Dienstag, 31. Januar 2012

Zum Traummann in 30 Tagen - Theresa Selig


Den Mann fürs Leben finden. Den einen, den wahren Prinzen. Den Partner, mit dem mal alles teilen kann, der zu einem passt, mit dem man sich rund um wohl fühlt und der die beste Seite in uns zum Glänzen bringt, der den Traum von Liebe Wirklichkeit werden lässt. Nie mehr lange Wochenenden in völliger Einsamkeit, nie mehr alleine ausgehen und nie mehr ein Fernsehabend, bei dem uns sogar das Leben der Darsteller eines Dramas besser vorkommt, als unser eigenes.

Doch wie und vor allem wo findet man einen solchen Partner? Und nicht nur irgendeinen, sondern den Traumprinzen?

Gerade in der Zeit kurz vor Valentinstag ist das ein Thema, das viele Alleinstehenden beschäftigt.

Theresa Selig, die ihren persönlichen Traummann schon gefunden hat, stellt ihren Leserinnen einen praktischen Schnellkurs zur Verfügung, dessen 10 Lektionen auf dem Weg zur perfekten Partnerschaft Schritt für Schritt begleitend genutzt werden dürfen. Sukzessive erhält man neues Wissen, das gewinnbringend eingesetzt werden kann. Was ist überhaupt ein Traumprinz? Wie soll man sich beim Ausgehen oder unterwegs verhalten, wenn er plötzlich vor einem steht? Gibt es empfehlenswerte Tricks, die immer helfen? Oder gar eine optimale Verhaltensweise? Was ist die perfekte Kleidung fürs erste Date? Und worüber sollte man lieber gar nicht erst sprechen?

Bevor mal all die Tipps und Tricks umsetzen kann, ist eines unumgänglich: Bisherige Denkmuster über den Mann zu korrigieren. Hilfreich sind dabei folgende Hinweise:

> „Wenn er mich mag, dann wegen meiner inneren Werte.“

Richtig: „Die Bedeutung von Brüsten kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden.“

> „Für mich kann er die Sportschau mit den Jungs auch mal ausfallen lassen.“

Richtig: „Nein. Kann er nicht. Will er nicht.“

> „Wenn ich schon nach zwei Wochen mit ihm ins Bett will, hält er mich womöglich für ein Flittchen.“

Richtig: „Was Sex betrifft, kann es für ihn gar nicht schnell genug gehen.“

Hier wird bereits ersichtlich, dass bei der Partnersuche vor allem eines wichtig ist: eine große Menge Humor! Und dieses Prinzip befolgt auch Seligs Anleitungskurs für 30 Tage. Die Dos und Don'ts, Regeln und Tricks sind voller humorvoller Andeutungen, Ironie, Sarkasmus und witzigen Bemerkungen gehalten. An keiner Stelle im Text kommt daher Langeweile auf. Besonders hilfreich können vorformulierte Sprüche sein, die zur Anwendung empfohlen werden. Auch die Ratschläge, die sie am Ende des Buches für bereits gefundene Partner gibt, können die Beziehung bereichern. Der Text ist sehr ansprechend, farbenfroh und abwechslungsreich gestaltet. Abwechselnde Bilder von verschiedenen Typen Traummann machen das Lesen zu einem abwechslungsreichen Erlebnis.

Fazit: Ein Buch, das Mut macht, sich gut gelaunt auf die Suche nach einem Partner zu begeben. Ebenfalls gut geeignet als Geschenk für Singles, die trotz verzweifelter Lage humorvoll den Schritt zum Neuanfang wagen wollen.

4 Sterne!

Nähere Infos zum Titel hier.

Montag, 30. Januar 2012

So werden Sie ein Mentalist - Simon Winthrop


„Mit dem Auftritt eines Mentalisten ist es genau wie mit vielen anderen Fähigkeiten: Übung macht den Meister. Es gibt kaum etwas, das einem so viel Selbstvertrauen verleiht wie Wissen und Erfahrung.“

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Bei der Lektüre geht es um die Vermittlung eben dieses Wissens und dieser Erfahrung. Es ist eine Sammlung der besten Ratschläge zur Verbesserung der mentalen Fähigkeiten entstanden, zusammengefasst in verständlicher Sprache. Denn genau das zeichnet einen wahren Mentalisten aus: Eine besondere Begabung im Bereich der Gedächtnisleistung, die ihn zu einer Person macht, die fremde Menschen innerhalb weniger Sekunden scheinbar ohne größere Anstrengung zu durchschauen vermag. Lässt sich aber die kognitive Dimension überhaupt noch verbessern? Können gerade auch Erwachsene ihre mentalen Leistungen derart steigern?

Simon Winthrop, der Autor des Buches, beantwortet solche Fragen mit einem entschiedenen Ja! Seine Erfahrungen in der Kunst des Mentalismus bündelt er in diesem Band, erklärt wissenschaftliche Erkenntnisse und stellt seinen Lesern ein umfangreiches Repertoire teilweise eigens entwickelter Übungen zur Verfügung, die sie auf dem je individuellen Weg zum Mentalisten optimal begleiten.

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In Anlehnung an die US-amerikanische Polizei-Dramaserie „The Mentalist“, in der Patrick Jane den Idealtypus eines Mentalisten verkörpert, werden die erstrebenswerten Fähigkeiten einer solchen Person näher erläutert. Anschließend geht es um die sukzessive Erweiterung der eigenen Kompetenzen, beginnend mit der Schulung des Wahrnehmungsvermögens und der Beobachtungsgabe. Hierzu zählt etwa das Aufdecken von Lügen oder die Kontrolle des Publikums. Da unser Denken in entschiedener Weise von dem aktuellen emotionalen Zustand abhängt, ist es umso wichtiger, negative Gefühle kompensieren zu können. Eine Möglichkeit dazu ist beispielsweise die Meditation, die verhindern kann, dass Stress unsere kognitive Leistungsfähigkeit blockiert. Sie wird sogar eingesetzt, um Schmerzen zu lindern, neue Energie zu finden, den Cholesterinspiegel zu senken und sogar den Alterungsprozess zu verlangsamen. Eine positive körperliche Verfassung begünstigen ebenfalls Faktoren wie Bewegung, gesunde Ernährung, positives Denken und auch musikalische Einflüsse. Musik, so konnten Forscher herausfinden, begünstigt den Zustand geistiger Wachheit.

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Neben diesen Hintergrundinformationen zum Gedächtnis bietet das Buch vielfältige Ratschläge und Tipps im Umgang mit Anderen. So erlernt man die Technik des Spiegelns, die Wahrnehmung einzelner Mikroausdrücke im Gesicht des Gegenübers oder die Bedeutung des Primacy-Recency-Effekts in Hinblick auf die mentale Speicherkapazität. Besonders wichtige Beobachtungen sind im Text graphisch hervorgehoben. Am Ende eines jeden Abschnitts erhält der Leser einen Zusatztipp oder eine gut geeignete Übung zur aktiven Anwendung des zuvor Gelesenen. Eine verständliche Wortwahl und Ausdrucksweise macht den Text zu einer angenehmen Lektüre, die gewinnbringende und nützliche Ratschläge vermittelt.

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Fazit: Ein Buch zur Erweiterung des eigenen Horizonts. Sehr zu empfehlen!

4 Sterne!

Weitere Infos zum Titel hier.


Freitag, 27. Januar 2012

fiesbook - Die etwas anderen Statusmeldungen von Oli Hilbring


Fies – Fieser – Face ...öhm Fiesbook


Frankensteins Monster ist der Gruppe „Organe spenden. Leben schenken“. beigetreten

Vincent van Gogh - Beruf: Irgendwas mit Malen.

Lebensmotto Schneewittchen - Willst du dir den Tag versauen, musst du in den Spiegel schauen.

Dieses Buch ist anders als alle anderen. Und das schon ab der ersten Seite! Denn die Profile der bekannten Persönlichkeiten werden hier im Querformat präsentiert. Allein die Aufmachung erinnert also schon stark an jenes satirisch zur Schau gestellte soziale Netzwerk, das jeden von uns in seinen Bann gezogen hat. Selbst Prominente sind diesem Sog gnadenlos ausgeliefert und geben Dinge über sich bekannt, die man besser gar nicht erst wissen sollte! Oder etwa doch?

Wenn Harry Potter in der (Besen)Kammer des Schreckens Schauderliches erlebt, wenn ganz alltägliche Situationen Herbert Grönemeyer zu neuen musikalischen Ergüssen inspirieren, wenn ein Smartphone Hänsel und Gretel am Knusperhäuschen vorbei navigiert oder Thomas Gottschalk ein Promidinner der besonderen Art erlebt – dann kann es sich nur um eines handeln: die neusten Meldungen auf Fiesbook.

Schonungslos wird dabei jedes noch so private Detail der Mitglieder ausgeplaudert, sehr zur Freude des Betrachters. Denn auch Promis sind online! Seien es Statusanzeigen, Irrungen und Wirrungen im Bereich zwischenmenschlicher Beziehungen, die neuesten Gruppenbeitritte oder einfach nur peinliche Fotos fiktiver und reeller Charaktere. Die ein oder andere Träne des Lachens darf gerne vergossen werden. Humorvolle Zeichnungen in Kombination mit den lustigsten Texten erreichen vor allem eines: Die Befriedigung der voyeuristischen Seite in jedem von uns. Ironie, Sarkasmus und schwarzer Humor vom feinsten! Bis hin zum wahrhaft Bösartigen bieten Oli Hilbrings Illustrationen all das, was das Herz des humorvollen Lesers glücklich macht.

Hilbrings beliebte Cartoons können unter anderem in der Fußballzeitung „Revier Sport“, auf dem Blog des Zeichners und natürlich auf Fies-facebook bestaunt werden. In diesem aktuellen Werk des Zeichners präsentiert er uns eine kreative Form der Gesellschaftskritik und führt somit vor Augen, wie abhängig wir von all jenen Statusmeldungen, Gruppenbeitritte und Freundschaftsanfragen geworden sind, seien sie noch so sinn- und informationslos. Vielleicht wäre ein kritisch-reflexives Denken in Bezug auf das soziale Netzwerk angebracht. Wie könnte man besser damit beginnen, als mit Witz und Humor?

Fazit: Ein Buch, das der miesen Laune keine Chance lässt! Herrlich.

4 Sterne!


Nähere Informationen zum Titel bei Lappan!

Montag, 23. Januar 2012

Gut so, Hexe Pollonia! - Angelika Diem


Spannende Abenteuer mit der herzallerliebsten Hexe Pollonia

„Zitterrochen, Bambusspross, nun wünsch ich mir ein Märchenschloss!“
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Als Hexe Pollonia erfährt, dass sie das nächste Hexentreffen organisieren darf, ist sie zunächst überrascht und voller Freude. Doch diese anfängliche positive Reaktion ändert sich schnell nach dem Auftauchen ihrer Cousine Hiberia, die ihr vorwirft, ein viel zu kleines Haus zu haben, in dem unmöglich eine Feier stattfinden kann. Pollonia lässt sich von der Missgunst ihrer Cousine anstecken und glaubt, dass ihr Haus wirklich nicht der beste Ort für das Hexentreffen ist. Was soll sie jetzt bloß tun? Schließlich hat man ihr die Verantwortung übertragen!
Es gibt also nur einen Ausweg! Ein besseres, größeres, atemberaubendes Haus muss her. Und so versucht sich Pollonia an einem Zauberspruch nach dem anderen, um das perfekte Haus zu schaffen. Zusammen mit ihrem Hexentierchen Camillo und dem Äffchen Safranillo begibt sie sich auf eine Reise durch die unterschiedlichen Häuser.
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Die ansprechende Zeichnung auf dem Cover des Buches zeigt die fröhliche Pollonia im Kreise ihrer Hexen-Kollegen und weckt bereits das Interesse des Betrachters. Verstärkt wird diese Wirkung zusätzlich durch das auffällige Format in Übergröße, das vor allem gerade junge Leserinnen und Leser dazu einläd, die Geschichte Stück für Stück zu entdecken. Und genau das lohnt sich: Denn nicht nur die Handlung, sondern auch das Lesen an sich wird zu einem Abenteuer. Nach jedem Zauberspruch folgt eine aufklabbare Buchseite, die das Ergebnis der Magie eindrucksvoll vor Augen führt. Pollonias magische Fähigkeiten lösen Faszination aus und lassen Kinderaugen vor lauter Staunen erstrahlen. Wunderbar farbenfrohe und zum Träumen einladende Illustrationen verleihen der Geschichte den Charakter des Besonderen.
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Dieses Buch ist eine gute Grundlage für einen Vorleseabend mit Kindern und zudem dank der großen Schrift ebenfalls bestens für Erstleser geeignet. Neben der lustigen Geschichte bietet die Handlung außerdem einen didaktischen Mehrwert, eine Lehre. Pollonia hat mit Angst und Minderwertigkeitsgefühlen zu kämpfen, bis sie am Ende merkt, dass sie sich für das, was sie hat nicht verstecken muss. Ganz im Gegenteil! Der Ausgang des Buches ist somit womöglich nicht nur Balsam für die Seele der lieben Hexe.
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Fazit: Ein sehr gelungenes, empfehlenswertes Kinderbuch.


5 Sterne!


Ich freue mich sehr, dass die Autorin Angelika Diem Zeit für ein Interview gefunden hat.
Ein herzliches Dankeschön für die Bereitschaft zur Beantwortung der Fragen!

1.) Liebe Frau Diem, es wurden bereits mehrere Ihrer Geschichten veröffentlicht. Doch wie lange dauert es eigentlich von der Idee zum fertigen geschriebenen Text?

Das ist ganz unterschiedlich. Gedichte und Haiku schreibe ich meist sofort auf Papier, andere Geschichten trage ich mitunter Monate mit mir herum und bastle in Gedanken daran, bis sie so rund sind, dass ich einfach in die Tasten greifen muss.



2.) Mit der sympathischen Hexe Pollonia haben Sie einen Charakter geschaffen, der mittlerweile sehr beliebt ist und viele Kinderherzen verzaubert. Wie ist die Idee für diese Figur entstanden?

Zu Pollonia und ihrem Kater Camillo haben mich zwei Geschichten aus meiner Kindheit inspiriert: Der Kinderbuchklassiker "Die kleine Hexe" von Otfried Preußler und dann gab es in einem Kindermagazin (ich glaube, es war Bussi Bär) eine Geschichte um einen Hexenkater, der von seiner Hexe vor die Tür gesetzt wurde. Das hat mich damals sehr bewegt.



3.) Sollen Ihre Kinderbücher ausschließlich unterhalten oder gibt es überdies einen intendierten didaktischen Mehrwert?

Sowohl als auch. Mit den Geschichten von Pollonia verknüpfe ich Themen wie "Haustiere sind Freunde und kein austauschbares Spielzeug" oder "Gewinnen ist es nicht wert, dass man dafür schmuellt" und "Hilfsbereitschaft bringt neue Freunde". Dabei ist es mir wichtig, die Werte so in die Geschichte zu verpacken, dass für das Kind die Spannung, das Lachen und der Lesespaß an erster Stelle steht und das Vermitteln der Kernaussage so nebenbei passiert.



4.) Zählt die Tätigkeit als Schriftstellerin zu den Traumberufen, die Sie bereits als Kind favorisierten?

Nein. Als Kind wollte ich Astronomin werden und das Weltall erforschen.



5.) Apropos Kindheit. Dient Ihnen die eigene Kindheit als Quelle der Inspiration? Wie viel von der kleinen Angelika steckt in den einzelnen Kinderbuchcharakteren?

Meine eigene Kindheit hat bislang noch nicht in die Bücher hinein gespielt, von mir selbst steckt eine Prise Starrsinn, Neugier und Hartnäckigkeit in meinen Lieblingsfiguren.



6.) Neben Kinderbüchern schreiben Sie auch Texte im Bereich Manga, Fantasy und Poesie.
In welchem Genre fühlen Sie sich am wohlsten?

Am wohlsten fühle ich mich momentan in der Fantasy, wobei Manga und Kinderbuch für mich einen äußeren Rahmen darstellen, in den ich auch sehr gern Fantasy verpacke.



7.) Was ist der besondere Reiz an fantasievollen Geschichten im Gegensatz zur an der Realität orientierten Literatur?

Fantasy gibt mi die Freiheit Grenzen zu sprengen und fordert mich gleichzeitig heraus, neue Grenzen zu schaffen, in deren Rahmen das Geschehen den von mir beschriebenen Gesetzen zu folgen hat. Jeder Held und jede Heldin muss schließlich auf schwer überwindbare Hindernisse stoßen, damit die Geschichte spannend bleibt.




Dieses Buch kann man wunderbar verschenken, am besten mit einem liebevoll ausgewählten Spielzeug. Viele interessante Anregungen und Ideen findet man hierzu auf http://www.spielzeug.com/


Und das Beste: Zusätzlich gibt es hier jede Menge Hintergrundinformationen rund um die Welt des Spielzeugs, so z.B. der Hinweis auf die Puppenstuben Ausstellung im Ebersbacher Stadtmuseum. Vorbeischauen lohnt sich!

Sonntag, 15. Januar 2012

Happy Ends - Liebesgeschichten die gut ausgehen



„Vika schloss die Augen. Sie horchte in sich hinein. Sie glaubte es und glaubte es nicht. Sie glaubte es, weil es so etwas einfach nicht gab. Und sie glaubte es, weil es genau so etwas doch gab: Die wahre Liebe kann mit einer Ehe enden und ein ganzes Leben andauern.“

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Tragik, Herzschmerz, völlige Verzweiflung und tiefe Enttäuschungen. Wenn es um Liebe geht, sind nicht selten eine Reihe negativer Emotionen mit im Spiel, die sich in unterschiedlichen Facetten äußern. Zurück bleiben geplatzte Träume und zerstörte Persönlichkeiten. Dabei wünschen wir alle uns nur eines: Den einen Partner, der zu uns steht, auf den wir uns blind verlassen können, der unser Selbstbewusstsein nicht untergräbt, sondern das Beste in uns herausholt. Doch leider bleiben diese Wünsche in der Realität zumeist unerfüllt. Auch im Kino oder bei der Lektüre schriftstellerischer Werke begegnet manchem Rezipienten häufig die dramatische, schmerzerfüllte Seite der Liebe. Umso schöner ist es, dass uns dieser Band Liebesgeschichten präsentiert, die trotz aller Schwierigkeiten, Missverständnisse und Turbulenzen gut ausgehen. So darf man sich als Leser mit dem Wissen eines zu erwarteten Happy Ends getrost zurück lehnen.
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Gleich mehrere namhafte Autoren wie etwa T.C. Boyle, Kurt Tucholsky, Guy de Maupassant oder F.Scott Fitzgerald sind in dieser Sammlung mit positiv endenden Geschichten vertreten. Berichtet wird von einer unvergessenen Begegnung auf einer Yacht. Zwei junge Herzen entdecken ihre Liebe füreinander und finden sich Jahre später wieder. Es geht aber auch um Geschichten, in denen ganz eigensinnige Charaktere aufeinander treffen, sie scheinbar keineswegs zueinander passen. Dennoch entwickeln sich tiefe Gefühle, die in einer Hochzeit ihren Höhepunkt finden. Neben romantischen Kurzgeschichten sind in diesem Band ebenfalls tief poetische Texte zu finden bis hin zu lyrischen Zusammenstellungen der einzigartigen Liebe zweier Personen. Abwechslung liefert der Beitrag von Kurt Tucholsky am Ende des Buches, der sich in ironisch-sarkastischer Weise mit dem Thema Liebe, Ehe und Partnerschaft auseinandersetzt. Dem Leser wird in diesem Band alles geboten: Romantik, rätselhafte Begebenheiten, Spannung, Träumereien und sogar Humor.
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Happy Ends – Liebesgeschichten die gut ausgehen – ist interessantes Repertoire der verschiedensten Dimensionen der Liebe, verpackt in kurzweilige Geschichten. Es ist eine Freude, an eben diesen teilhaben zu dürfen. Vielleicht machen sie sogar Hoffnung, das doch eher negativ geprägte Bild von Ehe und Romantik der heutigen Zeit zu verwerfen und den Glauben an ein eigenes, persönliches Happy End wieder aufzunehmen!
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Fazit: Happy Ends – zurücklehnen und genießen!

5 Sterne!

Donnerstag, 5. Januar 2012

Das Labyrinth der Träumenden Bücher - Walter Moers

Denn, wie bereits von Mythenmetz verheißen: Die wirkliche Geschichte fängt hier in der Tat erst an. Alles Bisherige war nur Ouvertüre.“

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Zamonien-Buchhaim. Durch einen Brief erinnert, begibt sich Mythenmetz, der mittlerweile zu einem bekannten Schriftsteller geworden ist und den Erfolg seines Titels „Die Stadt der Träumenden Bücher“ gebührend feierte, nun 200 Jahre später erneut auf den Weg in die wieder aufgebaute Stadt. Buchhaim wurde, wie die meisten Mythenmetz-Fans sicher wissen, bei einem Brand zerstört. Doch der neu errichtete Ort hat nichts von seinem Charme verloren, im Gegenteil. Die Stadt erscheint in neuem Glanz und zusammen mit dem Protagonisten begegnet man alten Freunden und macht zudem neue Bekanntschaften. Bibliotekten, Biblioklepten und Biblionekromaten, sie alle trifft man hier wieder. Letztlich sind es die Biblios, die für jede Menge Spannung, Witz, phantasievolle Begebenheiten und Kuriositäten sorgen. Mythenmetz besucht bald schon das unsichtbare Puppentheater, in dem er plötzlich in seinem eigenen Stück sitzt und die Ereignisse der vergangenen Jahre noch einmal Revue passieren lässt. Besonders interessant sind zudem die Erkenntnisse bezüglich des sogenannten Puppetismus, der in diesem Theater eine zentrale Rolle einnimmt. Mythenmetz möchte den Verfasser jenes Briefes ausfindig machen, der ihn zurück nach Buchhaim führte. Dabei muss er sich so manchen Gefahren stellen. Schließlich wird er in die mysteriöse Welt seiner eigenen Träume geführt und somit seinen innersten, verborgenen Ängsten und Gedanken ausgesetzt. Letztlich kommt es zur Konfrontation mit dem „Labyrinth der Träumenden Bücher“.

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Zamonische Wesen, geheimnisvolle Zusammenhänge und ein phantastischer Ort. Moers' Fans dürfen sich auf eine Reise zurück in die typische Welt des Mythenmetz freuen. Dank der zahlreichen Illustrationen beginnt die Geschichte nach und nach vor dem geistigen Auge des Lesers Gestalt anzunehmen. Die Sprache des Autors ist interessant und vor allem plastisch. Alle beschriebenen Ereignisse zeugen von einer einzigartigen kreativen Gabe des Autors, der zusätzlich in der Lage ist, seine Kreativität kunstvoll in Worte zu fassen. Es macht Spaß daran teilzuhaben und die Geschichte rund um Hildegunst von Mythenmetz zu verfolgen. In der alt bekannten Zamonienwelt werden sich sowohl alte als auch neue Leser sehr wohl fühlen. Und zum Glück ist dieses Buch im übertragenen Sinne nur eine Vorbereitung auf etwas Größeres! Denn viele Fragen blieben nach der Lektüre ungeklärt: Was hat Corodiaks Botschaft zu bedeuten? Welche Rolle spielt das unsichtbare Theater? Und was haben die geheimnisvollen Visionen zu bedeuten?

Walter Moers lässt seine Geschichte am Höhepunkt der eigentlichen Handlung enden. Durch dieses abrupte Ende wird das Interesse der Leser auf die angekündigte Fortsetzung gelenkt. Es bleibt also spannend!

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Fazit: „Das Labyrinth der Träumenden Bücher“ führt seine Leser ein in eine bunte Kulisse, einen Schauplatz, der eine umso abenteuerlichere Fortsetzungsgeschichte verspricht. Moers in gewohnter Stärke, Preisträger des Lovelybooks Leserpreises 2011!

4 Sterne!

Weitere Infos zum Titel bei Knaus.

Montag, 2. Januar 2012

Ewiglich die Sehnsucht - Brodi Ashton



Sehnsucht nach der ewigen Liebe endlich wieder geweckt

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"Jede Nacht ist Jack bei mir. Er legt sich neben mich, auf die Seite, den Kopf auf meinem Kissen. Ich nehme die gleiche Position ein und sehe ihn an. Er legt seine Hand auf mich. Ich sehe es, aber ich spüre es nicht. [...] Wir sind einen Atemhauch voneinander entfernt - und durch eine Welt getrennt."
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Die 17jährige Nikki taucht Wochen nach ihrem plötzlichen Verschwinden wieder auf. Orientierungslosigkeit und Verwirrung schreibt man ihrem Drogenproblem zu. Hierin liegt sowohl für ihre Freunde als auch für ihre Eltern der Grund des Verschwindens. Doch was niemand zu ahnen scheint ist das dunkle Geheimnis des Mädchens. Denn Nikki verbrachte 100 Jahre in der Unterwelt, dem Ewigseits. Sie ließ sich zuvor von dem charmanten aber sehr gefährlichen Rockstar Cole verführen und folgte ihm in sein dunkles Reich. Dort ernährte er sich all die Jahre über von den Emotionen und Erinnerungen seines Opfers. Als nichts mehr von ihr übrig bleibt bis auf eine leere Hülle, gelingt es Nikki in ihre Welt zurückzukehren. Ziel ist es, sich in den sechs Monaten von ihren Liebsten zu verabschieden. Relativ schnell wird Nikki bewusst, dass sie doch nicht all ihre Erinnerungen verloren hat. Ein Name, ein Gedanke ist ihr in jenen 100 Jahren im Ewigseits im Gedächtnis geblieben. Es ist die Erinnerung an Jack, ihre große Liebe.
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Es ist allerdings fraglich, ob Jack nach der langen Zeit der Trennung weiterhin zu Nikki stehen wird. Als Leser ist man regelrecht hin und her gerissen zwischen Jack und Cole, die zwei ganz unterschiedliche Typen von Beziehung repräsentieren. Wird Nikki ihrem Herzen folgen und um Jack kämpfen, obwohl die Situation ausweglos erscheint? Schließlich kann sie nur für eine kurze Zeit auf der Erde verweilen. Oder wird sie mit Cole zurückkehren ins Ewigseits, um dort mit ihm als Königin zu regieren? Um dem Schicksal einer Art Hölle zu entgehen, muss eine Entscheidung früher oder später getroffen werden. Dennoch steht für Nikki fest: Mit jedem Atemzug, mit jeder Faser ihres Herzens liebt sie nur einen und das ist Jack!
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Brodi Asthon präsentiert ihren Lesern eine brisante hochdramatische Liebesgeschichte der besonderen Art. Sie spielt mit den Ebenen Realität und Fiktion, macht alte, mythische Erzählungen wie etwa Orpheus und Euridike oder aber auch Pluto und Persephone für den modernen Leser nutzbar und verbindet die Genres Liebesroman und Fantasy zu einem überzeugenden Gesamtbild. Entstanden ist eine Liebesgeschichte, die spannender nicht hätte sein können und ihre Leser in den Bann zieht. Was erträgt die Liebe? Welche Grenzen vermag sie zu überwinden? Wird sie in Ewigkeit bestehen?
Durch die Beschreibung aus der Sicht der Protagonistin sowie den häufigen Wechsel der Zeiten baut sich eine enorme Erwartungshaltung auf. Man muss einfach weiterlesen. Am Ende bleibt die Vorfreude auf den zweiten Teil, der vermutlich Anfang nächsten Jahres erscheinen wird.
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Fazit: Liebe, Verrat, Enttäuschungen, Glaube, Treue und Mut - noch nie zuvor wurden all diese Komponenten einer Beziehung in eine solch spannende Geschiche verpackt.

4 Sterne!



Ein herzliches Dankeschön an Oetinger für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares sowie das dazugehörige Armband!

P.S.: Zur Zeit könnt ihr euch bei Lovelybooks als Testleser für diesen Titel bewerben!