Dienstag, 23. August 2011

Kinder denken mit dem Herzen - Margret Arnold

„Die Ergebnisse der Gehirnforschung können eine neue, natürliche Art des Lernens beschreiben, die radikale Konsequenzen für den Umgang mit kindlichem Lernen hat.“

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Margret Arnold beschreibt in ihrem Werk die wichtigsten Erkenntnisse der modernen Hirnforschung und überträgt diese auf Lernprozesse insbesondere im schulischen Bereich.

Neben einem Überblick zur aktuellen Forschungssituation und einer Einführung in die Grundlagen der anatomischen Struktur des Gehirns verfolgt die Autorin vor allem ein Ziel: eine möglichst vielfältige und lebensnahe Gestaltung des Lernens in den Sozialisationsinstanzen Schule und Familie.

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Tatsache ist, dass wir äußere Umwelteinflüsse mittels unserer Sinne wahrnehmen und anschließend gedanklich verarbeiten. Das Leben ist also ein einziges Experimentierfeld. Emotionen erleichtern zudem den Vorgang des Lernens erheblich. In diesem Sinne wird die Theorie António Damasios aufgegriffen, der mit Veröffentlichungen wie etwa „Ich fühle, also bin ich“ bekannt wurde. Auch die Bedeutung des sozialen sowie handlungsorientierten Lernens beschreibt Arnold sehr ausführlich.

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Nach den Grundlagen ist das Buch in 12 Kapitel gegliedert, die so genannten 12 Lehr-Lern-Prinzipien, in denen die Konsequenzen der Hirnforschungen für den Unterricht vorgestellt werden. Arnold liefert ihren Lesern auf wissenschaftlicher Basis ein umfangreiches Repertoire an kreativen Ideen, Anregungen und Praxisbeispielen zur Gestaltung des Unterrichts. Dazu zählen etwa die Zeichen echten Denkens nach Renate Caine, eine präzise Auflistung kognitiver, affektiver und psychomotorischer Lernziele, wie sie Benjamin Bloom nannte oder die „global experience“- Methode als Unterrichtseinstieg. Gerade Lehrerinnen und Lehrer erhalten durch die Lektüre sinnvolle, innovative und gewinnbringende Ratschläge zur optimalen Vorbereitung des Unterrichts. Auch Eltern, Erzieher und Pädagogen werden von diesem fundamentalen Wissen profitieren.

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Das Buch überzeugt letztlich auch durch einen ansprechenden, übersichtlichen und gut lesbaren Text. Zahlreiche Grafiken und Illustrationen verdeutlichen komplexere Zusammenhänge, wie etwa der detaillierte Aufbau des Gehirns.

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Die hier dargebotenen Erkenntnisse können positiv dazu beitragen, die Lernorte Schule und Unterricht interessant zu gestalten und damit den Schülerinnen und Schülern Lernangebote zur Verfügung zu stellen, die sie mit Freunde annehmen werden. Denn Lernen kann und sollte auch Spaß machen!

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Hier sollte man sich Goethes Motto zu Herzen nehmen:

„Es ist nicht genug zu wissen -

man muss auch anwenden..

Es ist nicht genug zu wollen -

man muss auch tun.“

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Fazit: Die Sachbücher und Ratgeber des Beltz-Verlages werben mit dem Motto „Kinder stark machen.“ Mit diesem Werk ist ihnen eine Anleitung gelungen, die genau das ermöglicht! Kompetent und praxisnah! Eine lohnenswerte Lektüre, die in die Bücherregale engagierter Lehrerinnen und Lehrer gehört!

5 Sterne!


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