Freitag, 20. Mai 2011

Glück reimt sich nicht auf Leben - Bjarne Mädel

„Auf der Bühne sitzt ein Mann,

und unten sitzen Leute, die gucken sich das an.“

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Der Schauspieler Bjarne Mädel, bekannt aus Erfolgsproduktionen wie Stromberg oder Tatort, wechselt das künstlerische Metier und versucht sich in humorvoller Poesie. Die Idee, leicht lockere Reime zu kreieren, kam ihm während eines Urlaubsaufenthaltes in Thailand. Nach der Lektüre dieses Buches dürfen wir froh sein, dass dieser Kuss der Muse dankbar angenommen wurde und Mädel seine poetische Kreativität ausgelebt hat.

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Kunstvoll zusammengestellte Reime schildern alltägliche Situationen aus den Bereichen Paariges, Menschliches, Haariges, Sprachliches, Zu Tisch, Spielen, Weit weg, Ganz nah sowie Hier und da. Schon diese Gliederung der Kapitel macht die Ironie und den Wortwitz spürbar, die wir in diesem Werk erleben dürfen. Mädel konfrontiert seine Leser mit aberwitzigen Situationen, bei denen ein Schmunzeln nicht mehr vermieden werden kann, so beispielsweise die Situation des allabendlichen „Einschafens“:

„Ich glaub, kein Mensch zählt wirklich Schafe,

um dann zu merken ...

Oh, ich schlafe.“

Auf einzigartige Weise ist es hier gelungen, komplexe Situationen des Lebens präzise und humorvoll auf den Punkt zu bringen. Die schriftstellerische Leistung besteht also in der Kunst der Reduktion. Damit führt der Autor die Unterhaltungspoesie eines Heinz Erhardt auf moderne Art und Weise fort. Zusammen mit zahlreichen Illustrationen macht das Lesen noch mehr Spaß.

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Fazit: Ein abwechslungsreicher, poetischer Lesegenuss.


4 Sterne!


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