Montag, 23. April 2012

Trost und Spiele - Robert Preis


Man hat viel zu besprechen, wenn der Tag um fünf Uhr morgens beginnt und man die meiste Zeit auf der Kofferraumkante des geparkten Wagens sitzt. Ja, ich hatte wie immer vergessen, einen Klappsessel mitzunehmen.“
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Armin Trost, Chefinspektor und Leiter der Mordgruppe eines österreichischen Landeskriminalamts ist aufgrund seiner beruflichen Position zutiefst frustriert. Zu viel Stress. Zu viel Ärger. Zu viel Büroarbeit. Weil ihn sein Beruf nicht mehr zufriedenstellen kann, ist die logische Konsequenz für ihn, seinen Posten niederzulegen. Doch ausgerechnet an dem Tag dieser Entscheidung entdeckt er früh morgens vor seiner Haustür nicht nur die tägliche Zeitung, sondern vielmehr ein seinem Zaun steckendes Messer. 
Zusätzlich befindet sich dabei eine mysteriöse Zeichnung, die es zu entschlüsseln gilt. Ein Vorhaben, dass Trost möglichst bald in die Tat umsetzen sollte, denn ausgerechnet in dem Waldstück, welches nahe an seinem Haus gelegen ist, findet sich an diesem Tag die Leiche eines jungen Mannes: Brutal ermordet, mit einem okkulten Schwert auf einen Baumstamm gestoßen. Diese denkwürdige Inszenierung eines Mordes macht es ihm unmöglich, seinen Beruf aufzugeben. Es gibt einen Fall zu bearbeiten. Durch die Hilfe eines väterlichen Freundes, ein verrückter Künstler, der der Figur des Doc Brown aus der Trilogie Zurück in die Zukunft ähnelt, stellt sich heraus, dass die rätselhaften Symbole Merkmale karolingischer Ritterwaffen sind. Auch ein Zusammenhang zur gefürchteten Armee der Gottheit Pan, halb Mensch, halb Ziegenbock, kann nicht ausgeschlossen werden. Durch die räumliche Nähe zu seinem Wohnhaus und den Hinweis am Gartenzaun stellt dieser Fall eine besondere Gefahr für den Inspektor dar. Trost muss das Rätsel um diesen Mordfall lösen, bevor es zu spät ist.
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Der Kriminalroman des Autoren Robert Preis überzeugt durch ein spannendes Setting, geheimnisvolle Symbole und nervenaufreibende Ereignisse. Neben den Symbolen sind es sprechende Namen wie Trost oder Schulmeister, die das schriftstellerische Können des Autoren unter Beweis stellen. Detailliert werden die einzelnen Figuren dargestellt und erscheinen alle als äußerst sympathisch: Der von einer Art Midlife-Crisis betroffene Trost, seine Gewinnspiel-verliebte Frau Charlotte, Jonas und Elsa, die Kinder der beiden, sowie weitere Mitarbeiter der Polizei u.Ä. Die Figuren sind so überzeugend und plastisch beschrieben, dass die gesamte Handlung wie eine Art Film vor dem inneren Auge des Lesers abläuft. Rasantes Lesetempo wird gefördert durch ironische Einschübe und Bemerkungen, sowie Querverweise typisch österreichische Ausdrucksformen („Na bravo!“). Der im Buch thematisierte Fall ist zudem hochinteressant und es macht Spaß, sich zusammen mit Armin Trost das Rätsel zu erkunden.
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Fazit: Ein äußerst empfehlenswerter, kurzweiliger Kriminalroman, der spannende Lesestunden bereitet! Gerne mehr davon! 

5 Sterne! 

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Kommentare:

  1. Hallo, das ist eine sehr schöne Seite.Ich nehm sie mal gleich in meinen Blogroll auf. L.G. Annette

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