Donnerstag, 11. Oktober 2012

Sternenreiter - Jando


Heimat und Herkunft eines Menschen werden zu viel Bedeutung beigemessen. Wahre Heimat findest du in den Herzen der Menschen, die dich lieben.“
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Ein modernes Märchen voller Emotion und tiefer Einblicke erwartet den Leser dieser außergewöhnlichen Geschichte, an deren Ende eine Art spirituelles Erwachen steht.
Zu Beginn begleitet man den Protagonisten, einen gestressten Familienvater, in seinem Arbeitsalltag. Für seine Frau und die beiden Kinder bleibt dabei kaum noch Zeit. Viel zu sehr ist Mats in seine Arbeit eingespannt und bemerkt gar nicht, was er dabei zu verlieren droht.
Eines Abends vergisst er beim Überqueren der Straße den wichtigen Blick zur Seite und wird angefahren. Mats hat Glück gehabt und überlebt gerade so. Nach dem Unfall ist er allerdings auf einen Rollstuhl angewiesen. Während seines Krankenhausaufenthaltes lernt er einen sonderbaren kleinen Jungen kennen, der ihm anfangs sehr suspekt ist. Auf unerklärliche Weise wird er jedoch von ihm angezogen und verbringt darauf hin immer mehr Zeit mit dem Kind. Mats genießt die gemeinsamen Treffen und seine Faszination für das Kind wächst mit jeder Begegnung. Im Mittelpunkt stehen dabei die heilsamen Gespräche. So scheint der Kleine immer die passenden Worte parat zu haben, die Mats weiterhelfen und ihn zum Nachdenken anregen.
Schließlich überdenkt er sein bisheriges Verhalten, bereut die ungenutzte Zeit ohne seine Familie und kommt zu der Erkenntnis, dass die Arbeit es nicht vermag, seine Sehnsucht zu stillen. Einzig und allein die Liebe zu seiner Familie, die vermittelte Geborgenheit und der Zusammenhalt können sein Leben mit Sinn erfüllen.
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Das Buch weitet den Blick für das, was wirklich wichtig ist im Leben. So stellt sich nicht nur bei dem Protagonisten ein Wechsel der Perspektive ein. Vielmehr werden die Leser selbst zu einem Reflexionsprozess über ihre genutzte Zeit eingeladen. Dabei wird in Erinnerung gerufen, wie wertvoll geliebte Menschen und insbesondere Kinder eigentlich sind. Den persönlichen Umgang mit ihnen gilt es zu überdenken.
Im Text ist es der Junge, der diese zum Nachdenken anregende Sätze und Handlungsimpulse ausspricht. Sie können dem Leser viel bedeuten, jedoch wirken sie wenig authentisch. Kein Kind in diesem Alter verfügt über die Weisheit des kleinen Jungen und wäre dazu in der Lage, einem Erwachsenen auf diese Weise zu helfen, ja in die Rolle eines spirituellen Lehrers zu schlüpfen. Diese Ungereimtheit verwundert während der Lektüre. Vermutlich ist dies der Grund, warum die Geschichte als modernes Märchen tituliert wurde. Ansonsten ist sie wunderbar zu lesen und bietet viel Raum für Emotionen und Magie.
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Fazit: Empfehlenswert insbesondere für Liebhaber philosophischer Geschenkbände nach dem Vorbild des kleinen Prinzen.

4 Sterne!

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