Montag, 23. Januar 2012

Gut so, Hexe Pollonia! - Angelika Diem


Spannende Abenteuer mit der herzallerliebsten Hexe Pollonia

„Zitterrochen, Bambusspross, nun wünsch ich mir ein Märchenschloss!“
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Als Hexe Pollonia erfährt, dass sie das nächste Hexentreffen organisieren darf, ist sie zunächst überrascht und voller Freude. Doch diese anfängliche positive Reaktion ändert sich schnell nach dem Auftauchen ihrer Cousine Hiberia, die ihr vorwirft, ein viel zu kleines Haus zu haben, in dem unmöglich eine Feier stattfinden kann. Pollonia lässt sich von der Missgunst ihrer Cousine anstecken und glaubt, dass ihr Haus wirklich nicht der beste Ort für das Hexentreffen ist. Was soll sie jetzt bloß tun? Schließlich hat man ihr die Verantwortung übertragen!
Es gibt also nur einen Ausweg! Ein besseres, größeres, atemberaubendes Haus muss her. Und so versucht sich Pollonia an einem Zauberspruch nach dem anderen, um das perfekte Haus zu schaffen. Zusammen mit ihrem Hexentierchen Camillo und dem Äffchen Safranillo begibt sie sich auf eine Reise durch die unterschiedlichen Häuser.
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Die ansprechende Zeichnung auf dem Cover des Buches zeigt die fröhliche Pollonia im Kreise ihrer Hexen-Kollegen und weckt bereits das Interesse des Betrachters. Verstärkt wird diese Wirkung zusätzlich durch das auffällige Format in Übergröße, das vor allem gerade junge Leserinnen und Leser dazu einläd, die Geschichte Stück für Stück zu entdecken. Und genau das lohnt sich: Denn nicht nur die Handlung, sondern auch das Lesen an sich wird zu einem Abenteuer. Nach jedem Zauberspruch folgt eine aufklabbare Buchseite, die das Ergebnis der Magie eindrucksvoll vor Augen führt. Pollonias magische Fähigkeiten lösen Faszination aus und lassen Kinderaugen vor lauter Staunen erstrahlen. Wunderbar farbenfrohe und zum Träumen einladende Illustrationen verleihen der Geschichte den Charakter des Besonderen.
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Dieses Buch ist eine gute Grundlage für einen Vorleseabend mit Kindern und zudem dank der großen Schrift ebenfalls bestens für Erstleser geeignet. Neben der lustigen Geschichte bietet die Handlung außerdem einen didaktischen Mehrwert, eine Lehre. Pollonia hat mit Angst und Minderwertigkeitsgefühlen zu kämpfen, bis sie am Ende merkt, dass sie sich für das, was sie hat nicht verstecken muss. Ganz im Gegenteil! Der Ausgang des Buches ist somit womöglich nicht nur Balsam für die Seele der lieben Hexe.
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Fazit: Ein sehr gelungenes, empfehlenswertes Kinderbuch.


5 Sterne!


Ich freue mich sehr, dass die Autorin Angelika Diem Zeit für ein Interview gefunden hat.
Ein herzliches Dankeschön für die Bereitschaft zur Beantwortung der Fragen!

1.) Liebe Frau Diem, es wurden bereits mehrere Ihrer Geschichten veröffentlicht. Doch wie lange dauert es eigentlich von der Idee zum fertigen geschriebenen Text?

Das ist ganz unterschiedlich. Gedichte und Haiku schreibe ich meist sofort auf Papier, andere Geschichten trage ich mitunter Monate mit mir herum und bastle in Gedanken daran, bis sie so rund sind, dass ich einfach in die Tasten greifen muss.



2.) Mit der sympathischen Hexe Pollonia haben Sie einen Charakter geschaffen, der mittlerweile sehr beliebt ist und viele Kinderherzen verzaubert. Wie ist die Idee für diese Figur entstanden?

Zu Pollonia und ihrem Kater Camillo haben mich zwei Geschichten aus meiner Kindheit inspiriert: Der Kinderbuchklassiker "Die kleine Hexe" von Otfried Preußler und dann gab es in einem Kindermagazin (ich glaube, es war Bussi Bär) eine Geschichte um einen Hexenkater, der von seiner Hexe vor die Tür gesetzt wurde. Das hat mich damals sehr bewegt.



3.) Sollen Ihre Kinderbücher ausschließlich unterhalten oder gibt es überdies einen intendierten didaktischen Mehrwert?

Sowohl als auch. Mit den Geschichten von Pollonia verknüpfe ich Themen wie "Haustiere sind Freunde und kein austauschbares Spielzeug" oder "Gewinnen ist es nicht wert, dass man dafür schmuellt" und "Hilfsbereitschaft bringt neue Freunde". Dabei ist es mir wichtig, die Werte so in die Geschichte zu verpacken, dass für das Kind die Spannung, das Lachen und der Lesespaß an erster Stelle steht und das Vermitteln der Kernaussage so nebenbei passiert.



4.) Zählt die Tätigkeit als Schriftstellerin zu den Traumberufen, die Sie bereits als Kind favorisierten?

Nein. Als Kind wollte ich Astronomin werden und das Weltall erforschen.



5.) Apropos Kindheit. Dient Ihnen die eigene Kindheit als Quelle der Inspiration? Wie viel von der kleinen Angelika steckt in den einzelnen Kinderbuchcharakteren?

Meine eigene Kindheit hat bislang noch nicht in die Bücher hinein gespielt, von mir selbst steckt eine Prise Starrsinn, Neugier und Hartnäckigkeit in meinen Lieblingsfiguren.



6.) Neben Kinderbüchern schreiben Sie auch Texte im Bereich Manga, Fantasy und Poesie.
In welchem Genre fühlen Sie sich am wohlsten?

Am wohlsten fühle ich mich momentan in der Fantasy, wobei Manga und Kinderbuch für mich einen äußeren Rahmen darstellen, in den ich auch sehr gern Fantasy verpacke.



7.) Was ist der besondere Reiz an fantasievollen Geschichten im Gegensatz zur an der Realität orientierten Literatur?

Fantasy gibt mi die Freiheit Grenzen zu sprengen und fordert mich gleichzeitig heraus, neue Grenzen zu schaffen, in deren Rahmen das Geschehen den von mir beschriebenen Gesetzen zu folgen hat. Jeder Held und jede Heldin muss schließlich auf schwer überwindbare Hindernisse stoßen, damit die Geschichte spannend bleibt.




Dieses Buch kann man wunderbar verschenken, am besten mit einem liebevoll ausgewählten Spielzeug. Viele interessante Anregungen und Ideen findet man hierzu auf http://www.spielzeug.com/


Und das Beste: Zusätzlich gibt es hier jede Menge Hintergrundinformationen rund um die Welt des Spielzeugs, so z.B. der Hinweis auf die Puppenstuben Ausstellung im Ebersbacher Stadtmuseum. Vorbeischauen lohnt sich!

Kommentare:

  1. Tolles Interview!!
    Man merkt richtig, dass du das hier alles sehr ernst nimmst. Und ich bin froh, noch einen schönen Bücherblog gefunden zu haben.
    LG <3 + Abonniert!

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  2. Vielen Dank, liebe Nina! Ich freue mich, dass dir mein Blog gefällt.

    Liebe Grüße,
    Sophia

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