Samstag, 14. Juli 2012

Mein Gott, Wanda - Ulrike Herwig


„Punchbag? Was war das? Egal. Wanda schrieb es trotzdem auf einen Zettel: Punchbag, um elf, für Rambo.“
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Wer hätte gedacht, dass es so viel Spaß macht, eine 63-jährige Dame in ihrem Alltag zu begleiten? Bei unserer Protagonistin geht es heiß her, seitdem sie ihren Teeladen aufgegeben und eigentlich den wohl verdienten Ruhestand genießen wollte. Doch an Ruhe ist in der letzten Zeit absolut nicht zu denken! Gerade noch freut sie sich auf eine anstehende Australienreise, die sie von ihrem Alltagstrott befreien und ihr neue Abenteuern bieten soll, als Sohn Stefan wegen eines Snowboard-Unfalls im Krankenhaus eingeliefert wird. Er bittet Wanda, in seiner Muckibude namens Herkules vorübergehend nach dem Rechten zu sehen. Natürlich schlägt die herzensgute Mutter ihrem Sohn diesen Wunsch nicht ab. Wanda verwirft kurzerhand alle Pläne und begibt sich schnurstracks Richtung Fitnesscenter. Und hier prallen schließlich Welten aufeinander: jung und knackig mit würdevoller Reife, jugendlicher Leichtsinn mit tiefem Verantwortungsgefühl, umfassende Kenntnisse im Bereich Sport und Fitness mit völliger Ahnungslosigkeit. Wanda fühlt sich inmitten all der glatzköpfig, wilden Tätowierten mit seltsam anmutender Sprache alles andere als wohl. Kann das etwa gutgehen?
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Was auf den ersten Blick wie eine desaströse der totalen Katastrophe geweihte Kombination erscheint, wird sich später als heilsame Mischung erweisen. Natürlich muss Wanda so manche Hindernisse bewältigen, seien sie sprachlicher, emotionaler oder zwischenmenschlicher Natur. Dennoch lässt sie sich nicht unterkriegen und macht das Beste aus ihrer Situation. Auch dann noch, als sich herausstellt, dass Stefan nicht die leiseste Ahnung von Marketing und wirtschaftlicher Geschäftsführung hat. Letztendlich geht es um alles oder nichts: Erfolg vs. wirtschaftlicher Totalschaden. Mit vereinten Kräften von Freundinnen und Tochter mobilisiert Wanda alle in ihr verborgenen Talente und gibt alles!
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Als herrlich amüsantes Lesevergnügen entpuppt sich Ulrike Herwigs neuer Roman „Mein Gott, Wanda“. Wer bereits den Vorgänger "Martha im Gepäck" kennt, darf sich auf diesen Roman richtig freuen und wird dabei nicht enttäuscht. Der Text liest sich in einem rasanten Tempo, denn er lässt keine Wünsche offen. Ein ebenso überzeugender Schreibstil in Kombination mit einer ebenso überzeugenden Geschichte. Wunderbar humorvoll und unterhaltsam, wunderbar Wanda! Herzlichen Dank Frau Herwig! 

5 Sterne und ein großes Dankeschön an Vorablesen und Ullstein! 

Weitere Infos zum Titel: Hier!

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