Sonntag, 28. August 2011

Das verbotene Eden - Thomas Thiemeyer



„Als Juna ihre Lippen von seinen löste, hatte er das Gefühl, doch nicht im Höllenfeuer versinken zu müssen. Im Gegenteil. Es war, als habe er gerade die selbstverständlichste Sache der Welt getan.“

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Rückblick:

Im Jahr 2015 wird die Menschheit von einem tödlichen Virus bedroht, das sich unglaublich schnell ausbreitet und viele Todesopfer fordert. Doch zum Glück gibt es mit einem Impfstoff schon bald ein wirksames Gegenmittel. Der neu entdeckte Hoffnungsschimmer wird jedoch schnell zu einem Albtraum ungeahnten Ausmaßes. Die Menschen sind nun zwar von dem Virus befreit, bekämpfen sich aber gegenseitig. Denn die Nebenwirkung ist ein unglaublicher Hass auf das jeweils andere Geschlecht.

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65 Jahre später existiert die Welt nicht mehr so, wie wir sie kennen. Ihr Antlitz hat sich von Grund auf verändert und auch eine Zivilisation besteht nicht mehr. Städte sind verwüstet und kriegerischen Auseinandersetzungen zum Opfer gefallen. Moderne Kommunikationsmittel und auch das Internet sowie Computer gehören der Vergangenheit an. Sogar etliche Buchbestände wurden zerstört, sodass die Menschheit plötzlich in einen Zustand katapultiert wurde, der sich mit dem Mittelalter vergleichen lässt. Wissensbestände gingen verloren und nur wenige können überhaupt noch lesen und schreiben. Die beiden Geschlechter leben nun getrennt voneinander. Männer bewohnen die Ruinen ehemaliger Städte, während sich die Frauen zurück in die Natur gezogen haben, um sich dort ein neues Leben aufzubauen. Der Plan funktioniert bis zu dem Tag, als sich die Vorräte der Männer langsam dem Ende neigen. Einige überfallen die Siedlungen der Frauen und verbreiten Angst, Schrecken und Gewalt. Nun lässt sich ein erneuter Krieg der beiden Fronten scheinbar nicht mehr vermeiden.

In dieser Zeit wird die junge Kriegerin Juna ausgesandt, um männliche Gefangene zu nehmen, die ihr die Pläne der Männer verraten sollen. So gerät sie ausgerechnet an den jungen Mönch David, dessen Hobby es ist, sich jenen verbotenen Werken der Weltliteratur zu widmen, die nach der Zerstörung gerettet werden konnten. Seine liebste Lektüre ist Shakespears Romeo und Julia.

Nicht zuletzt wegen dieser Geschichte teilt er die feindliche Einstellung seiner Klosterbrüder gegenüber den Frauen in weniger radikaler Weise. Nach dem Kennenlernen von Juna beginnt er, an seinen bisherigen Glaubensüberzeugungen zu zweifeln. Sind die Geschichten der Älteren wirklich wahr? Gab es einst ein friedliches Zusammenleben der Geschlechter?

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Juna fühlt sich ebenfalls immer mehr zu dem jungen Mann hingezogen. Auch für sie zerbricht langsam jene Weltvorstellung, die hauptsächlich von Hass auf das gegenseitige Geschlecht geprägt war. Ihre Gefühle zu David werden immer stärker. Schließlich rettet sie ihn und begibt sich dadurch in ungeahnte Gefahr. Es entwickelt sich eine Liebe, die nicht sein darf und gegen alle Regeln der Gesellschaft verstößt. Und doch scheint sie der einzige Hoffnungsschimmer in diesen düsteren Zeiten zu sein.

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Thomas Thiemeyer verbindet den Trend der Dystopien auf gekonnte Weise mit Gesellschaftskritik und einer romantischen, einzigartigen Lovestory. Damit greift er selbst das literarische Romeo und Julia Motiv auf und lässt eine Geschichte entstehen, die spannender nicht hätte sein können. Am Schluss bleibt die Frage, wie sich die Gesellschaft durch die aufkeimende Liebe zwischen Mann und Frau verändern wird. Ich bin mir sicher, dass alle Leser von „Das verbotene Eden“ schon jetzt eine Fortsetzung voller Spannung erwarten.

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Fazit: Ein außergewöhnlicher, lesenswerte Text!


5 Sterne!

Zur Zeit meine favorisierte Dystopie!

Für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares bedanke ich mich herzlich bei Pan!


Kommentare:

  1. Danke fürs Vorstellen!
    Die Rezis sind ja alle sehr positiv. Mittlerweile steht das Buch ganz weit oben auf meiner Wunschliste :)

    Liebe Grüße
    Anka

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  2. Ich habe das Buch so gerne vorgestellt! Du musst es unbedingt lesen und wirst die Entscheidung sicher nicht bereuen. Es lohnt sich!

    Liebe Grüße,
    Sophia

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  3. Ich lese das Buch im Moment auch und hoffe es bald durchlesen zu können. Ich finde die Geschichte rund um Juna und david einzigartig und faszinierend und hoffentlich wird sie mich ebenso bis zur letzten Seite mitreißen.

    Wundervolle Rezension übrigens ;)
    Liebe Grüße,
    Sanny

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