Samstag, 8. Dezember 2012

Vier Arten, die Liebe zu vergessen - Thommie Bayer



Die beiden Welten waren schon ineinander verschränkt gewesen, bevor Michael sich von der einen in die andere bewegt hatte.“
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Ein trauriger Anlass bringt die vier Freunde Bernd, Michael, Wagner und Thomas wieder zusammen: Emmis Tod. Und auch in der Schulzeit war sie der entscheidende Auslöser, der das Entstehen einer Freundschaft in Gang setzte. Noch am Grab beschließen die Männer, ein gemeinsames Wochenende in Venedig zu verbringen, der momentanen Heimat Michaels. Dabei merken sie schnell was es bedeutet, sich über einen längeren Zeitraum nicht mehr gesehen zu haben. Jeder einzelne von ihnen musste Schicksalsschläge unterschiedlicher Art bewältigen. Diese werden zum Mittelpunkt des Aufenthaltes. Durch aufrichtige Gespräche suchen die vier Protagonisten den gemeinsamen Austausch. Bei Michael geht es beispielsweise um den frühen Verlust seiner Mutter und die Beziehung zu seinem Vater. Auch zu seiner Karriere als Komponist hat er ein zwiespältiges Verhältnis. Im Nachhinein scheint er den Entschluss, Anonymität wahren zu wollen, zu bereuen. Wie er werden auch seine Freunde von quälenden Fragen rund um die eigene Existenz geplagt, mit denen sie sich nun auseinandersetzen.
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Thommie Bayer entwirft eine außergewöhnliche Handlung, bei der sich die männlichen Protagonisten auf eine Reise in die Vergangenheit begeben, um sich letztlich im Hier und Jetzt authentisch begegnen zu können. Als Leser ist man dazu eingeladen, die „Helden“ auf dieser Reise zu begleiten. Nicht selten sensibilisieren ihre Gedanken für die eigenen, tief sitzenden Fragen, die man an das Leben stellt. Auf äußerst kunstvolle Weise verbindet Bayer Musik und Literatur zu einer kreativen Gesamtkomposition literarischen Schaffens. Einfühlsam und tiefgründig, aber dennoch realistisch und unverblümt stellt er die Lebenswege der einzelnen Figuren dar, mit denen man sich leicht identifizieren kann. Die meisten ihrer Probleme kreisen sich um Themen, die das Leben wesentlich prägen. Schließlich ist es die Liebe in ihren unterschiedlichen Facetten, Einfluss auf die Lebenswege nimmt.
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Fazit: Eine Prise Melancholie zugefügt zu den großen Themen des Lebens: Liebe, Verlust, Enttäuschungen und die Frage nach Glück. 

4 Sterne! 

Weitere Infos bei Piper!

Kommentare:

  1. Das Buch hört sich toll an und du hast mir mit deiner Rezension grade echt Lust gemacht! :)

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  2. Vielen Dank euch Beiden für die lieben Worte! :-)

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