Sonntag, 13. November 2011

Food Crash - Felix zu Löwenstein


Ich finde es wichtig, zu verstehen, welche Ursachen hierfür verantwortlich sind, dass jeder sechste Einwohner unseres Planeten Hunger leidet, dass er heute Abend mit den Schmerzen eines leeren Magens schlafen geht. [...] Wir müssen das nicht hinnehmen! Es gibt Lösungen. Wir können und müssen zuvor aber ein paar Bedingungen schaffen, damit Lösungen möglich werden. Wie das geht – und wie es nicht geht -, davon handelt dieses Buch: davon, wie wir einen Zusammenbruch des globalen Ernährungssystems verhindern können.“

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Die Ernährung der Weltbevölkerung zählt seit jeher zu einem der größten Probleme, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen. Damit reiht sich die Thematik ein in eine ganze Verkettung von Schwierigkeiten, wie etwa Umwelt, Gentechnik oder Sicherheitspolitik, aus der sich ein gewaltiger Teufelskreis ergeben kann. Gerade im Hinblick auf die Ernährungsdebatte fällt auf, dass der Umgang mit Nahrungsmitteln vor allem in westlichen Industrienationen extrem pervertiert ist. Allein die Existenz unzähliger „All-You-Can-Eat“- Veranstaltungen oder Essenswettkämpfen ist der beste Beweis hierfür. Oder aber auch die Tatsache, dass Großkonzerne Überschüsse einfach wegwerfen. Einerseits wird der Wert von Nahrungsmitteln nicht mehr erkannt während andererseits hungernde Menschen um ihr Überleben bangen. Eine gerechte Verteilung scheint geradezu ein Ding der Unmöglichkeit geworden zu sein.

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Der Autor des Textes, Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, führt seinen Lesern die aktuellen Missstände vor Augen und macht somit klar, dass es endlich Zeit ist zu handeln. Vor einer solchen Entwicklung, die ausschließlich ins Negative zu wachsen scheint, kann kaum jemand die Augen verschließen.

Und doch erfordert es Mut, sich der bitteren Wahrheit zu stellen. Korrupte Regierungen wie beispielsweise in Ruanda oder im Kongo, haben es sich dem Anschein nach zur Aufgabe erklärt, dass bekannte Matthäus-Prinzip umzukehren. Denn dort heißt es: „Wer nichts hat, dem wird genommen.“ und die Lage der Ärmsten der Armen verschlechtert sich zusehends. Reichere Nationen pflegen es, Ackerflächen in anderen Ländern zu erwerben, deren Ertrag exportiert wird und nicht der dort ansässigen Bevölkerung dient. Eine weitere erschreckende Bilanz: Jedes Jahr gehen durch Degradationsprozesse fruchtbare Böden im Umfang von zehn Millionen Hektar verloren. Statistiken, graphische Darstellungen und Tabellen, z.b. zum Getreideverbrauch, verdeutlichen die geschilderten Prozesse des Autors. Es besteht dringender Änderungsbedarf dieser Situation. Daher präsentiert dieses Werk nicht nur die unglückliche Lage, sondern vielmehr auch Lösungsvorschläge, zu denen der Kauf von Biolebensmitteln gehört, eine regionale oder saisonale Selektion, der hohe Wert von Selbsterzeugnissen oder etwa der Vorschlag, weniger Fleisch zu essen. Ausführliche Erläuterungen versuchen den Sinn dahinter verständlich zu machen.

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Fazit: Ein hochinteressanter Text, der bisher ungeahnte Kreisläufe ersichtlich macht und für die Problematik der Ernährungssituation sensibilisiert.

(Vielleicht auch ein Anstoß, um über die Massenproduktion von Lebensmitteln und den damit einhergehenden Anstieg von Lebensmittelunverträglichkeiten nachzudenken.)

5 Sterne!


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