Donnerstag, 18. August 2011

Sterben will gelernt sein - Samuel Gerber

„Wir wollen uns bewusst all des Schönen freuen, das uns begegnet. Wir sollten es als Geschenk Gottes annehmen und fröhlich genießen. Es soll uns aber nicht mit Panik erfüllen, denken zu müssen, dass das Leben im Flug davoneilt.“

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Wie die Umsetzung dieser positiven Grundeinstellung gerade in der Auseinandersetzung mit den Themen Sterben und Tod gelingen kann, präsentiert uns Samuel Gerber in dem Werk „Sterben will gelernt sein“, das nun wegen wiederholter Nachfrage bereits in der 5. Auflage erschienen ist. Auf dem Cover der Neuauflage ist eine helle Kerze vor einem schwarzen Hintergrund zu sehen, deren Flamme kurz vor dem Erlöschen steht. Eine wohl gewählte Metapher für den Inhalt des Buches.

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Sterben und Tod zählen auch in unserer heutigen aufgeklärten Gesellschaft noch immer zu eindeutigen Tabuthemen. Anders sah es etwa noch im Mittelalter aus, als eine Vielzahl an Kindern und Jugendlichen das Erwachsenenalter gar nicht erst erreichte. Mit zunehmender Modernisierung wurde der Tod immer mehr aus dem Bewusstsein verdrängt. Dabei ist es gerade so wichtig, sich mit diesen unausweichlichen Themen auseinander zusetzen. Denn eins ist sicher: Der Tod betrifft uns alle!

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Durch die Gliederung des Textes in kurze Kapitel, die wiederum in einzelne, übersichtliche Abschnitte unterteilt sind, wird das Lesen sehr angenehm. Gerber hält fest, dass ein wirkliches Interesse an dem Thema erst bei Sterbenden und solchen gegeben ist, die unmittelbar betroffen sind. Gesunde erweisen sich häufig als zu feige, um sich mit der Thematik zu beschäftigen. Die Frage, ob sich eine Auseinandersetzung mit der Sterblichkeit überhaupt lohnt, wird von dem Autoren eindeutig mit Ja beantwortet. Ausgehend von Bibeltexten und kurzen Zitaten vermittelt er seinen Lesern nicht nur biblische Grundlagen, sondern spricht vielmehr auch über Themen wie Euthanasie, angemessenes Verhalten in den letzten Stunden oder die Kunst des Loslassen Könnens. Die Bibeltexte sind hierbei ein wahrer Quell der Hoffnung und dazu in der Lage, Trost zu spenden und zu einer weiterführenden Reflektion des eigenen Lebens anzuregen. Der persönliche Horizont wird durch die Sensibilisierung für die menschliche Dignität erweitert.

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Fazit: Die Beschäftigung mit der eigenen Sterblichkeit kann schließlich positiv dazu beitragen, die Perspektive auf das eigene Leben zu ändern. Eine lohnenswerte Lektüre!

5 Sterne!

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