Mittwoch, 10. August 2011

LeseBlüten Über Grenzen 2011 + Zwischen Zeilen 2011

„Es war ein kleines Land. Das machte seine Einwohner aber nicht weniger stolz, denn schließlich waren wir ja ein Teil des großen Traumes. Der Traum von einer Welt ohne Ausbeutung, Armut und Ungerechtigkeit ...“

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Niemand wird wohl den Tag des Mauerfalls am 9. November 1989 vergessen können. Denn er bedeutet die lang ersehnte Freiheit für die Bürger der DDR. Familien werden zusammengeführt, Freundschaften erneuert, Verwandte dürfen endlich wieder besucht und die modernen Güter des Westens selbst konsumiert werden.

Einer Nation, die zuvor in zwei Bereiche getrennt wurde, steht nun die Wiedervereinigung bevor. Der Traum der DDR ist geplatzt, doch ein neuer Traum wird geboren: Der Traum der Freiheit.

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Die Leseblüten Anthologie „Über Grenzen 2011 – Spezial: 50 Jahre Mauerbau“ umfasst 11 Kurzgeschichten, in denen die unterschiedlichsten Erfahrungen der Autoren geschildert werden.

Es geht dabei ganz konkret um Kindheitserinnerungen, die Strenge einzelner Grenzkontrollen, das bisher unbekannte Gefühl der Freiheit oder aber auch die Vorteile westlicher Konsumgüter, und sei es nur die Faszination einer Flasche Coca Cola. Die jeweiligen Texte überzeugen durch ein hohes Maß an literarischer Qualität sowie Emotionalität, die beim Leser an so mancher Stelle geweckt wird, wie etwa bei der Lektüre der Kurzgeschichte „Wie die Mauer mir Klara nahm“. Positiv zu bewerten ist außerdem, dass in dieser Sammlung nicht ausschließlich negative Erlebnisse berichtet werden, sondern durchaus auch Beispiele niedergeschrieben wurden, die selbstironisch, philosophisch oder gar humorvoll mit der Thematik umgehen.

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Nicht nur für Historiker und Zeitzeugen ist es interessant, sich auf die Texte einzulassen. Vielmehr darf sich jeder angesprochen fühlen, der bereit ist, die jeweilige Alltagswirklichkeit oder persönliche Auseinandersetzung bezüglich Ost-West beispielhaft zu entdecken. Der Text regt zur Reflektion dieser Zeit an und fördert eine differenzierte Sichtweise.

Ebenso bunt und facettenreich, wie die Farben der Mauer, die auf dem Cover des Werkes zu sehen ist, sind die Erinnerungen der einzelnen Autoren.

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Fazit: Mit diesem Werk ist ein lesenswertes Repertoire verschiedenster Erlebnisse, Assoziationen und Geschichten entstanden, die einen nuancierten Blick auf diese außergewöhnliche Zeit eröffnen.

5 Sterne!

Für die bereitstellung des Rezensionsexemplares "Über Grenzen 2011" bedanke ich mich herzlich bei piepmatz!Link


Ebenfalls zu empfehlen: LeseBlüten Zwischen Zeilen 2011


"Diese Kurzgeschichtensammlung umfasst 42 Briefe und Briefgeschichten, die von 35 Autoren aus Deutschland, Italien und der Schweiz verfasst wurden. Ob Abschieds- oder Liebesbriefe, Briefe an Freunde oder an längst Verstorbene, Tagebucheinträge oder Geschichten, in denen ein Brief eine große Rolle spielt – hier liest der Leser »zwischen den Zeilen« von Liebe und Schmerz, Freude und Trauer, Wut und Hass, Glück und Vergebung …
Ein sehr emotionales und persönliches Buch, das sowohl zum Nachdenken anregt, aber auch manchen Lacher parat hält."


Da ich für dieses Werk selbst einen Beitrag geschrieben habe, werde ich hierzu keine Rezension schreiben.

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