Montag, 21. November 2011

Kartoffeln al dente - Angelo Colagrossi




„„Helau, Helau“, schreit die Menge auf der Straße, und nicht „Helle Sau, helle Sau“, wie ich bisher gedacht habe.“
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Für den jungen Italiener Andrea bedeutet seine Familie alles. Darum ist es selbstverständlich, dass er den Wunsch seiner aus Deutschland stammenden Oma Margarete respektiert und nach Krefeld fährt, ihrem Heimatort. Sie war es auch, die ihren Enkel für die Koch-Talentshow DSD5SK angemeldet hat. Andrea soll neue Erfahrungen sammeln, zum Superkoch gekürt werden und ganz nebenbei in einem Sprachkurs seine Deutschkenntnisse auffrischen. Kein Problem! Frohen Mutes tritt er also seine Reise an, voller Vorfreude auf die unbekannte Umgebung. Doch in Deutschland erwarten ihn so einige Überraschungen, mit denen er nicht im Geringsten rechnen konnte. Angefangen von der Tatsache, dass hier allen Ernstes ein 5 Sterne Koch gesucht wird, obwohl im Bereich des Kochens doch eigentlich nur 3 Sterne erreicht werden können – über die merkwürdigen Vorlieben seiner Deutsch als Fremdsprache-Lehrerin – bis hin zu den Problemen, die sein Name mit sich bringt, sodass er kurzum zu Andreas umbenannt wird. Leider kommt er zu allem Übel an einem 11. November inmitten einer bunten, scheinbar verrückt gewordenen lauten Menschenmasse an, die ihn in merkwürdiger Kleidung schnell an den Rand des Erträglichen bringt. Ob er es unter diesen Umständen länger in Krefeld aushält, ist fraglich.

Angelo Colagrossi schildert auf humorvolle Weise die Eindrücke, die ein Italiener von Deutschland haben kann, indem er vor allem die extremen Positionen der typisch deutschen Lebensweise mit der italienischen in Verbindung bringt. Dabei kommt es fast unaufhörlich zu einer Vielzahl heiterer Kollisionen der jeweiligen Eigenheiten. Als deutscher Leser wird man zudem auf heitere Weise darauf hingewiesen, wie befremdlich wir auf Außenstehende wirken können. Durch die italienischen Sätze, Ausdrücke oder die Vokabellisten, die an so mancher Stelle in den Text eingefügt sind, um etwa die Gedanken des Italieners Andrea in seiner Muttersprache originalgetreu wiedergeben, wird dieser Sprache einen besonderen Reiz verliehen. Die Lektüre dieses Buches kann als eine gelungene Motivation gesehen werden, diese Sprache selbst zu lernen. Einblicke in die italienische Kockkunst wecken ebenfalls die Lust,sich mit den jeweiligen kulinarischen Künsten genauer zu befassen. Eine Sammlung einzelner Rezepte am Ende des Buches macht dies möglich.




Fazit: Kochen, Fremdsprachenkurse und kulturell-nationale Eigenheiten werden hier in einer Weise mit Humor, Ironie und Sarkasmus vom Feinsten verbunden, dass der Leser ein Lachen beim besten Willen nicht mehr unterdrücken kann. Ein Buch, das Spaß macht!!!


5 Sterne!

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