Freitag, 11. November 2011

Du kannst es - Andreas Ahnfeldt

Der Einzige, der Sie verändern kann, sind Sie selbst. Das Werkzeug dazu ist Hypnose.“

Die menschliche Psyche, nichts ist rätselhafter. Gerade die Dinge, die unserem Bewusstsein verschlossen bleiben und in den Tiefen des Unbewussten schlummern, üben seit jeher eine enorme Faszination aus. Dabei handelt es sich nicht nur um verdrängte, schmerzliche Inhalte, sondern vielmehr um positive Energien, die es nur zu wecken gilt. Hypnose ist ein Mittel, diese innere Kraft frei zusetzen. Als ein Heilverfahren wird sie genutzt, um Hemmungen und innere Barrieren zu durchbrechen, um Schlaf-und Essstörungen zu beseitigen, schlechte Gewohnheiten abzulegen, Schmerzen auszuschalten oder einfach nur, um das Immunsystem zu stärken.

Andreas Ahnfeldt alias Aaron, erfolgreicher Show-Hypnotiseur, der u.a. als Psychologischer Berater tätig ist, bietet seinen Lesern eine umfassende Einführung in die Welt der Hypnose. Als erstes räumt er mit gängigen Vorurteilen auf, wie etwa der Glaube, Hypnose versetze in einen Zustand, der mit dem Schlaf vergleichbar ist. Zwar stammt der Begriff aus dem Griechischen und erinnert an Hypnos, den Gott des Schlafes, doch der Ausdruck steht im Gegensatz zum Schlaf für ein Bewusstseinsstadium der gesteigerten Aufmerksamkeit. Denn nur so können letztlich verborgene mentale Kräfte freigesetzt und positiv genutzt werden.

Der Text gliedert sich in drei Abschnitte. In einem ersten Schritt geht es um den Begriff und einen interessanten geschichtlichen Rückblick. Im Folgenden wird der Blick des Lesers auf die eigenen Fähigkeiten gelenkt. Dieser Teil des Buches erinnert sehr an die Beratung nach dem lösungs-/ ressourcenorientierten Ansatz. Demnach entsteht ein Problem aus einer Diskrepanz zwischen aktuellen Ist- und gewünschtem Soll-Zustand, die es zu überwinden gilt. Dies lässt sich durch Fragetechniken lenken sowie durch die im Buch beschriebene Hypnose- und Selbsthypnosetechniken. Denn jedes Problem enthält bereits eine Lösung bzw. auf den Menschen übertragen: Jedem Menschen stehen natürliche Ressourcen zur Problemlösung zur Verfügung. Die Kunst ist es, diese zu entdecken. Methoden wie die Suggestion arbeiten mit bereits erfolgreich bewältigten Problemen der jeweiligen Person. Die Parallele zwischen Beratung und Hypnose war hier für mich besonders interessant. Der dritte Teil des Buches stellt schließlich konkrete Übungen vor, die dabei helfen, sich selbst in einen hypnotischen Zustand zu versetzen und von dieser ganz neuen Art der Bewusstseinserfahrung zu profitieren. Ein Beispiel wäre etwa die Visualisierungsübung im Umgang mit Kopfschmerzen.

Auf leichte, verständliche und unterhaltsame Weise versteht es Andreas Ahnfeldt, seine Begeisterung für die Hypnose spürbar zu machen. Das Buch ist eine empfehlenswerte Einführung in die Thematik, die Lust macht auf mehr und zusätzlich neue Erkenntnisse über die eigene Psyche liefert. Sehr empfehlenswert!

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5 Sterne!

Kommentare:

  1. Sehr interessant, gerade für die heutige Zeit – schon die kurze Erläuterung gibt einen guten Einblick in die Lektüre.
    Wichtig neben der Theorie ist natürlich das Vermitteln der Praxis. Hypnose als Heilverfahren sollte verstärkt bei Depressiven angewandt werden – die Wartezimmer in den Psychatrien sind voll!
    Hypnose wird immer wieder kriminell zu missbraucht. Die Überschrift lautet ja „Du kannst es …“ Kriminelle können es demnach auch, allerdings sind die Anlagen nicht erlernbar. Das Induzieren der Hypnose erfordert Zeit – die haben Kriminelle nicht, mindestens aber kriminelle Energie. Es wird also der Versuch unternommen, auf direktem Weg zu suggerieren. Der Erfolg hängt davon ab, wie gut die Gewohnheiten und Charaktere der Opfer bekannt sind. Um dies auszuloten, hilft schon die Kaltakquise – praktiziert in jenem Thriller „Antiquitätenmarder … noch lebe ich!“, 2012.

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  2. Herzlichen Dank für Ihre qualifizierte Rückmeldung!

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