Dienstag, 29. November 2011

Emily the Strange - Finstere Zeiten


Mom war gerade da, um mir zu sagen, dass ich vielleicht ins Jahr 1790 zurückgehen und die Welt verändern kann, aber trotzdem meine Hausaufgaben fertig machen muss, wenn ich das laufende Schuljahr angerechnet bekommen möchte.“

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Wie die meisten Schüler hat auch Emily manchmal keine Lust auf Schule und schon gar nicht auf die zu erledigenden Hausaufgaben. Der Unterricht ist trocken und langweilig, die Hausaufgaben nerven. Viel schöner wäre es doch, wenn man interessante, spannende Dinge einfach zu Hause lernen könnte. Oder besser noch hautnah: Live!

Bei Emily ist alles anders und darum hat das erfinderische Mädchen auch kein Problem, diese Idee in die Tat umzusetzen. Mit Hilfe der Auszeitmaschine begibt sie sich zusammen mit ihren vier Katzen auf eine spannende Reise in die eigene Vergangenheit, zurück ins Jahr 1790. Dort möchte sie herausfinden, was wirklich dran ist an den Geschichten, die Emily von ihrer Mutter so oft hört. Neben geheimnisvollen Wesen, dunklen Elixieren und vorgetäuschten Todesszenen trifft sie in der Vergangenheit auf so manche Familienmitglieder und erlebt mit ihnen einzigartige Abenteuer. Aber auch mit den Kuriositäten des Alltags muss sie sich nun herumplagen, wie etwa den furchtbaren Modeerscheinungen der damaligen Zeit. Für den Leser ist es interessant, mit der Protagonistin die Reise in vergangene Zeiten anzutreten und gemeinsam mit ihr so manche wissenswerte Details herauszufinden. Man erfährt beispielsweise warum es besser ist, im Jahr 1790 nicht krank zu werden oder warum man bei Zeitreisen immer ein Betäubungsblasrohr dabei haben sollte. Nach vielen Turbulenzen und Zwischenfällen ist der Höhepunkt der Zeitreise die Hochzeitsfeier ihres eigenen Großvaters.

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Finstere Zeiten, so lautet der Titel dieses neuen Abenteuers der Emily Strange. In einer Art Tagebuch werden die Erlebnisse dem Leser präsentiert. Die Autorin Jessica Gruner verbindet Fließtext, Dialogformen und einzelne Memo-Stücke in geschickter Weise zu einem überzeugenden Gesamtbild. Somit ist ein fantasievolles Abenteuer entstanden, das sicherlich nicht nur die Strange-Fans überzeugen wird. Zusammen mit Rob Regners kunstvollen Zeichnungen wird der Leser bzw. Betrachter regelrecht in die Handlung hineingezogen. Durch den Kontext der Vergangenheit ergibt sich ein außerdem ein didaktischer Gewinn für den einzelnen Leser. Viele interessante Zusammenhänge dieser Zeiten werden anhand der Hauptfigur erfahrbar. Zudem lohnt es sich, auch Besonderheiten im Emily-the Strange-Kosmos zu entdecken. Emily ist eine sympathische Figur, mit der wir hoffentlich noch viele solcher Abenteuer erleben dürfen.

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Fazit: Ein Titel, der durch seine außergewöhnliche Heldin in Kombination mit fantasievollen Zeichnungen überzeugt, deren Betrachtung großen Spaß macht. Somit ein perfektes Geschenk.

5 Sterne!

1 Kommentar:

  1. Das werd ich mir wohl auch zulegen müssen. Teil 2 fand ich schon echt gut und das hier klingt auch wieder super.

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