gelungene Schilderung aktueller, brisanter Entwicklungen gliedert sich in mehrere kurze Kapitel, die sich je einem Problem widmen. Ein hervorragender sprachlicher Stil und ein unvergleichlicher Blick fürs Wesentliche ermöglichen eine ebenso hochinteressante wie gewinnbringende Lektüre. Querverweise zu Philosophen, Journalisten, Psychoanalytikern oder ergänzender Literatur erweisen sich als zur Reflexion anregende Bereicherungen, die man als Leser dankbar annimmt.

So erschreckend die im Text geschilderten Tendenzen auch sein mögen, Bastian entwirft keine fiktiven Horrorszenarien, sondern realistische Zukunftstenzenden, indem er nichts weiter tut, als eine durchdachte Analyse der Gegenwart. Er deckt beängstigende Entwicklungen unserer Gesellschaft auf und sensibilisiert für die sich daraus ergebenen Gefahren.
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Fazit: Der Text ist die beste Bestandsaufnahme unserer heutigen Zeit, die ich bisher lesen durfte und wird damit fast schon selbst zu einem Kulturgut! Kaufen! Lesen! Verschenken! Verleihen! Dringende Leseempfehlung! 

5 Sterne! 

Weitere Informationen bei Kösel! 

Sonntag, 4. November 2012

Die Narben der Hölle - H. Dieter Neumann


Lässt den Puls höher schlagen

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Sich fallen lassen – verlockende Versuchung. Doch das durfte er sich nicht gestatten. Er hatte vor langer Zeit seine Entscheidung getroffen. Und er wurde hier gebraucht. Er musste funktionieren. […] Sein Auftrag, sein Beruf.“
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Gleich zu Beginn gibt H. Dieter Neumann seinen Lesern ein Rätsel auf. Soldat Johannes Clasen, der Protagonist der Geschichte, wurde bei seinem letzten Einsatz in Afghanistan derart stark verwundet, dass er sein Gedächtnis verloren hat. Zurück blieb ein Trauma und die Ungewissheit, möglicherweise für den Tod zweier Kinder verantwortlich zu sein. Um sich von diesem furchtbaren Erlebnis zu erholen, bricht er auf in die Ägäis. Die wunderbare Küstenlandschaft ist der ideale Ort für einen Segeltörn, der ihm letztlich auch dabei helfen soll, seine Erlebnisse zu verarbeiten und neue Kraft zu schöpfen. Doch schon bald geschehen merkwürdige Ereignisse und aus dem erholsamen Urlaub wird ein regelrechter Horrortrip. Plötzlich wird Johannes selbst zum Mittelpunkt eines Mordkommandos.
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Voller Dramatik und Spannung präsentiert Neumann den Handlungsablauf der Geschichte. Dank einer gelungenen Schreibweise sowie authentischen Darstellung gelingt es relativ früh, in den Text einzusteigen. Neben den äußeren Bedingungen des Soldatenlebens geht es zudem um das innerseelische Befinden des Protagonisten. Trauma, Beziehungsgeflechte und Gefühle der Verlassenheit spielen dabei eine entscheidende Rolle. Auch aktuell hochbrisante Themen werden angesprochen. Dazu zählt insbesondere die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines Truppeneinsatzes in Afghanistan. Der Text stellt eine interessante Kombination der Genres Thriller und Politkrimi dar. Er wurde völlig zurecht für den Friedrich-Glauser-Debütpreis vorgeschlagen.
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Fazit: Fesselnd und mitreißend. Sehr zu empfehlen!

5 Sterne!