Sonntag, 2. Dezember 2012

Die Frau, die vom Himmel fiel - Simon Mawer


Die Zeit verstrich mit jener merkwürdigen Relativität, die an Neds Physik erinnerte: relative Zeit, elastische Zeit. Die Stunden des Unbehagens streckten sich dahin wie Tage, ...“
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London im Jahre 1943: Marian Sutro ist eine außergewöhnliche Frau, auf die ein ebenso außergewöhnliches Schicksal wartet. Inmitten den Wirren des Krieges führt sie ein einfaches und beschauliches Leben, bis sie aufgrund ihrer einzigartigen Fähigkeit von der Regierung entdeckt wird. Denn Marian verfügt im Vergleich zu allen anderen Frauen auch mit ihren erst 19 Jahren über eine nützliche Gabe: Dank einer bilingualen Erziehung ist sie dazu in der Lage, fließend Französisch zu sprechen. Und so bekommt sie einen ganz besonderen Auftrag: Marian soll als Spionin im besetzten Frankreich tätig werden. Ohne zu zögern, nimmt sie dieses Angebot an und verspricht sich dadurch auch, ihre Jugendliebe Clément wieder zu finden, der mittlerweile als Atomphysiker in Paris lebt und im Laufe der Geschichte zu einem Teil des geheimen Auftrags wird. Doch bevor Marians Reise in das Abenteuer beginnt, wird sie zu einer Spionageschule geschickt, auf der sie neben einem angemessenen Verhalten auch den richtigen Umgang mit Waffen lernt. Hier verliebt sich die junge Frau in Benoit, einen Kollegen. Und schließlich kommt der Tag, an dem die mit einem Fallschirm ausgerüstete Marian aus einem Flugzeug der Royal Airforce springt, hinein in das vom Krieg zerrissene Frankreich.
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In wortgewandter Ausdrucksweise entwirft Simon Mawer eine ebenso spannende wie ergreifende Geschichte um das Schicksal der jungen Marian inmitten den Wirren des Krieges. Er gewährt dabei tiefe Einblicke nicht nur hinter die Kulissen der historischen Ereignisse, sondern auch in das Innenleben der sympathischen Protagonistin, einer starken Frau in einer verworrenen Zeit. Brisante Szenen voller Gefahr, atemberaubender Leidenschaft und fesselnder Spannung wechseln sich ab. Eine Lektüre, die ein etwas anderes Bild des Zweiten Weltkriegs zeichnet, dabei aber nie von einer sehr authentischen Schilderung abrückt. Simon Mawer, der bereits mehrfach für den Booker-Preis nominiert wurde, profitiert hier von den Erfahrungen seines Vaters, eines ehemaligen Mitarbeiters der Royal Airforce, und bringt Fiktion und Realität zu einer gelungenen Kombination.
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Fazit: Ein gelungener Perspektivwechsel und gleichzeitig eine Hommage an all jene mutigen Frauen, die nach dem Vorbild Marians ihr Leben einem nationalen Auftrag widmeten. 

4 Sterne! 

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