Montag, 14. März 2011

Die Ballade der Trockenpflaumen - Pulsatilla


Neues aus dem Bereich der Gegenwartsliteratur
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Valeria di Napoli alias Pulsatilla schreibt in ihrem Blog über alltägliche Erlebnisse. Dazu zählen Folterinstrumente namens Silk-épil, Traumatisierungserlebnisse mit Puppen, regelmäßig wiederkehrende Höllenqualen sowie unzählige gescheiterte Beziehungen.
Pulsatilla als selbst gewählter Name ist die eigentliche Bezeichnung eines Heilkrautes, das angeblich gegen Boshaftigkeit helfen soll. Aber kann angesichts der Lebensumstände dieser jungen Texterin die Charaktereigenschaft der Boshaftigkeit überhaupt vermieden werden? Hoffentlich nicht! Denn gerade sie ist es, die den Text so sympathisch macht.
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In direkter, unverblümter Sprache benennt die Autorin die Dinge beim Namen. Sie liefert uns in ihrem Werk eine mutige Abrechnung mit all dem, was so mancher Frau den letzten Nerv raubt und in den Wahnsinn treiben kann. Mit einer geballten Ladung Ironie, Sarkasmus und Zynismus wurde hier ein Text erschaffen, der wunderbar zu lesen ist. Es macht Spaß und ist gerade für alle Leserinnen an vielen Stellen absolut nachvollziehbar.
Hier ein Beispiel:
"Es fühlte sich an, als wäre mein Unterleib unter eine Planierraupe oder in einen Fleischwolf geraten, ich schwitze kalten Schweiß und der einzige Grund, warum ich nicht umkippte, war der, dass mein Leib zwischen zwei Impulsen hin und her gerissen war: dem, in Ohnmacht zu fallen, und dem, zu kotzen."
Pulsatilla läd ein, an ihrem Alltag teilzunehmen und verzichtet dabei auf keine noch so peinliche Situation. Egal ob humorvoll, peinlich oder gar schockierend.
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Fazit: Keine neuen Erkenntnisse, keine neuen Beiträge zum literarischen Kanon, aber neue Worte in neuer Kreativität. Es macht einfach Spaß und ist das, was schon Feuchtgebiete hätte sein sollen.

4 Sterne!

Ich bedanke mich bei vorablesen!

Kommentare:

  1. Oh, ich denke dieses Buch kommt auch auf meine Wunschliste, wenn es dir schon so gut gefallen hat =)

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