Freitag, 15. Juni 2012

Meistens alles sehr schnell - Christopher Kloeble



'Siebenunddreißig Jahre später wunderte ich mich, wie unbemerkt siebenunddreißig Jahre hatten vergehen können.'
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Tabuisierte Themen wie menschliche Behinderungen, Inzest, unbarmherzige Schicksalsschläge und der Tod selbst sind wesentliche Elemente der Geschichte. All diese Themen verarbeitet Christopher Kloeble in seinem Roman 'Meistens alles sehr schnell' auf ergreifende und das Herz des Lesers zutiefst bewegende Weise. Eindrücklich und realitätsnah begegnet man dem alltäglichen Umfeld des 19-jährigen Protagonisten Albert. Immer schon ist er für seinen Vater Fred da gewesen, der aufgrund der geistigen Reife eines Kindes nur sehr eingeschränkt leben kann und dabei auf die Hilfe anderer angewiesen ist. Albert musste in seinem Leben also schon von klein an Probleme lösen und Schwierigkeiten meistern. Nachdem sich herausstellt, dass Fred nur noch wenige Wochen zu leben hat, möchte Albert nur noch eines: herausfinden, wer seine Mutter ist.
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Die beiden begeben sich auf eine abenteuerliche Reise mit dem Ziel, die Vergangenheit aufzuklären.
Dabei erwarten den Leser viele unvorhergesehene Wendungen und Überraschungen. Abwechslungsreiche Zeitsprünge und Perspektivenwechsel lassen den Text an keiner Stelle langweilig werden. Die ungewöhnliche Geschichte einer Beziehung zwischen Vater und Sohn überzeugt durch eine brillante Wortwahl und nachdenklich stimmende Passagen voller Emotion.
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Fazit: Alberts Geschichte wird auch noch lange Zeit nach der Lektüre im Gedächtnis der Leser bleiben. Sie ist zutiefst bewegend und vieles lässt einen sprachlos zurück. Beste Unterhaltung!



5 Sterne! 

Kommentare:

  1. Das hört sich wirklich nach einer schönen Geschichte an :) Waren die Zeitsprünge verwirrend?

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  2. Hallo Sonja,
    die Geschichte ist schön und sehr lesenswert! Die Zeitsprünge sind nicht sehr verwirrend, sondern interessant!

    Ganz liebe Grüße,
    Sophia

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  3. Es ist wohl so, dass der Autor dem Leser hiermit keine leichte Kost vorsetzt und in der Tat gibt es die Zeitsprünge. Doch ist alles gut verständlich und das Lesen lohnt sich allemal!

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