Montag, 19. November 2012

Netzgemüse - Tanja & Johnny Haeusler


Den Spielplatz Internet haben wir nie besuchen können, denn es gab ihn für uns noch gar nicht. Die Internet-Planschphase werden uns unsere Kinder also für immer voraushaben.“
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Podcasts, Weblogs, Sound-Dateien, Videocasts, WhatsApp, IM+, …
Diese Begriffe sind nicht etwa kreativ erfundene Neologismen oder Bestandteile einer gänzlich anderen Sprache, wie auch heute noch ein nicht unwesentlicher Teil der Elterngeneration möglicherweise annimmt. Als Teile der Digitalisierung gehören sie zur crossmedial vernetzten Lebenswelt unserer Kinder und nehmen maßgeblich Einfluss auf ihre Gedanken- und Gefühlswelt, ja ihre gesamte Persönlichkeit. Umso dringlicher wird dabei die Frage, was es eigentlich bedeutet, in der heutigen internetgeprägten Gesellschaft aufzuwachsen.
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Fest steht, dass Kinder und Jugendliche unter diesen Voraussetzungen einen neuen, digitalen Orientierungssinn entwickeln; neue technische Kompetenzen, von denen wir nur träumen können. Die beiden Autoren versuchen in ihrem Band eine Brücke zwischen den Generationen zu schaffen und den Wissensvorsprung der Jüngeren durch ebenso informative wie ironische Erklärungen einzuholen. Demnach wird ein Internetforum beispielsweise als „virtuelles Äquivalent zum Vereinstreffen und Stammtisch, zur Expertenrunde und Selbsthilfegruppe“ treffend charakterisiert. Ziel aller Erklärungen ist es, die Frage nach der elterlichen Verantwortung neu zu diskutieren. Ein angesichts potenzieller Gefahren und bevorstehender Kontrollverluste durchaus berechtigtes Vorhaben. Anonymität, Pseudonymität oder die Weiten der Smartphones zählen ebenso zu den thematisierten Feldern wie die grenzenlose Kommunikation via Facebook oder leicht zugängliche, pornographische Inhalte. Leser erhalten somit einen umfassenden Einblick in die wichtigsten Tools des Internet.
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Positiv zu bewerten ist die Tatsache, dass mit dieser Lektüre ein längst überfälliger, an aktuellen Fragestellungen orientierter Ratgeber rund um das Thema Erziehung und Erwachsenwerden im Web 2.0 vorliegt. Auf äußerst amüsante und dennoch informative Weise erhalten Eltern neue Denkanstöße und Verhaltensperspektiven. Ohne das Internet zu verteufeln, bieten die beiden Autoren einen realistischen Abriss über Chancen und Nutzen sowie Grenzen und Gefahren, denen man sich stellen sollte und früher oder später auch stellen muss.
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Fazit: Neue Funktionen der Erziehung 2.0, mit denen es sich auseinanderzusetzen gilt, bevor die virtuelle Büchse der Pandora von Seiten unserer Kinder geöffnet wird. Sehr zu empfehlen! 

5 Sterne! 

Weitere Infos bei Goldmann! 

1 Kommentar:

  1. Hallo Sophia,

    für mich als Mutter (Töchterlein ist 16) hört sich dieses Werk interessant an.

    LG
    Sabine

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