Dienstag, 16. August 2011

Alice im Netz - Antje Szillat

„Alice, ich habe dich gesehen. Aber du warst nicht alleine. Warum machst du das? Warum zerstört du alles? Jetzt bist du endgültig zu weit gegangen. Dafür wirst du bezahlen, Alice. Ich werde mich an dir rächen.“

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Das Internet mit all seinen Möglichkeiten ist im Leben der heutigen Jugend geradezu omnipräsent. Soziale Netzwerke wie schülerVZ, wer-kennt-wen oder Facebook werden genutzt, um Kontakte zu Freunden und Mitschülern aufrecht zu erhalten und sich über Neuigkeiten auszutauschen. Die Vorteile der Online-Kommunikation liegen dabei auf der Hand, denn schließlich können auch schulische Fragen, die beispielsweise die Hausaufgaben betreffen, per Chat geklärt werden.


Doch eine auffallende Zahl von Kindern und Jugendlichen nehmen ihr virtuelles Selbst zu ernst und verbringen viele Stunden ihrer Freizeit im Netz.Dabei geht es in erster Linie um die ständige Optimierung des eigenen Profils:Neue Kontakte, interessante Fotos und so viele private Details wie möglich. Privatsphäre ist veraltet und somit out! Die neue Post Privacy dagegen hip!

Wie gefährlich ein solch einseitiges Bild des Internets in Verbindung mit einem naiven Umgang persönlicher Daten wirklich sein kann, führt uns Antje Szillats Roman „Alice im Netz“ vor Augen.

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Alice ist ein sympathisches 16-jähriges Mädchen und Schülerin des Geschwister-Scholl-Gymnasiums. Zusammen mit ihrer besten Freundin Katja durchlebt sie so manche nervende Unterrichtsstunde oder schwierige Situation beim Zusammentreffen mit dem anderen Geschlecht. Sie lebt in einer wohl behüteten Familie und hat auch in schulischer Hinsicht keinerlei Probleme. Neben dem Lesen hat sie auch Spaß daran, eigene Texte zu verfassen. Aus diesem Grund führt Alice unter dem Pseudonym „Rasende Rita“ einen Schulblog. Hier sammelt sie alle Peinlichkeiten, Ärgernisse und neuesten Gerüchte aus der Schule, lässt ihre Leser aber gleichzeitig auch an eher privaten Erlebnissen teilhaben. Obwohl sie ihre wahre Identität verbirgt, wissen sowohl Schüler als auch Lehrer ganz genau, wer hinter der rasenden Rita steckt. Diese Tatsache scheint Alice ganz bewusst zu verdrängen...

Als sie sich eines Tages per Chat mit Katja unterhält, bekommt sie plötzlich eine mysteriöse E-Mail von einem gewissen Jared, der angeblich alles über sie weiß und behauptet, für Alice bestimmt zu sein. In einer ersten Reaktion glaubt Alice an einen üblen Scherz ihrer Freunde, doch wenig später erfährt sie der bitteren Wahrheit. Es beginnt ein grausames Spiel, das Alice an ihre Grenzen treibt und fast in einer Katastrophe endet.

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Antje Szillat schuf eine außergewöhnliche Geschichte, die ihre Leser bis zur letzten Seite fesselt. Dabei werden Themen angesprochen, wie Freundschaft, Liebe, Vertrauen, Enttäuschung, aber auch Gewalt, Datenmissbrauch und die Gefahren des Internets.

Besonders bemerkenswert ist der von der Autorin gewählte Schreibstil, der an mancher Stelle die Perspektive auf Jared lenkt und somit Einblicke in das Seelenleben eines Psychopathen eröffnet. So versteht man als Leser auch, was in einem derart extremen Stalker vorgeht. Was Alice widerfährt verfolgt man mit großer Spannung und Mitgefühl. Bis zum Schluss bliebt die Hoffnung, dass Jareds wahre Identität herausgefunden werden kann.

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Fazit: Eine gute Geschichte und didaktisch wertvolle Lektüre, die, wie weitere Titel der Autorin, auch von der Caritas unterstützt wird. Im Nachwort ist daher ein Kommentar des Diözesan-Caritasdirektoren Dr. Frank Joh. Hensel zu lesen. Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler für einen bewussten Umgang mit persönlichen Daten im Internet zu sensibilisieren.

Eine Erzählung, die unbedingt Pflichtlektüre an allen Schulen werden sollte!

5 Sterne!

Ich bedanke mich herzlich bei edition zweihorn für dieses Rezensionsexemplar und der Autorin Antje Szillat!

Weitere Informationen zur Caritas unter www.beratung-caritas.de


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