Mittwoch, 7. Dezember 2011

Was war die DDR?


Ja nun, Opa, erzähle uns einmal, was war die DDR? Erzähle uns bitte deine Geschichte und deine Abenteuer, die du erlebt hast. Wir hören dir zu.“

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Diesem Wunsch seiner drei Enkel, das sind Niklas (8), Alexandra (11) und Rebecca (12), kommt der Autor dieses Buches gerne nach. Seine autobiographischen Erzählungen beginnen mit dem Kriegsende 1945, zwei Jahre vor seiner Geburt. Nicht nur durch die späteren Erlebnisse der DDR, sondern vielmehr auch durch die Erfahrungen seiner Eltern, kann Manfred Kriegel schließlich verständlich und kindgerecht erklären, was ein totalitärer Staat und ein Diktator eigentlich sind und welche Merkmale das politische System der DDR auszeichnete. Die Bedeutung der Mauer oder etwa der gesicherten Grenzen durch Stacheldraht sind für Kinder ebenfalls schwer zu verstehen. Doch alle nötigen Hintergrundinformationen werden im Text gegeben und sind angemessen aufgearbeitet. Die Beiträge sind dabei nicht auf den geschichtlichen Kontext beschränkt, sondern beziehen sich sowohl auf historische als auch auf individuelle Erfahrungen des Autors. So werden beispielsweise Kindheitserinnerungen thematisiert, das Leben auf einem Bauernhof und die gemeinsame Zeit mit den Großeltern. Besonders interessant sind die vielen Abenteuer, die beschrieben werden. Dazu zählen etwa heimliche Beobachtungen der Russen inklusive Schützenpanzerwagen, die Reise in den Westen nach Köln und in besonderer Weise der Fluchtversuch im Alter von 15 Jahren.

Die Gliederung des Buches ist sehr übersichtlich und die Kürze der einzelnen Texte erleichtert das Verständnis noch einmal zusätzlich. Mehrere Illustrationen der zuvor beschriebenen Situationen machen die Beiträge gerade für jüngere Leser anschaulich und interessant. Neben den ansprechenden Erzählungen muss vor allem der didaktische Mehrwert des Buches gewürdigt werden.

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Fazit: Eine interessante, empfehlenswerte Lektüre rund um das Thema DDR.


4 Sterne!


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