Dienstag, 29. März 2011

Schutzengel - Paulo Coelho



„Und meine Seele - meine Seele sieht und berührt all das.“

Die lang erwartete Neuerscheinung des Bestsellerautors.

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Diese spirituelle Erzählung Coelhos gewährt bisher unbekannte Einblicke in sein Leben als Schriftsteller aber auch als Mensch auf der Suche nach Antworten. Antworten auf ganz existenzielle Fragen des Lebens. Schon oft hat der Autor seine berufliche Laufbahn beendet und einen neuen Weg eingeschlagen in der Hoffnung, seine wahre Berufung zu finden, die sein Leben und vor allen Dingen ihn selbst als Person mit Sinn erfüllt und dauerhaft glücklich macht. Bisher ist es ihm allerdings nicht gelungen. Wie aber sieht ein sinnstiftendes Leben aus? Wie lassen sich die eigenen Träume und Wünsche in die Tat umsetzten? Es geht hierbei ganz speziell um Fragen, die sich jeder schon einmal gestellt hat.

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Im Herbst 1988 macht sich Paulo nun auf den Weg zu einer Reise nach Mojave, einer Wüste in den Vereinigten Staaten. Begleitet wird er dabei von seiner Frau Chris. Sie hält nichts von dem Interesse ihres Mannes an der Magie, möchte ihn aber dennoch auf seinem Weg unterstützen und dabei ungern alleine lassen. Bemerkenswerterweise erfährt ausgerechnet sie als erstes eine Art geistiges Wachstum. Ziel der ganzen Reise ist die Begegnung mit einem Schutzengel und eine Unterhaltung mit eben diesem Engelwesen zu führen, die zu einer Art Erkenntnis beitragen soll. Auf der gemeinsamen Reise begegnen die beiden faszinierenden Wallkürefrauen und außergewöhnlichen Fremdem. Zusätzlich müssen sie sich bereits zu Beginn der Geschichte vielen Gefahren stellen und Mut beweisen. Nicht nur einmal werden sie dabei auf die Probe gestellt. Ob und wie die Begegnung mit einem Schutzengel stattfindet, gilt es als Leser herauszufinden.

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Fazit: Die Geschichte einer transzendenten Erfahrung, inmitten einer atemberaubenden Wüstenlandschaft, die ihre Besucher in goldenes Licht taucht und mit Realität, Fiktion und der Weite der eigenen Gedanken spielt.

Manchmal bedarf es einer Reise, die uns zu uns selbst zurückführt.


4 Sterne!



Ich bedanke mich herzlich bei Diogenes!

Sonntag, 27. März 2011

Amazon - Gutschein oder eins von tausend Büchern?

Meine lieben Leser,
(mittlerweile schon 41, ich freue mich über jeden Einzelnen)
ich möchte euch auf zwei grandiose Gewinnspiele aufmerksam machen!

Zum Glück gibt es das Internet, denn gerade wir Blogger können es nunmal nicht lassen, uns hier die Zeit zu vertreiben.
Doch welcher Zugang soll gewählt werden in das Netz der ungeahnten Möglichkeiten?
Die Fülle der einzelnen Internetanbieter ist nur schwer durchschaubar, vor allem wenn es darum geht, die individuellen Vorteile und Vergünstigungen zu finden.
Hilfe verspricht internetanbieter.info.
Vergleichende Darstellungen und ausführliche Erklärungen erleichtern die Orientierung und helfen bei der Entscheidungsfindung, wie z.B. der Tarifvergleich.
Hier könnt ihr außerdem mit ein bisschen Glück einen Amazon-Guteschein im Wert von 50 Euro gewinnen.
Na, wenn das mal nichts ist ...


Ein Gewinnspiel der Superlative ist ebenfalls das aktuelle der Literaturfee. Ihre Geburtstagsverlosung ist für alle Bücherfreunde wie Weihnachten, Ostern und Geburtstag zusammen. Überzeugt euch am besten selbst, indem ihr hier klickt.

Es erwartet euch ein Meer an möglichen Gewinnen.


Allen Teilnehmern wünsche ich viel Glück und allen Lesern eine schöne neue Woche!

Montag, 21. März 2011

Blog-Award ... schnappt ihn euch!

Ich bedanke mich bei Isabel und Hanne, die ich ebenfalls als 40. Verfolgerin begrüßen darf, für diesen wundervollen Award:

Nun zu den Regeln: 7 Dinge über mich und 8 mal weiterreichen.

1. Manchmal nerven mich die Regeln.
2. Im richtigen Leben kann ich dann oft nichts dagegen tun.
3. Und bin in seltsamen Systemen, man denke an das der Bildung, gefangen.
4. Hier kann ich etwas tun.
5. Auf meiner Seite und meinem Blog.
6. Also warum nicht mal ein bisschen nach den eigenen Regeln tanzen...
7... diese hier wäre: Nehmt euch den Award! Jeder Blog hat ihn sich verdient und ganz besonders ihr, meine lieben Leser!

Ich wünsche euch eine schöne, erfolgreiche Woche! Genießt die ersten Sonnenstrahlen! Lasst es euch gut gehen!

Samstag, 19. März 2011

Wunderbares Krimivergnügen!

Die folgenden beiden Neuerscheinungen des Haymon Verlags werden alle Krimifans lieben!
Stadt der Schmerzen - Edith Kneifl

„Er schmeckt sein eigenes Blut. Die Faust seines Gegners hat ihn mitten ins Gesicht getroffen, seine Oberlippe ist aufgeplatzt.“
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Der Prolog setzt ein mit der detaillierten Schilderung der grausamen Ermordung eines Mannes. Spannung und gleichzeitiges Entsetzen wird ausgerechnet mit Cavaradossis großartiger Arie „E lucevan le stelle“ verbunden. Ein planvoll inszenierter Mord, der die gestörte Psyche des Täters deutlich macht, bis schließlich die qualvollen Schreie des Opfers die Gesänge des Tenors übertönen.
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Katharina Kafka wird von ihrem Freund Orlando gebeten, ihn zur Beerdigung seines Vaters nach Florenz zu begleiten. Die junge Kellnerin und ehemalige Studentin der Geschichte und Kunstgeschichte schlägt ihm diese Bitte natürlich nicht aus. Auf der italienischen Beerdigung kommt es später zu einem skurrilen Zwischenfall, denn ausgerechnet hier muss die gesamte Verwandtschaft erfahren, dass Riccardo, den sie unter den Anwesenden vermissten, brutal ermordet und im Kühlhaus des Metzgers aufgefunden wurde. Somit folgt auf das traurige Ereignis ein weiterer Schock. Riccardo ist Orlandos Onkel, weswegen der lustige Transvestit mit einer Vorliebe für den Sissi-Look beschließt, in dieser Sache eigene Ermittlungen anzustellen. Katharina, die mit Orlando bereits in Wien einen Mord aufdecken konnte, möchte ihm dabei helfen.
Die beiden forschen nun in Orlandos Familiengeschichte und decken so manches düsteres Geheimnis auf, wozu z.B. Kontakte zur Mafia und Verstrickungen in den Mädchenhandel gehören. Werden Katharina und Orlando die Flut an Informationen ordnen und den Fall aufdecken können? Es bleibt spannend.
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Die Protagonistin schildert die Erlebnisse aus der Ich-Perspektive. Ihre eigene Meinung wird dem Leser nicht vorenthalten.
Edith Kneifl, die sowohl im Bereich der Psychoanalyse als auch als freie Schriftstellerin tätig ist, wurde bereits mehrfach für ihre gelungenen Kriminalgeschichten ausgezeichnet, u.a. mit dem Glauser-Preis für den besten deutschen Kriminalroman. Eines ihrer Werke existiert als erfolgreicher Film. Das Buch ist angenehm lesbar, der Schreibstil sehr lebendig und trägt wesentlich zum Aufbau von Spannung bei. Als Leser wird man regelrecht hineingezogen in die Geschichte und möchte so schnell wie möglich herausfinden, was hier wirklich geschehen ist. Besonders interessant sind einzelne Schwarz-Weiß-Illustrationen, die Landschaften aber auch Kunstgegenstände der Stadt Florenz zeigen. Die italienische Stadt mit ihrer atemberaubenden Schönheit ist eine gut gewählte Kulisse und stellt einen Kontrast zu dem erschütternden Mordfall dar.
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Fazit: Edith Kneifl schuf mit „Stadt der Schmerzen“ eine überzeugende Kriminalgeschichte, die man gerne liest und mit Spannung verfolgt. Die Autorin wurde völlig zu Recht ausgezeichnet. Ich würde gerne mehr von ihr lesen.



Zwölf mal Polt - Alfred Komarek

“Mord und Totschlag“, sagte Polt beeindruckt. „In einer Stunde gibt’s frische Blutwurst.“
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„Zwölf mal Polt“ ist eine Zusammenstellung einzelner Kriminalerzählungen, die besser nicht hätte sein können. Einsetzend mit dem Beginn der Karriere des jungen Inspektors Simon Polt kann der Leser eine Vielzahl weiterer spannungsreicher Geschehnisse rund um das Wiesbachtal mitverfolgen bis hin zu seinen späteren Erlebnissen im Ruhestand.
Ebenso werden allmählich Freunde und Bekannte des Inspektors vorgestellt. Seine unterschiedlichen Charaktereigenschaften werden dem Leser ebenfalls nach und nach offenbar. Der sensible, gerechtigkeitsliebende Polt ist ein sympathischer Protagonist, dessen packende Fälle gerne verfolgt werden. Jeder einzelne davon zeichnet sich durch einen hohen Spannungsbogen aus.
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Der Schreibstil des Autors ist einzigartig. Freunde des Wiesbachtals sowie des österreichischen Dialekts werden die Geschichten lieben. Komarek versteht es, die beschriebene Handlung in seinen Worten lebendig werden zu lassen. An vielen Stellen darf man sich als Leser über Elemente des Witzes und der Ironie freuen, durch die das Lesen besonders genossen werden kann.
Aus diesem Grund gehört „Eine Ewigkeit Belichtungszeit“ zu einer meiner liebsten Erzählungen des Bandes. Es geht um eine Leiche, die vom Totengräber Bär gefunden wird und auf rätselhafte Weise in einem Grab gelandet ist. Grandios ist die Beschreibung des
Anfangs der Erzählung:
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„Heute nahm er die Abzweigung nach links und ließ seine Blicke gemächlich über Häuser und Felder hin zur Friedhofsmauer schweifen. Wirklich, es war eine Lust zu leben. Dieser Sommermorgen gab sich aber auch alle Mühe. Der noch hellblaue Himmel glänzte wie frisch gewaschen...“
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Alfred Komarek erhielt bereits zahlreiche Auszeichnungen. Seine Figur des Inspektors Simon Polt ist völlig zu Recht zu einer Kultfigur der deutschsprachigen Kriminalliteratur geworden. Mehrere Erzählungen des Autors wurden mittlerweile verfilmt.

5 Sterne für beide Bücher!

Ich bedanke mich herzlich bei Haymon für die Bereitstellung dieser beiden Rezensionsexemplare!

Mittwoch, 16. März 2011

Das Ende der Normalität - Gabor Steingart


"Es gibt kein normales Leben in Zeiten sich auflösender Normalität."
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In der heutigen Zeit ist Normalität zu einem schillernden Begriff geworden. Angesichts ungeahnter Möglichkeiten lebt der moderne Mensch in einem Zustand der Unruhe. Wurde er früher noch angezogen von den großen "Magneten" unseres Lebens, man denke an Kirche, Fabriken, Elternhaus und Familie, die unser aller Schicksal in geregelten Bahnen verlaufen ließen, herrscht heute absolute Freiheit und damit gleichzeitig auch absolutes Chaos. Es ist nicht mehr nur eine Konzeption des eigenen Selbst denkbar, sondern eine Fülle unterschiedlichster Lebensentwürfe. Die Treue zur Automarke hält statistisch gesehen länger als die zum eigenen Ehepartner, allgemeingültige Werte lösen sich auf und ein einziger Arbeitsplatz für das ganze Leben ist nicht mehr vorgesehen.
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"Der moderne Mensch hat nicht nur einen Gott auf dem Gewissen, er ist im Begriff, auch die anderen Gottheiten zu erdolchen. Sein Verhältnis zum Staat, zu den Parteien und zur Institution Familie ist heute ähnlich säkular wie das zur Kirche."
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Gabor Steingart, Chefredakteur des Handelsblatts und einer der wichtigsten politischen Publizisten Deutschlands, beschreibt in diesem Werk die aktuellen politischen und zeitgeschichtlichen Ereignisse des modernen Lebens. Dabei geht er auch auf Veränderungen im gesellschaftlichen und privaten Bereich ein. Das Internet als neue Eisenbahn unserer Zeit trägt z.B. wesentlich dazu bei, dass sich eine neue Art Bewusstsein entwickelt. Aber auch globale Bedrohungen wie etwa der "forever war" durch den Terrorismus oder staatliche Umbrüche lösen das Leben, wie es bisher war ab. Schonungslos wird deutlich gemacht, wie viel sich im Laufe der letzten 20 Jahre geändert hat.
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Der Untertitel "Nachruf auf unser Leben, wie es bisher war" deutet schon auf die Funktion des Buches hin. Der Text kann als eine Verabschiedung unseres alten Lebens, der Normalität, gelten. Bemerkenswerte Unterschiede werden kenntlich gemacht, auch im Zusammenspiel mit historischen Begebenheiten, Zitaten berühmter Denker oder Schriftsteller. Aufgeteilt in 27 Kapitel ist der Text angenehm lesbar, der Schreibstil des Autors einzigartig.
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Fazit: Ein hochinteressanter Text über unsere heutige Zeit und unser aller Damals, als alles noch besser oder vielmehr anders war.

5 Sterne!

Ein herzliches Dankeschön gilt dem Piper-Verlag!

Dienstag, 15. März 2011

Ernster als Liebe - Peter Goldsworthy


"Jedes Jahr der Kindheit ist ein Jahr der ersten Male und der neuen Entdeckungen,..."
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Robbie, Sohn des Polizeichefs, verbringt die Freizeit mit seinem Freund Billy. In der kleinen Stadt passiert nicht viel, bis eines Tages eine neue Lehrerin erscheint, Miss Peach. Sie ist anders als alle anderen Lehrerinnen, auf der einen Seite unscheinbar und doch gleichzeitig faszinierend, vor allem für Robbie. Sie trägt modische Kleidung, raucht und fährt Vespa. Nun ist Robbies Interesse für Lyrik geweckt. Er gibt seiner Lehrerin Texte, die sie mit Begeisterung liest. Dieses Verhalten wird fälschlicherweise als Liebe missverstanden und ein gefährliches Spiel kommt in Gang, denn Robbie kann fast schon zwanghaft nicht mehr von Miss Peach lassen. Sogar ihre Privatsphäre beachtet er nicht. Wird ihr die Tatsache, dass sie ein amoureuses Verhältnis mit einem fast doppelt so alten Professor hat zum Verhängnis? Oder wird sie sogar auf die Gefühle ihres Schülers eingehen?
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Peter Goldsworthy, ein in Australien lebender Arzt und Schriftsteller, liefert mit "Ernster als Liebe" ein Werk, das zum Nachdanken anregt über die Macht der extremen Emotionen und Leidenschaften. Unverblümt wird gezeigt, wozu der Mensch und insbesondere auch Kinder und Jugendliche fähig sein können, wenn sie von falschen Illusionen erfüllt sind.
Der Text erinnert stark an Wedekinds "Frühlings Erwachen", denn auch hier hat Sexualität fatale Konsequenzen für die Protagonisten.
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Der Protagonist des Stücks erzählt aus der Ich-Persepktive rückblickend von seinen Erlebnissen in den Jahren 1963/1964. Diese Erzählweise macht die Gliederung der Kapitel in Vorher, Während und Nachher verständlich. Seine Leidenschaft für Science-Fiction-Stories ist ein Indiz sein gestörtes Verhältnis zur Realität. Hier entwirft er auch sexuelle Utopien, die im wahren Leben nicht umsetzbar sind. Als Leser verfolgt man die Entwicklung des Jungen mit Interesse, der Text ist angenehm lesbar.

4 Sterne!

Ich bedanke mich herzlich bei Zsolnay!

Montag, 14. März 2011

Die Ballade der Trockenpflaumen - Pulsatilla


Neues aus dem Bereich der Gegenwartsliteratur
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Valeria di Napoli alias Pulsatilla schreibt in ihrem Blog über alltägliche Erlebnisse. Dazu zählen Folterinstrumente namens Silk-épil, Traumatisierungserlebnisse mit Puppen, regelmäßig wiederkehrende Höllenqualen sowie unzählige gescheiterte Beziehungen.
Pulsatilla als selbst gewählter Name ist die eigentliche Bezeichnung eines Heilkrautes, das angeblich gegen Boshaftigkeit helfen soll. Aber kann angesichts der Lebensumstände dieser jungen Texterin die Charaktereigenschaft der Boshaftigkeit überhaupt vermieden werden? Hoffentlich nicht! Denn gerade sie ist es, die den Text so sympathisch macht.
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In direkter, unverblümter Sprache benennt die Autorin die Dinge beim Namen. Sie liefert uns in ihrem Werk eine mutige Abrechnung mit all dem, was so mancher Frau den letzten Nerv raubt und in den Wahnsinn treiben kann. Mit einer geballten Ladung Ironie, Sarkasmus und Zynismus wurde hier ein Text erschaffen, der wunderbar zu lesen ist. Es macht Spaß und ist gerade für alle Leserinnen an vielen Stellen absolut nachvollziehbar.
Hier ein Beispiel:
"Es fühlte sich an, als wäre mein Unterleib unter eine Planierraupe oder in einen Fleischwolf geraten, ich schwitze kalten Schweiß und der einzige Grund, warum ich nicht umkippte, war der, dass mein Leib zwischen zwei Impulsen hin und her gerissen war: dem, in Ohnmacht zu fallen, und dem, zu kotzen."
Pulsatilla läd ein, an ihrem Alltag teilzunehmen und verzichtet dabei auf keine noch so peinliche Situation. Egal ob humorvoll, peinlich oder gar schockierend.
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Fazit: Keine neuen Erkenntnisse, keine neuen Beiträge zum literarischen Kanon, aber neue Worte in neuer Kreativität. Es macht einfach Spaß und ist das, was schon Feuchtgebiete hätte sein sollen.

4 Sterne!

Ich bedanke mich bei vorablesen!

Freitag, 11. März 2011

Die verborgene Sprache der Blumen - Vanessa Diffenbaugh


Eine wunderbar tiefsinnige, ergreifende Geschichte über die Komplexität der eigenen Gefühle.
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Amaryllis - Stolz
Basilikum - Hass
Efeu - Treue
Holunder - Mitleid
Sonnenblume - Trügerische Reichtümer
Schleierkraut - Immerwährende Liebe
...
Victoria Jones, die niemals Beständigkeit erfahren hat und von einer Pflegefamilie in die nächste geschoben wurde, kennt nur eine verlässliche Größe in ihrem Leben: die Sprache der Blumen. Nur sie können das Mädchen nicht enttäuschen und vermitteln eine eindeutige Botschaft. Jede Blume ist wichtig und hat ihre Bedeutung.
Die Geschichte beginnt mit Victiorias Volljährigkeit. Nun ist sie auf sich alleine gestellt hat noch nicht einmal mehr Meredith, ihre Sozialarbeiterin. Als das Geld knapp wird, bemüht sie sich um eine Stelle bei einer Floristin. Dort verliebt sie sich in Grant, den sie bereits aus Kindheitstagen kennt. Victoria leidet sehr unter ihrer Beziehungsangst und einem Mangel an Vertrauen. Wird es ihr dennoch gelingen, mit Grant eine normale Partnerschaft zu führen? Die spätere Schwangerschaft der jungen Frau wird diese Frage beantworten.
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Hochinteressant ist der Schreibstil der jungen Autorin. Der Text besteht aus einem regelmäßigen Wechsel von Kapiteln, die die aktuelle Situation beschreiben und solchen, die rückblickend Victorias Vergangenheit schildern und in kleinen Schritten das Geheimnis lüften, dass sie so sehr belastet. Auch der Grund für die schlimmste Enttäuschung ihres Lebens durch Elizabeth, die Pflegemutter, die sich am längsten um sie gekümmert hat, kommt ans Licht. Als Leser wird man mit vielerlei Themen konfrontiert, wie beispielsweise die Mutter-Tocher-Beziehung, die enorme Wichtigkeit von Bezugspersonen im kindlichen Leben, die tiefsten Ängste der Protagonistin und mögliche Bewältigungsstrategien, sowie die Rolle der wahren Liebe, die scheinbar alles möglich machen kann.
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Auch San Francisco, der Ort der Handlung, passt wunderbar zur Geschichte. Eine Stadt, die so vielseitig und faszinierend ist, gleichzeitig aber auch geheimnisvoll und unberechenbar wie Victoria selbst. Man denke beispielsweise an die Nebel, die sich jeden Morgen sanft um die atemberaubenden Bauwerke der Stadt legen, Sonnenuntergänge am Pazifik und unvergleichliche Pflanzenarten. All das passt perfekt zur Lektüre!
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Fazit: Ein traumhaftes Buch, jede Seite ist wertvoll. Wieder einmal wünsche ich mir eine Verfilmung und bitte weitere grandiose Werke von Vanessa Diffenbaugh!

5 Sterne!

Überaus dankbar, für diese Testleseraktion von Droemer Knaur ausgewählt worden zu sein!

Blog-Award für euch alle!

Gerade eben gab es einen neuen Blog-Award von der lieben Isabel von
http://bellexrsleseinsel.blogspot.com

Vielen Dank, ich freue mich sehr über das schöne Exemplar:



Da der Award mit keinen Regeln verbunden ist, gebe ich ihn weiter an alle Blogs meiner Blog-Liste.
3,2,1 ... meiner bzw. eurer.


Liebe Grüße,

Sophia

Donnerstag, 10. März 2011

Erwin und Martha - Uli Stein


"Du hast ihnen nicht wirklich Glühwein in die Vogeltränke getan? - Ich habs nur gut gemeint wegen der Kälte..."
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Diese und weitere aberwitzige Begebenheiten rund um das Traumpaar der Cartoonszene sind in diesem Band gesammelt. Uli Stein versteht es in einzigartiger Weise, jede scheinbar noch so normale Alltagssituation humorvoll aufzuarbeiten. So ereignen sich lustige Situationen im Restaurant oder Geschäft, beim Arzt, im Urlaub und ganz privat in den eigenen vier Wänden. Dabei geht es nicht nur um Erwin und Martha, sondern vielmehr auch um ihre Freunde, Bekannte und die eigenen Kinder. Niemand bleibt verschont. Auch auf gesellschaftskritische Elemente wird nicht verzichtet. Diese kommen bewusst zum Einsatz und laden zu so manchem herzlichen Lachen ein. Die Kunst des guten Humors, verknüpft mit Ironie und Sarkasmus, wird umgesetzt in farbenfrohe, abwechslunsgreiche Zeichnungen. Dieses Buch voller Spaß darf in keiner Sammlung fehlen. Uli Stein Fans werden es garantiert lieben. Für alle anderen wird leicht nachvollziehbar, warum er der bekannteste Cartoonist Deutschlands ist.
Ein herrliches Vergnügen, sehr zu empfehlen!

5 Sterne!


Vielen Dank an Lappan!

Mittwoch, 9. März 2011

Liebe Mama, lieber Papa ...


... jetzt schon an Mutter- und Vatertag denken. Diese kunstvollen Geschenkbände kommen garantiert gut an und sind eine wunderbare Art, Danke zu sagen!


Vater und Mutter sind die ersten Menschen, zu denen wir aufblicken und die wir lieben.
Mit ihnen teilen wir so viel, unsere Sorgen aber auch unsere besten Erlebnisse. Liebe Mama zeigt die berührendsten Momente, die Töchter und Söhne mit ihren Müttern und Großmüttern verbringen können.

Geoff Blackwell und Eliott Erwitt haben in einzigartiger Weise die schönsten Beiträge der internationalen MILK-Fotowettbewerbe Moments of Intimacy und Laughter and Kinship zusammengestellt und mit diesem Buch ein neues Kunstwerk geschaffen, gewidmet allen Müttern. Die Fotos sind voller Lebensfreude, es macht Spaß sie zu betrachten. Die Nähe und die ebenso große Liebe der abgelichteten Menschen ist regelrecht spürbar.
Viele verschiedene Facetten der Liebe zur Mutter werden gezeigt. Dabei sind sowohl Erwachsene als auch Kinder zu finden. Bunte, energievolle Farbfotografien und melancholische Bilder in Schwarz-Weiß wechseln sich ab. Sie alle regen zum Träumen und Nachdenken an. Der Betrachter erfreut sich regelrecht an der Liebe und den positiven Emotionen, die die Menschen in dieser Situation wohl empfunden haben. Die Seiten des Buches vermitteln Stolz, Freude, ein Gefühl von Geborgenheit, Sicherheit und Verbundenheit. An der ein oder anderen Stelle wird die kindliche Sorglosigkeit in den Armen der Mutter spürbar. Ein wunderbares Gefühl, das dieses Buch einzufangen vermag. Zusätzliche Sprüche und Zitate über die Mutter runden das Ganze ab.

Mein Lieblingsbild in diesem Band stammt von Katharina Brinckmeier, Niederlande. Es zeigt den liebevollen Moment zwischen einem kleinen Mädchen und ihrer Großmutter. Das Kind streckt sein Köpfchen nach oben zur Großmutter, die am Ende eines Tisches sitzt, sich nach unten beugt und ihren Kopf liebevoll an den des Kindes hält. Das Bild zeugt von einer nie enden wollenden Verbundenheit und Liebe. Eine wundervolle Darstellung.

Dieser Band ist eine Hommage an die elterliche Liebe, ganz besonders die der Mutter: liebevolle Fürsorge, die niemals endet.
"Meine Mutter ist in meinem Herzen wie ein ewiges Lied, das tröstet, glücklich macht und einfach da ist. Auch wenn ich die Worte manchmal vergesse, erinnere ich mich doch immer an die Melodie."
Ein wunderbares Geschenkbuch, um Danke zu sagen.




Mein Lieblingsbild befindet sich hier in der Mitte des Buches. Es ist ein Beitrag von Frank Dimeo aus den USA. Darauf zu sehen ist eine herzliche Umarmung. Ein Vater umarmt seinen Sohn, der gerade geheiratet hat.

"Ich liebe meinen Vater. Und weißt du was? Er liebt mich auch. (Und das wird er immer tun)."


5 Sterne für diese einzigartigen Geschenkbücher!


Ein herzliches Dankeschön an den Knesebeck Verlag!

Ein Besuch der Verlagshomepage lohnt sich in jedem Fall:
http://www.knesebeck-verlag.de

Hier findet man weitere einzigartige, besondere Bücher.

Weitere Informationen zum Bildmaterial: http://www.milkphotos.com

Dienstag, 8. März 2011

Erst lieb ich mich, dann find ich dich - Rüdiger Opelt


"Märchen enden, wenn sich zwei gefunden haben. Beziehungen fangen dann erst an."
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Dass Männer und Frauen nicht immer ein Herz und eine Seele sind, dass deren wesenhafte Unterschiede sich nicht immer ergänzen, sondern vielmehr stark belasten können, wird jedem Paar früher oder später bewusst. Dann endet die Phase der Verliebtheit mit märchenhaften Gefühlen, in der der Partner scheinbar alles richtig und nichts falsch machen konnte. Zunehmend entsehen Konflikte und Auseinandersetzungen, nicht selten fällt der Entschluss zu einer Trennung.
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Rüdiger Opelt, der als klinischer Psychologe und Psychotherapeut tätig ist, stellt in diesem Werk Strategien einer dauerhaft gelingenden Beziehung vor. Wie der Untertitel "Durch Selbstliebe zum Partnerglück" schon andeutet, geht es ihm in erster Linie darum, sich selbst in allen Facetten kennen und vor allem lieben zu lernen. Denn nur so ist es später möglich, dem Partner in angemessener Weise begegnen, Konflikte frühzeitig vermeiden oder konstruktiv lösen zu können.
Das Buch gliedert sich in die Bereiche 1 und 2. Im ersten Teil werden verschiedene Beziehungstypen vorgestellt, die es möglich machen, das eigene Verhalten kritisch zu reflektieren. Es geht darum, Gefühle zu sich selbst und anderen mit allen Sinnen zu erfassen. In diesem Zusammenhang ist die Kenntnis der sieben Beziehungsebenen von Vorteil. Der zweite Teil des Buches widmet sich schließlich der konkreten Begegnung der Partner untereinander und der sinnvollen Gestaltung eben dieser. Besonders gewinnbringend ist es, dass im Text viele Beispiele für Beziehungsprobleme genannt und Lösungsansätze vorgestellt werden. Dadurch wird der Text praxisnah und anschaulich umgesetzt.
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Fazit:
"Bauen Sie die Liebe in sich selbst auf, bis sie immer mehr wird. Nähren Sie Ihr Herz mit schönen Gedanken, bis es immer lauter schlägt."
Ein sinnvoller Ratgeber für mehr Selbst- und Partnerliebe.

4 Sterne!

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Ich bedanke mich herzlich beim Kneipp Verlag Wien!

Sonntag, 6. März 2011

Der gute Herr Jesus und der Schurke Christus - Philip Pullman


"Gott wird sein Reich auf seine Art bringen, und zwar dann, wenn es ihm gefällt."
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Philip Pullman, Autor des bereits verfilmten Romans "Der goldene Kompass", erzählt eine radikal provozierende Geschichte, die keinesfalls als frohe Botschaft bezeichnet werden kann.
Jesus und Christus sind nicht ein und dieselbe Person, sondern Zwillinge!
Am Anfang des Buches scheint es so, als sei Christus der gute Herr und Jesus der Schurke. Denn Jesus ist der aktivere der beiden Brüder, der aufmüpfige, der gegen die vorgegebene Ordnung Widerstand leistet und dadurch auch seinen Eltern Kummer nicht erspart. Christus hingegen ist ruhig und traditionsbewusst. Die heilige Schrift kennt er nur allzu gut.
Relativ schnell stellt sich heraus, was Christus von seinem Bruder möchte. In der Wüste übernimmt er die Rolle des Bösen, indem er seinen Bruder zu bewegen versucht, feste Glaubensregeln aufzustellen und somit ein System für die einfachen Leute zu schaffen. Jesus lehnt entschieden ab. Aufgrund zunehmender gesellschaftlicher Ungerechtigkeiten trifft er dann doch den Entschluss zu predigen und das Wort Gottes zu verkünden.
Dabei provoziert er ganz bewusst. Jesus vergibt Sünden und macht keinen Unterschied zwischen seiner Familie und Außenstehenden, vielmehr sieht er in jedem einen Bruder oder eine Schwester.
Während Jesus aktiv Menschen begegnet und ihnen hilft, hält sich Christus unauffällig im Hintergrund. Angestiftet von einem mysteriösen Fremden schreibt er Jesu Worte, ohne dessen Wissen, auf. Dabei verzichtet er nicht auf zahlreiche Veränderungen und Verbesserungen.
Schließlich geht es um die Wahrheit, die festgehalten werden soll und nicht um historische Fakten.
Am Schluss ist es Christus, der Jesus auf Befehl eines Engels verraten soll. Die Auferstehung ist eine Inszenierung, die Menschen dazu bewegen soll, Gutes zu tun.
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Dieser Band regt zum Nachdenken an über den historischen Jesus und den Christus des Glaubens. Pullman greift dabei sowohl Politik und Gesellschaft als auch Religion und insbesondere die Institution Kirche an, deren Machtstrukturen und Regeln oftmals Negatives bewirken. Das Buch ist eine kritische Auseinandersetzung mit eben diesem Negativen. Der Text ist in einzelne Kapitel unterteilt und gut lesbar. Es handelt sich um eine Mischung aus biblischem Wissen und Fiktion. Besonders interessant ist das Kapitel Jesus im Garten Gethsemane. An dieser Stelle zweifelt er an seinem Glauben und beklagt sich darüber, dass er von Gott niemals eine Antwort erhält. Hier lehnt er eine organisierte Form der Kirche erneut entschieden ab. Falls es dennoch zu einer Institution kommen sollte, wünscht er sich folgendes:

"Dass eine Kirche, die in deinem Namen aufgebaut wird, arm bleibt, arm und machtlos und bescheiden. Dass sie über keine andere Autorität verfügt als über die Autorität der Liebe. Dass sie niemanden ausschließen darf."
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Fazit: Eine außergewöhnlicher Text, der auch unangenehme Aspekte anspricht und zur Reflektion der Akte Jesu anleitet.

4 Sterne

Ein herzliches Dankeschön dem Fischer Verlag!

Freitag, 4. März 2011

Streit ist auch keine Lösung - Christian Thiel


"Eine Partnerschaft ist ein lebenslanges Gespräch." (Friedrich Nietzsche)
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Der erfolgreiche Dialog gilt als Grundlage einer jeden Beziehung. Nur durch eine gewinnbringende, gemeinsame Kommunikation kann eine glückliche Partnerschaft auf Dauer gelingen. Wir alles wissen das!
Doch warum enden so viele Gespräche in einem Streit? Wieso gibt es überhaupt Auseinandersetzungen mit dem Menschen, den man liebt?
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Christian Thiel, der seit vielen Jahren als Partnerschaftsberater tätig ist, gibt wissenschaftlich fundierte Antworten auf diese Fragen, indem er auf die neuesten Forschungsergebnisse eingeht und sowohl physische als auch psychische Konsequenzen eines Streites beschreibt. Zudem werden konkrete Beispiele gegeben, die jeder nachvollziehen kann oder eventuell schon in einer Partnerschaft erlebt hat. Besonders häufig auftretende Streitanlässe werden genauer analysiert, wobei alternative Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden.
Das Buch enthält eine Vielzahl an Tipps, wie Probleme gezielt angesprochen werden können, ohne das vorwurfsvolle "Wir müssen reden!", das fast schon zwangsläufig mit einer negativen Stimmung verbunden wird. Wichtig ist, den Partner nicht zu verletzten, ihn als Person zu würdigen und zu respektieren. Machtkämpfe sollen möglichst vermieden werden.

"Eine glückliche Partnerschaft lebt von wohlwollenden Gedanken über den anderen, auch und gerade dann, wenn er sich anders verhält als gewünscht. [...] Ein Machtkampf ist das genaue Gegenteil..."
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Sinnvoll finde ich die Bezeichnung "Beziehungskonto", die symbolhaft für die Atmosphäre innerhalb einer jeden Beziehung steht. Auch die Ratschläge, die wahren Gründe hinter einem Streit zu erkennen, sowie die Wege zur Versöhnung beinhalten sicherlich viele hilfreiche Möglichkeiten, die eigene Kommunikation zu verbessern und sich zudem selbst kritisch zu beobachten. Der Text ist sehr gut lesbar, enthält farbige Illustrationen und Merkkästchen, die die wichtigsten Aspekte präzise zusammenfassen. Ein empfehlenswerter Ratgeber.

5 Sterne!

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Ich bedanke mich herzlich beim humboldt Verlag!