Donnerstag, 29. Dezember 2011

Wie der Löwe ins Kinderbuch flog


Träume, Hoffnungen, Wünsche, ferne Länder, spannende Abenteuer, großartige Charaktere, verzauberte Orte und magische Erlebnisse. Das alles sind unverzichtbare Elemente der Kinder und Jugendbuchliteratur. Doch wie entstehen solche Geschichten? Was ist die Quelle der Inspiration und auf welche Weise arbeiten die Autoren, denen es auf überzeugende Weise immer wieder neu gelingt, die großartigsten, phantasievollsten Welten auf literarischer Ebene entstehen zu lassen?

Kurzum: Wie kam der Löwe und all jene anderen geheimnisvollen Gestalten ins Kinderbuch?

Endlich ist ein Titel auf dem Markt, der genau diese Fragen beantwortet.

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Heidemarie Brosche und Antje Szillat, beide selbst erfolgreiche Autorinnen, ist es gelungen, eine Sammlung hochinteressanter Interviews und Erfahrungsberichte zusammenzustellen, die Einblicke geben in das kreative Potenzial des jeweiligen Kinder- und Jugendbuchautors. Jedem Künstler sind mehrere Seiten gewidmet. Dabei lassen die Autoren ihre Leser nicht nur an ihrem beruflichen Alltag teilhaben, sondern berichten vielmehr auch von ganz persönlichen Dingen und Erfahrungen.

Kalt gewordener Tee, Skizzen oder Strichzeichnungen, das Endergebnis, Dachkammern und erste Hilfe Maßnahmen bei Schreibblockaden sind hierzu zu zählen. Aber auch Arbeitsort, Vorgehensweise sowie Orte und Stücke, die ihnen selbst am Herzen liegen, werden zum Thema. Schließlich geht es nicht zuletzt auch im die eigene Kindheit, die nicht selten als Quelle der Inspiration ihrer Texte genutzt wird.

Manchmal ist es ein Bild, ein Name, ein Satz, eine Melodie, eine Gestalt, ein Tier, halt irgendetwas, das den Vorhang zur anderen Welt aufreißt und mich ruft. Meistens verschwindet es wieder und ich muss ihm folgen. Ich muss es jagen oder Rätsel lösen, um es wiederzufinden.“, so die Schilderung der literarischen Arbeit von Joachim Masannek, Autor der wilden Fußballkerle uvm. Und diese Jagd gelingt ihm und allen anderen Autoren, die sich in dem Buch vorstellen, immer wieder aufs Neue. Neben Autoren kommen zusätzlich auch Zeichner und Illustratoren zu Wort, die über ihren Alltag berichten. Wieder einmal sind sowohl erwachsene als auch jugendliche Leser dazu eingeladen, auf Entdeckungsreise zu gehen in der Welt der Geheimnisse im literarisch-künstlerischen Prozess. Damit erfüllt diese Sammlung das Kernziel eines Kinder- und Jugendbuches und ist zugleich ein hochinteressantes Repertoire unterschiedlicher Autorenpersönlichkeiten und ihrer Geheimnisse.

Dieses Buch ist eine Freude für Groß und Klein. Es beinhaltet wunderbare Einblicke in die Welt eines Schriftstellers, führt trotz der Gemeinsamkeit der Autoren individuelle Unterschiede vor Augen und beweist die kreative Vielfalt im Bereich der Kinder- und Jugendbuchliteratur.

Fazit: Einzigartiges Format mit einzigartigem Inhalt. Ein Schatz in jedem Bücherregal, für jeden Bücherfreund.

5 Sterne!

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Herrschaft der Alten - Alfred Bekker


Zerstörerische, freiheitsvernichtende Vision einer zukünftigen Welt

Eine Zukunft gab es für sie nicht in dieser kleinen, mitteleuropäischen Gefängniszelle namens Deutschland, die sich erst für über Fünfundsiebzigjährige öffnete. Eine Zukunft, die diesen Namen verdiente, die gab es nur irgendwo da draußen.“

Dem demographischen Wandel ist es zu verdanken, dass in weniger als 100 Jahren die Gruppe der Kinder bzw. Jugendlichen eine absolute Minderheit in unserem Land darstellt und somit auf jegliche Rechte verzichten muss. Die große Masse der Bevölkerung Deutschlands wird hingegen von den Alten gebildet. Sie bestimmen alle Normen und Maßstäbe, an die es sich zu halten gilt. Bundesforce, eine Spezialeinheit der Polizei sowie speziell eingepflanzte Chipkarten machen die totale Kontrolle möglich und vor allem Jugendliche werden durch eine abweichende Meinung schnell zur Zielscheibe staatlicher Aufmerksamkeit. Um eine umfassende Versorgung der Alten und insbesondere der Uralten gewährleisten zu können, müssen Erwerbstätige nicht nur mehr als die Hälfte ihrer Einnahmen in Form von Steuern abgeben, sondern sind vielmehr dazu verpflichtet, regelmäßig für die Verpflegung der Ältesten Sorge zu tragen. Neben einem Hauptjob sind mehrere Zweitjobs an der Tagesordnung. Die Situation scheint sich nicht zu verbessern, im Gegenteil. Unter diesen Voraussetzungen sehen immer weniger Menschen Sinn darin, Kinder in eine solche Welt setzen. Eine Welt, in der es keine andere Zukunftsperspektive zu geben scheint. Schließlich werden die Alten immer Älter. Alzheimer- und Demenz-Rückführungstherapien sowie hochtechnologisierte medizinische Behandlungsmethoden lassen das Durchschnittsalter immer weiter steigen. Und an Auswandern ist vor dem 75. Lebensjahr nicht zu denken, so schreibt es schließlich das Gesetz vor. Ein Grund, warum sich viele jenseits dieses Alters zu einer sogenannten Reise ohne Wiederkehr entschließen. Ziel ist häufig eine Siedlung auf dem Planeten Mars. Doch mit 75 ist auch für sie die beste Hälfte des Lebens um.

Benn sieht das ähnlich. Er möchte ein Leben in Freiheit führen und versucht mit seinen Freunden Sara, Nicolas und Bahar jenem System zu entkommen, das einem Gefängnis gleicht. Doch um ihr Ziel zu verwirklichen, müssen sich die vier Freunde Gefahren bisher ungeahnten Ausmaßes stellen.

Freiheit. Ein Begriff, der verschiedene Dimensionen vereint, wie etwa Selbstbestimmung, Reisefreiheit oder die freie Entfaltung der Persönlichkeit. All diese inhaltlichen Dimensionen sind den Protagonisten dieses Werkes fremd. Sie leben in einer Umwelt, die ihnen sogar vorschreibt, was und wie viel sie essen dürfen oder ab wann es gestattet ist, sich frei zu bewegen. In diesem Sinne läd die Lektüre dazu ein, sich mit der Bedeutung allgemeiner Werte auseinanderzusetzen, eigene Freiheiten aus einer neuen Perspektive heraus zu betrachten und diese als wertvoll anzuerkennen. In positiver Weise werden zudem Bilder eines denkbaren Fortschritts entworfen, die der Menschheit neue Vorteile bieten und das Leben vereinfachen. Die Entwicklung der Massenkommunikation im Internet in Verbindung mit einer Art Chipkarte wäre eines der interessanten Utopien, die der Text seinen Lesern zu bieten hat. Zusammenfassend lässt sich hier eindeutig sagen, dass dieses Werk eine überaus empfehlenswerte Lektüre ist, gerade für Jugendliche im Hinblick auf die Zukunft. Meines Erachtens nach kann der Text ebenfalls wunderbar als Schullektüre zum Einsatz kommen. Der didaktische Mehrwert ist unverkennbar und die Schülerinnen und Schüler werden bei dieser Thematik und der spannenden Erzählweise des Autors die Motivation am Lesen sicher an keiner Stelle missen.

Fazit: Eine gelungene Kombination aus phantasievoller Geschichte, spannender Zukunftsvision und gesellschaftskritischen Elementen!

5 Sterne!

Weitere Infos zum Titel: www.editionzweihorn.de

Dienstag, 27. Dezember 2011

Zwischen Beziehungswunsch und Wunschbeziehung - Angelika Kail/ Christa Fasch


Auf der Suche nach dem persönlichen Beziehungsglück

"Innere Autonomie und Stärke wird Singles mitunter auch bei Familien- oder Firmenfesten abverlangt: Es braucht sicherlich eine große Portion Mut oder Selbstvertrauen bei offiziellen und halboffiziellen Events ohne Begleitung aufzutauchen und aus der Menge der in Paaren auftretenden Menschen herauszustechen."

Doch genau dieser inneren Stärke mangelt es häufig, sodass viele Singles nicht mehr dazu in der Lage sind, den für sie passenden Partner zu finden bzw. eine glückliche Beziehung zu führen. Stereotype Verhaltensweisen, Hoffnungen aber auch Ängste gelten nicht selten als Gründe für eine gescheiterte Partnerschaft. Aber wie kann es unter solchen Umständen dennoch gelingen, den perfekten Partner zu finden?

Das Buch der beiden Autorinnen Kail und Fasch ist ein umfassender Ratgeber, der erstmals alle Phasen zwischen Beziehungswunsch und Wunschbeziehung abdeckt, angefangen mit der erfolgreichen Überwindung einer gescheiterten Partnerschaft, der Stärkung des Selbstbewusstseins, die insbesondere für Singles eine große Rolle spielt, motivationsfördernde Hinweise für die Suche nach einem neuen Partner, bis hin zur positiven Gestaltung des Beziehungsalltags.


Alle Leser, sowohl Alleinstehende als auch in einer Partnerschaft Lebende, werden zu Beginn der Lektüre aufgefordert, eine Beziehungsbilanz zu ziehen. Durch die Beschäftigung mit einer aktuellen oder auch vergangenen Beziehung entsteht eine Sensibilisierung für eigene Wünsche und Erwartungen, aber auch für Schwächen und Enttäuschungen innerhalb des partnerschaftlichen Zusammenlebens. Dank dieser bewussten Reflexion kommt es zu einem allmählichen Erkenntnisgewinn, der für zukünftige Beziehungen nützlich sein kann. Neben gewinnbringenden Tipps für die Partnersuche ist vor allem das Kapitel „Die Kunst des Loslassens“ sehr zu empfehlen. Hierbei versuchen die beiden Autorinnen auf einfühlsame Weise zu zeigen, wann sich eine Investition in den Partner nicht mehr lohnt. Gemeint ist nicht eine Investition von Kapital, sondern viel mehr von Zeit und Emotionen. Leser erhalte wertvolle Hinweise zum Aufarbeiten gescheiterter Beziehungen, etwa die Möglichkeit der Transformation negativer Gedanken und Gefühle oder aber auch Erläuterungen zum angemessenen Umgang mit Leere und Enttäuschungen. Auf fundierter wissenschaftlicher Ebene werden psychologische Sachverhalte beschrieben, zu denen etwa Maslows Hierarchie der Bedürfnisse oder aber auch spezielle Selbstetikettierungsprozesse zu zählen sind. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, warum viele in einer unglücklichen Partnerschaft Lebende so lange den Anschein einer zufriedenstellenden Beziehung wahren möchten und das zumeist trotz unvereinbarer Lebenseinstellungen und Werte.

Nützlich sind des Weiteren Ratschläge zur Stärkung des Selbstbewusstseins sowie zur Vermeidung von Beziehungskillern.


Die optische Aufmachung und graphische Gestaltung des Buches sind abwechslungsreich und interessant. Wesentliches ist im Text kenntlich gemacht, etwa durch Kästchen oder ein variirendes Druckbild. Letztlich trägt auch das ungewöhnliche Großformat dazu bei, dass die Lektüre besonders angenehm ausfällt. Das Buch bietet ein facettenreiches Repertoire hilfreicher Tipps, die im Alltag sinnvoll genutzt werden können und für ein glückliches Beziehungsleben eklatant von Bedeutung sind.


Fazit: Ein überaus empfehlenswerter Ratgeber für all diejenigen, die an einer gelingenden Partnerschaft interessiert sind.

5 Sterne!

Weitere Infos zum Titel hier.

Samstag, 24. Dezember 2011

Danke!!!



Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei all meinen lieben Lesern bedanken!

Euch allen frohe Weihnachtsfeiertage und ein gutes, neues Jahr 2012!

Genießt die Zeit mit euren Liebsten und lasst euch schön beschenken!




Bildquelle: www.gruesse.de

Dienstag, 20. Dezember 2011

Anatomie einer Affaire - Anne Enright


How Can I Be Sure?

Wir kannten einander. Unser wirkliches Leben fand in unseren Köpfen statt; unsere Körper waren lediglich die Orte, an denen wir spielten. Vielleicht sollten alle Liebenden so sein [...] Wie auch immer. Bevor unser Leben eine Ödnis aus Langeweile, Wut und Betrug wurde, liebte ich Séan. Ich meine Conor.“

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Liebe. Ein wahnsinniges Gefühl. Sie lässt Herzen höher schlagen und ist gleichzeitig dazu imstande, sie auf brutalste Art zu brechen. Nichts ist schlimmer, als die Erkenntnis, nicht mehr geliebt und vom eigenen Partner hintergangen, belogen und betrogen zu werden. Wenn der Traum der gemeinsamen Zukunft unerwartet zusammenbricht. Und dennoch, trotz des Wissens um all jenes Leid, das dem Betrogenen zugefügt wird, ist die Bereitschaft eine Affaire einzugehen bei Vielen vorhanden. Ausgangspunkt dafür ist die unendliche Sehnsucht nach der großen, einzig wahren Liebe: Wenn Männer und Frauen alles miteinander teilen und dieses Teilen auch wollen, ja gar nicht anders können. Die den anderen zu einem wesentlichen Bestandteil ihres Lebens machen und ihn das auch spüren lassen. Die aufrichtig sind, ohne Kompromisse. Wenn ein Leben ohne den geliebten Partner undenkbar wird...

Dieser Wunsch verspürt auch Gina, die Protagonistin des Stücks, die ihre Erlebnisse durch die Affaire mit Séan rückblickend beschreibt. Sie beginnt mit der Beziehung zu Conor, den sie einst geheiratet hat. Besonders auffällig ist hier, dass diese Partnerschaft schon relativ früh Normalität wird. Überschwängliche, leidenschaftliche Gefühle sind selten. Und das schon am Zeitpunkt der Hochzeit! Ob ihre Liebe durch den Alltagstrott zerstört wurde oder ob sie schon zuvor nicht vorhanden war, gilt es herauszufinden. Auf einer Party lernt Gina schließlich den verheirateten Séan kennen und fühlt sich sofort zu ihm hingezogen. Diese Begegnung bleibt für lange Zeit ohne Bedeutung. Erst als sie später mit Séan zusammenarbeitet, können die beiden ihre gegenseitige Anziehungskraft füreinander nicht länger leugnen. Und ihre Beziehung wird schnell viel mehr als nur eine Affaire. Beide behandeln sie sich in völlig unterschiedlicher Weise als etwa ihren jeweiligen Ehepartner und finden im Umgang miteinander die Erfüllung ihrer Sehnsüchte. Belastet wird die Beziehung der Beiden allerdings durch eine Vielzahl unterschiedlicher Faktoren. Zu den wichtigsten gehören sicherlich Ehepartner, Kinder und das Gewissen.

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Anne Enright versteht es auf verblüffende Weise, die seelischen Abgründe eines Menschen offen zulegen. Hochinteressant ist bei diesem Titel, dass es in erster Linie vor allem um die Gefühlswelt der Protagonistin geht. Das Ringen um zwei Männer, die Frage um das Wesen der Liebe, der Verlust von Halt und Normalität im Alltag, der unaufhörliche Selbstzweifel und schließlich Schuldgefühle bei dem gleichzeitigen Empfinden von purem Glück. Thema ist daher die Anatomie menschlicher Beziehungen überhaupt. Beim Leser werden durch die Lektüre eine Vielzahl unterschiedlichster Emotionen geweckt. Darüber hinaus erfährt man eine Anregung, über eigene Beziehungen und Erlebnisse nachzudenken. Dazu zählen Erlebnisse des Scheiterns, emotionale Enttäuschungen und nicht zu vergessen das Verlangen nach exklusiver Liebe eines Partners.

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Fazit: „Wo die Tabus sind, liegt auch die Wahrheit.“, so die Autorin in einem Interview. Unbedingt lesen!

5 Sterne und ein Dankeschön an Lovelybooks und den Verlag DVA für diese großartige Leserunde!

Montag, 12. Dezember 2011

Schräglage - Gerti Senger/ Walter Hoffmann



Wie sonst sollten Menschen, die fürchten, den immer höheren Ansprüchen der Wirtschaft nicht mehr gerecht werden zu können, anders reagieren, wenn nicht mit Angst und Stress?“

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Viel schlimmer noch als Angst und Stress ist eine dauerhafte Schräglage. Wenn das Leben in mehreren Bereichen aus dem Gleichgewicht gerät, droht der Mensch daran zu zerbrechen. Sei es die eigene Partnerschaft mit den Problemen der Distanz und Nähe, das Sexualleben mit all jenen unausgesprochenen Wünschen oder aber auch belastende Erlebnisse am Arbeitsplatz. Hinzu kommen all die Widersprüche des täglichen Lebens, denen der moderne Mensch ausgesetzt ist: Gier und Armut, die Sehnsucht nach Familie und der gleichzeitige Anstieg der Scheidungsraten, stetig wachsende Freizeitangebote und die zunehmende Zahl der Burnout-Erkrankungen. All das kann negative Prozesse in Gang setzen, die sich zu einem Teufelskreis ausweiten können. Sowohl Übermaß als auch Defizit gilt es zu vermeiden. Die Wiedererlangung des Gleichgewichts ist das Ziel. Und wie genau diese Ziel erreicht werden kann, ganz besonders im Hinblick auf eine akute Schräglage, wird in diesem Band der Autoren Senger und Hoffmann beschrieben. Die umfassenden Erfahrungen der beiden ergänzen sich, sodass ein überzeugender, angenehm lesbarer Ratgeber entstanden ist. Zu den Spezialgebieten der Autoren zählen etwa Psychotherapie, Psychoanalyse, Paartherapie sowie Kenntnisse bezogen auf Gesundheits-, Wirtschafts- und Arbeitspsychologie. Diese unterschiedlichen Facetten fügen sich zu einem empfehlenswerten Repertoire hilfreicher Ratschläge, die alle Ebenen des menschlichen Lebens umfassen.

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Der erste Teil des Buches widmet sich ausschließlich der Schräglage im Bereich zwischenmenschlicher Beziehungen. Denn wenn das Privatleben zu kippen droht, kann dies fatale Folgen für weitere Gebiete des Alltags haben. Es ist interessant festzustellen, mit welchen geschlechtsspezifischen Problemen jeder Einzelne kämpfen muss. An manchen Stellen des Textes ist es erschreckend zu sehen, dass man sich selbst einigen Defiziten in Bezug auf die eigene Beziehung zuordnen kann, sei es die totale Abhängigkeit, der Mangel an Nähe oder ein allzu stark ausgeprägter Sinn für die Eifersucht. Konkrete Beispiele bestätigen die erste Vermutung meistens. Anschließend bietet der Text Lösungsvorschläge im Umgang mit den eigenen Schwächen. Weitere Kapitel beschäftigen sich mit der wirtschaftlichen Schräglage und der Unausgeglichenheit am Arbeitsplatz.

Hochinteressant sind zudem die Schilderungen wesentlicher psychoanalytischer Erkenntnisse, zu denen beispielsweise Mechanismen der Übertragung oder des Widerstandes, aber auch häufig stattfindende Halo-Effekte zu zählen sind. Durch die Lektüre kommt es zu einem Wissenszuwachs, von dem der Leser letztlich nur profitieren kann. Ein Buch zur Bereicherung, Verbesserung und Stärkung der eigenen Persönlichkeit!

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Fazit: „Es gibt Möglichkeiten, Schräglagen ins Gleichgewicht zu bringen und Zufriedenheit zu finden.“

5 Sterne!

Weitere Infos zu Titel und Verlag hier!

Sonntag, 11. Dezember 2011

And the winners are...

Über einen HimbeerToni dürfen sich freuen:

> sternthaler75

> Protagonist

Bitte schickt mir eure Adresse, damit sich das Buch bald auf den Weg zu euch machen kann!

Nathalie küsst - David Foenkinos


Weißt du, woher unsere wirkliche Macht rührt? Vom Kuss, vom Kuss allein! (...) Dennoch ist der Kuss nur ein Vorwort.“

(Guy de Maupassant)

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Ganz anders als der Titel vermuten lässt, geht es in diesem Buch nicht in erster Linie um eine romantische Liebesbeziehung, sondern um das Zerbrechen eines jungen Glücks durch einen harten Schicksalsschlag. Was passiert, wenn man den Boden unter den Füßen verliert? Wenn einem die Person genommen wird, die man am meisten liebt? Mit der man alles geteilt hat. Jedes Erlebnis. Jede Freude. Jeden Schmerz. Jeden Gedanken. Ist es unter diesen Bedingungen je wieder möglich, ein normales Leben führen zu können?

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Genau diesen Fragen muss sich Nathalie, die Protagonistin der Geschichte, stellen. Aus einer zufälligen Begegnung mit François entwickelt sich die große Liebe. Eine Liebe, die alle Sehnsüchte erfüllt und die den jeweils anderen in seiner Persönlichkeit stärkt. Voller Glück fristen die beiden die Jahre der ersten Verliebtheit bis hin zur Hochzeit. Ihr Leben scheint vollkommen, die Liebenden angekommen. Doch dieses Glück ist nur von kurzer Dauer. Bald schon wird François brutal aus Nathalies Leben gerissen und die junge Frau droht an diesem Verlust ihres geliebten Mannes zu zerbrechen. Die Beerdigung durchsteht sie mit aller Not, erfüllt von einer tiefen Leere. Es fehlt ihr jegliche Kraft. Doch als die junge Frau wenig später ihre Arbeit wieder aufnimmt, wird sie mit den Gefühlen ihres Chefs konfrontiert, die sie erneut aus den Bahnen des gewohnten Alltags werfen.

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David Foenkinos ist mit diesem Titel ein emotionales Meisterwerk gelungen, das seine Leser leise und dennoch voller Emotionen in die Geschichte einführt. In einzelne Kapitel aufgeteilt, ergibt sich ein durch den angenehmen Schreibstil begünstigter zügiger Lesefluss. Viel zu spannend ist es, als dass man das Buch auch nur eine Sekunde aus der Hand legen könnte. Die Sprache des Autors ist voller Zauber, voller Poesie und französischer Leichtigkeit. Mit den Figuren mitfühlend, wird die geballte Kraft der Emotionen transparent und spürbar, denen man in einer solchen Situation ausgesetzt wäre. Die Bewältigungsstrategien der jungen Frau sind sehr interessant. Eine Geschichte, in die man sich sofort verliebt und die sicher auch als Kinofilm ein großer Erfolg sein wird. David Foenkinos, der in der Lage ist, solche kunstvollen Texte zu schreiben, sollte man sich unbedingt merken. Enormes Potenzial! Großartiges Lesevergnügen mit einem umwerfenden Zauber!

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Fazit: Zum Dahinschmelzen! Literarischer Hochgenuss.

5 Sterne!

Ein herzliches Dankeschön an den Verlag C.H. Beck und Blogg dein Buch!

Der Titel kann hier bestellt werden.

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Was war die DDR?


Ja nun, Opa, erzähle uns einmal, was war die DDR? Erzähle uns bitte deine Geschichte und deine Abenteuer, die du erlebt hast. Wir hören dir zu.“

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Diesem Wunsch seiner drei Enkel, das sind Niklas (8), Alexandra (11) und Rebecca (12), kommt der Autor dieses Buches gerne nach. Seine autobiographischen Erzählungen beginnen mit dem Kriegsende 1945, zwei Jahre vor seiner Geburt. Nicht nur durch die späteren Erlebnisse der DDR, sondern vielmehr auch durch die Erfahrungen seiner Eltern, kann Manfred Kriegel schließlich verständlich und kindgerecht erklären, was ein totalitärer Staat und ein Diktator eigentlich sind und welche Merkmale das politische System der DDR auszeichnete. Die Bedeutung der Mauer oder etwa der gesicherten Grenzen durch Stacheldraht sind für Kinder ebenfalls schwer zu verstehen. Doch alle nötigen Hintergrundinformationen werden im Text gegeben und sind angemessen aufgearbeitet. Die Beiträge sind dabei nicht auf den geschichtlichen Kontext beschränkt, sondern beziehen sich sowohl auf historische als auch auf individuelle Erfahrungen des Autors. So werden beispielsweise Kindheitserinnerungen thematisiert, das Leben auf einem Bauernhof und die gemeinsame Zeit mit den Großeltern. Besonders interessant sind die vielen Abenteuer, die beschrieben werden. Dazu zählen etwa heimliche Beobachtungen der Russen inklusive Schützenpanzerwagen, die Reise in den Westen nach Köln und in besonderer Weise der Fluchtversuch im Alter von 15 Jahren.

Die Gliederung des Buches ist sehr übersichtlich und die Kürze der einzelnen Texte erleichtert das Verständnis noch einmal zusätzlich. Mehrere Illustrationen der zuvor beschriebenen Situationen machen die Beiträge gerade für jüngere Leser anschaulich und interessant. Neben den ansprechenden Erzählungen muss vor allem der didaktische Mehrwert des Buches gewürdigt werden.

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Fazit: Eine interessante, empfehlenswerte Lektüre rund um das Thema DDR.


4 Sterne!


Dienstag, 6. Dezember 2011

Für einen guten Zweck - Weihnachtsglanz



Für die Weihnachtsanthologie „Weihnachtsglanz − Ein Sack voll Geschichten“ haben sich 21 Autoren, darunter z.B. Dora Heldt, Anke Greifeneder oder Andreas Eschbach, zusammengeschlossen, um für den guten Zweck zu schreiben.
Entstanden ist eine Kurzgeschichten-Sammlung, die vielfältiger und interessanter nicht sein könnte.

Und das Beste: Der eigentliche Entstehungsgrund des Bandes sind caritative Zwecke.

Die Erlöse gehen zu gleichen Teilen an zwei gemeinnützige Einrichtungen: Writers in Prison, die verfolgte und inhaftierte Autoren unterstützen, die aufgrund kritischer Meinungsäußerungen zum Schweigen gebracht wurden, sowie den hannoverschen Hospizdienst Trauer-Fuchsbau, in welchem u.a. trauernde Kinder und Jugendliche betreut werden.


So profitiert letztlich Jeder. Die Leser von den guten Geschichten und gemeinnützige Institutionen durch die Erlöse.

Bestellt werden kann der Titel hier oder bei buecher.de, dem Apple iBookstore sowie dem Amazon Kindle Store.

Sonntag, 4. Dezember 2011

Erotisches Kapital - Catherine Hakim


Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie verbringen einen Abend bei Freunden oder Bekannten, vielleicht ein Geburtstag, einen Spieleabend oder einfach nur ein gemütliches Zusammensein. Sie unterhalten sich angeregt mit einer kleinen Gruppe und haben eine schöne Zeit. Wenige Wochen später können Sie sich noch an manche der Gäste bewusst erinnern, während Sie einige wenige von ihnen bereits völlig vergessen haben. Woran liegt das?

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Dr. Catherine Hakim, Soziologin an der London School of Economics, forscht seit Jahren als international anerkannte Expertin der Bereiche Familien- und Sozialpolitik sowie Arbeitswelt. Besondere Aufmerksamkeit widmet sie Frauen in ihren Forschungen. In ihrem neuesten Werk schildert sie die Theorie des erotischen Kapitals und erklärt präzise, warum manche Menschen erfolgreicher sind als andere.

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Erotisches Kapital, ein auf den ersten Blick schillernder Begriff. Ganz konkret meint Hakim damit „eine schwer fassbare, eminent einflussreiche Kombination aus Schönheit, Sex-Appeal, sozialen Kompetenzen und der Fähigkeit, das eigene Selbst zu präsentieren, in Worte zu fassen – eine Synthese aus sozialer und physischer Anziehungskraft, dank der manche Männer und Frauen besonders angenehme Gesellschaft und liebenswürdige Kollegen sind, die auf alle Angehörigen ihres Umfelds und insbesondere auf das andere Geschlecht höchst anziehend wirken.“

Wie diese erste Erklärung schon zu erkennen gibt, handelt es sich hierbei um mehrere Dimensionen, die dieser Begriff vereinigt. Erotisches Kapital ist ein anzustrebendes Attribut eines Menschen, das nicht nur Attraktivität und Sex-Appeal, sondern vielmehr noch Charme, Anmut, Vitalität oder das Auftreten im sozialen Kontext umfasst. Nach einer Darstellung des Begriffs geht es in erster Linie um den Unterschied zwischen Begehren und Begehrtwerden. Eine Polarität, die sich ebenfalls auf die Geschlechter übertragen lässt. Inwiefern die Frau hierbei unterdrückt wird, obwohl sie eigentlich im Vorteil wäre, stellt die Autorin Schritt für Schritt heraus. Besonders interessant sind die Schilderungen bzgl. der Bedeutung in der Werbeindustrie sowie die Konsequenzen des erotischen Kapitals für das alltägliche Leben. Auch die Erläuterungen zum Zusammenhang von Attraktivität und Geld oder den Einfluss auf das Einkommen sind sehr lesenswert und halten zahlreiche wissenswerte Informationen für den Leser bereit.

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Bei der Lektüre des Buches wird ersichtlich, welche ausführliche Vorbereitung diesem Text zugrunde liegt. Man erhält viele gewinnbringende Einsichten, die sich im Alltag sinnvoll einsetzen lassen, ob als Analysekriterien oder hilfreiche Reflektionstipps zum eigenen Auftreten. Trotz des wissenschaftlichen Anspruchs ist dieser Text angenehm lesbar und von hohem Nutzen. Die ausführlichen bibiographischen Daten im Anhang können für eigene Studien zum Thema oder zur weiterführenden Lektüre genutzt werden.

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Fazit: Prädikat empfehlenswert!


5 Sterne!

Weitere Informationen auf der Seite des Campus-Verlags!

Früher war Weihnachten später - Hinterhältige Weihnachtsgeschichten, Diogenes


Ein rosiger Tag. Ich widmete mich freiwillig den Vorbereitungen für die Weihnachtsfeier in eifrigster, aber nervös konfuser Weise. Ich bestellte meine Uniform.“

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Früher war Weihnachten später“ ist eine Sammlung herrlich ironischer, witzig-spritziger Weihnachtsgeschichten, die den Leser an so mancher Stelle überraschen. Unvorhergesehene Wendungen und Zusammenhänge sowie Handlungen, die auf den ersten Blick eher weniger mit Weihnachten zu tun haben, wie etwa der vollautomatische elektronische Beichtstuhl oder militärischer Alltag, verbunden mit urkomischen Kindheitserinnerungen, Dekorationserlebnissen und Familienstreitigkeiten rund um das Fest der Feste, bilden ein abwechslungsreiches Repertoire der heitersten hinterhältigen Weihnachtsgeschichten. Die Texte stammen aus der Feder großer Autoren, zu denen u.a. T.C. Boyle, Joachim Ringelnatz oder Erich Kästner zählen. Daneben finden die Leser in diesem Band eine facettenreiche Auswahl humorvoller Werke, verfasst von den bekanntesten Satirikern im Bereich der Literatur. Kurt Tucholskys „Himmlische Nothilfe“ oder Charles Lewinskys „Der Teufel in der Weihnachtsnacht“ wären Beispiele für die beste Art der humorvollen Unterhaltung in diesem Band. Ebenfalls nennenswert ist folgender Beitrag von Max Goldt: „Der Zauber des seitlich daran Vorbeigehens“. Hier beschreibt er Weihnachten neben Autos und Fußball als „eine der drei großen Volksschwächen“ und rechnet gnadenlos ab mit all den nervenden Charakteristika eines Weihnachtsmarktes.

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Obwohl die Lektüre scheinbar durch Sarkasmus, Ironie und schwarzen Humor überzeugen will und durchaus auch dazu in der Lage ist, regt die dennoch an nicht wenigen Stellen zum weiteren Nachdenken an. Wie stehe ich zu den beschriebenen Auffälligkeiten? Habe ich bereits Ähnliches erlebt? Und was raubt mir ganz persönlich an Weihnachten den letzten Nerv? Besonders witzig werden die Geschichten, wenn sie individuelle Erfahrungen des Lesers ansprechen. So hat jeder von uns schon einmal ein Missgeschick, schräge Situationen oder vielleicht sogar Streitigkeiten an diesem Tag erlebt. Durch die gemeinsame Erfahrung kann besonders herzlich gelacht werden. Jeder Text ist ein Fundus der schönsten und lustigsten Beschreibungen des heiligen Festes. Für den Leser bedeutet dies purer Genuss und somit ein abwechslungsreiches, kurzweiliges Lesevergnügen.

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Fazit: Eine schöne Beschäftigung für die Adventszeit: Lachen aus voller Seele!


5 Sterne!

Weitere Infos zum Titel: Diogenes.ch

Samstag, 3. Dezember 2011

Leseblüten Weihnachtszauber 2011


„wenn süßer die glocken nie klingen
als zu der weihnachtszeit
hört man von fern die englein singen
und der mensch macht sich bereit.“
(Thomas Hollinger)
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Leseblüten Weihnachtszauber 2011 hält, was dieser Titel verspricht. Entstanden ist eine Anthologie die es versteht, alle Elemente zu verbinden, die zu Weihnachten dazugehören. So werden dem Leser neben bezaubernden, gefühlvollen Geschichten ebenso hinreißende lyrische Werke geboten, leckere Rezeptideen und sogar kreative Liedbeiträge inklusive Noten.
Weihnachtszauber 2011 ist ein Repertoire liebevoll gestalteter literarischer Beiträge zum Thema Weihnachten, die man als Leser nur genießen kann. Berichtet wird von chaotischen Nikolaus-/Weihnachtsmann-Erlebnissen, Kindheitserinnerungen und Familienfesten. Ebenso wird über romantische Liebesgeständnisse, Reflektionen zur eigenen Beziehung, weihnachtliche Katastrophen oder besonders schöne Überraschungen berichtet. Auch auf Schneegestöber, Glockenklang und übersinnliche Erlebnisse muss nicht verzichtet werden. Ein Buch, dessen Texte keine Wünsche offen lässt und für seine Leser eine Vielzahl an Überraschungen bereithält. Ebenfalls zu würdigen ist neben der Textauswahl die graphische Gestaltung und Anordnung der Kapitel, die wie folgt aussieht:
> Für die ganz Kleinen und die, die noch an den Weihnachtsmann glauben
> Für die Kleinen und die, die nicht mehr an den Weihnachtsmann glauben
> Für die Großen
> Weihnachtliche Koch- und Backrezepte
Passend zur Anordnung finden sich unten rechts neben der Seitenzahl vier unterschiedliche Darstellungen passend zur Weihnachtszeit, wie etwa Illustrationen zu Tannenbaum oder Geschenkstrumpf. Durch die Vielfalt wird die Lektüre an keiner Stelle langweilig. Ein abwechslungsreiches, lohnenswertes Leseerlebnis. Es ist auf jeder Seite von neuem interessant, den Zauber der einzelnen Beiträge Schritt für Schritt zu entdecken. Somit ist das Buch ein gelungenes, abwechslungsreiches Werk, das man guten Gewissens verschenken kann!
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Fazit: Eine Vergegenwärtigung weihnachtlichen Zaubers

5 Sterne!

Freitag, 2. Dezember 2011

Sternenstaub - Sophie Schaube

Ich sitze hier vor meiner riesigen Kiste, die voll ist von Erinnerungen. Erinnerungen an viele Jahre Weihnachten. Jahre mit meinen Eltern, mit meinen Brüdern, und dann – später- in meinem eigenen kleinen Heim. Meinem kleinen Heim.“

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Die Weihnachtszeit ist voller Vorfreude. Sei es die Vorfreude auf gemeinsame Stunden mit den Liebsten, die Vorfreude auf lang ersehnte Geschenke oder einfach nur die Freude beim Anblick der festlich dekorierten Straßen. Überall findet man sie, die winterlich-zauberhafte Stimmung, verbreitet durch glänzenden Schmuck, glamouröse Lichter und die guten Düfte des Advents. In dieser Zeit sind die Menschen besonders empfänglich für gefühlvolle Momente. Sie scheinen glücklich. Aber trifft das wirklich zu für jeden Einzelnen?

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Sternenstaub ist eine gelungene Zusammenstellung von vier emotionalen Geschichten zum Advent, die dem Leser Einzelschicksale vor Augen führen. Was empfinden bestimmte Personen während dieser Zeit des Jahres? Teilen die die besinnliche Stimmung der Masse und das Empfinden von Glück an diesen besonderen Tagen des Jahres? Wie sieht ihr individuelles Leben aus und worauf können sie zurückblicken? Sophie Schaube erfüllt uns den Wunsch, hinter die Fenster geschmückter Häuser und damit direkt in das Leben einzelner Personen blicken zu können. Sie berichtet beispielsweise von dem Weihnachtsfest einer alleinerziehenden Mutter, die mit ungewohnten Alltagssituationen klar kommen muss. Ihre Hilflosigkeit und Einsamkeit wird für den Leser spürbar, letztlich auch durch die Schilderung des Verlassenwerdens durch ihren Partner ein Jahr zuvor. Die anschließende Geschichte um die Situation eines Obdachlosen zur Weihnachtszeit ist ebenfalls sehr anrührend. Der Text zum dritten Advent berichtet von einer zauberhaft-magischen Begegnung eines kleinen Mädchens mit dem Weihnachtsmann. Und die vierte Geschichte erzählt eben dieser selbst.

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Sophie Schaube ist ein Debüt gelungen, das man nur empfehlen kann. Voller Emotionen und Tiefgang zeichnet sie die jeweiligen Protagonisten, die zudem aus der Ich-Perspektive ihre ganz persönliche Geschichte erzählen. Dadurch werden besonders tief sitzende Gefühle und Stimmungen transparent gemacht. Bezaubernde Illustrationen zu jedem Beitrag regen zusätzlich zum Träumen an. Es ist eine kleine aber feine Sammlung besinnlicher Texte, der perfekte Begleiter durch die Adventszeit.

5 Sterne!

Weitere infos zu weihnachtlichen Piepmatz-Büchern hier.


Dienstag, 29. November 2011

Emily the Strange - Finstere Zeiten


Mom war gerade da, um mir zu sagen, dass ich vielleicht ins Jahr 1790 zurückgehen und die Welt verändern kann, aber trotzdem meine Hausaufgaben fertig machen muss, wenn ich das laufende Schuljahr angerechnet bekommen möchte.“

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Wie die meisten Schüler hat auch Emily manchmal keine Lust auf Schule und schon gar nicht auf die zu erledigenden Hausaufgaben. Der Unterricht ist trocken und langweilig, die Hausaufgaben nerven. Viel schöner wäre es doch, wenn man interessante, spannende Dinge einfach zu Hause lernen könnte. Oder besser noch hautnah: Live!

Bei Emily ist alles anders und darum hat das erfinderische Mädchen auch kein Problem, diese Idee in die Tat umzusetzen. Mit Hilfe der Auszeitmaschine begibt sie sich zusammen mit ihren vier Katzen auf eine spannende Reise in die eigene Vergangenheit, zurück ins Jahr 1790. Dort möchte sie herausfinden, was wirklich dran ist an den Geschichten, die Emily von ihrer Mutter so oft hört. Neben geheimnisvollen Wesen, dunklen Elixieren und vorgetäuschten Todesszenen trifft sie in der Vergangenheit auf so manche Familienmitglieder und erlebt mit ihnen einzigartige Abenteuer. Aber auch mit den Kuriositäten des Alltags muss sie sich nun herumplagen, wie etwa den furchtbaren Modeerscheinungen der damaligen Zeit. Für den Leser ist es interessant, mit der Protagonistin die Reise in vergangene Zeiten anzutreten und gemeinsam mit ihr so manche wissenswerte Details herauszufinden. Man erfährt beispielsweise warum es besser ist, im Jahr 1790 nicht krank zu werden oder warum man bei Zeitreisen immer ein Betäubungsblasrohr dabei haben sollte. Nach vielen Turbulenzen und Zwischenfällen ist der Höhepunkt der Zeitreise die Hochzeitsfeier ihres eigenen Großvaters.

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Finstere Zeiten, so lautet der Titel dieses neuen Abenteuers der Emily Strange. In einer Art Tagebuch werden die Erlebnisse dem Leser präsentiert. Die Autorin Jessica Gruner verbindet Fließtext, Dialogformen und einzelne Memo-Stücke in geschickter Weise zu einem überzeugenden Gesamtbild. Somit ist ein fantasievolles Abenteuer entstanden, das sicherlich nicht nur die Strange-Fans überzeugen wird. Zusammen mit Rob Regners kunstvollen Zeichnungen wird der Leser bzw. Betrachter regelrecht in die Handlung hineingezogen. Durch den Kontext der Vergangenheit ergibt sich ein außerdem ein didaktischer Gewinn für den einzelnen Leser. Viele interessante Zusammenhänge dieser Zeiten werden anhand der Hauptfigur erfahrbar. Zudem lohnt es sich, auch Besonderheiten im Emily-the Strange-Kosmos zu entdecken. Emily ist eine sympathische Figur, mit der wir hoffentlich noch viele solcher Abenteuer erleben dürfen.

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Fazit: Ein Titel, der durch seine außergewöhnliche Heldin in Kombination mit fantasievollen Zeichnungen überzeugt, deren Betrachtung großen Spaß macht. Somit ein perfektes Geschenk.

5 Sterne!

Samstag, 26. November 2011

Traumsplitter - Tanja Heitmann


Wenn man den Traum von jemandem kannte, kannte man auch ihn ...meist besser, als er sich selbst.“

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Ellas Eltern sind vor einigen Jahren von Deutschland nach Australien ausgewandert. Sie selbst hat die Zeit dort sehr genossen, sehnt sich allerdings zurück in ihre Heimat , das Hafenstädtchen Sandfern. Aus diesem Grund fasst Ella nun mit 20 Jahren einen mutigen Entschluss: sie möchte alleine nach Deutschland zurückkehren, um sich dort ein eigenes Leben aufzubauen. Voll schillernder Erinnerungen an die unbeschwerten Tage ihrer Kindheit trifft die Protagonistin am Beginn der Geschichte in Sandfern ein. In der prächtigen Jugendstilvilla ihrer Tante möchte sie künftig leben und als selbständige Fotografin ihren Lebensunterhalt verdienen. Doch schon sehr bald stellt sich heraus, dass sich diese Träume der jungen Frau nur sehr schwer verwirklichen lassen. Denn die einst glanzvolle Villa ist in einem erbärmlichen Zustand und muss erst komplett renoviert werden. Ebenfalls stellt es sich als Problem heraus, gute Aufträge als Fotografin zu erhalten. Bald schon merkt Ella, dass sich sowohl Sandfern als auch die dort ansässigen Personen stark verändert haben. Nichts ist mehr so, wie es damals war. Und die Dinge, die die junge Frau in vergangenen Tagen so sehr liebte, sind nicht mehr existent. Selbst ihr Neffe Konstantin hat sich durch die anfangende Pubertät derart extrem verändert, dass sie Kimi, wie er nun genannt werden möchte, kaum mehr wiedererkennt. Trotz all dem hält Ella an ihrem Entschluss fest und macht sich an die Arbeit.

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Ob es ein Zufall ist, dass Ella seit ihrer Ankunft in Deutschland jede Nacht die merkwürdigsten Träume erlebt? Denn in ihrer eigenen nächtlichen Realität verwandelt sich die Villa vor ihren Augen in das prächtige Bauchwerk von früher mitsamt einer wundervollen Gartenanlage. Die Träume verstärken sich und werden zunehmend mysteriöser, als plötzlich Gabriel auftaucht. Der junge, gutaussehende Mann hat einen gewissen Zauber inne und wirkt auf Ella von Anfang an faszinierend und anziehend. Es raubt Ella fast den Atem, als er plötzlich in ihren Träumen auftaucht... Hinter diesem Mann stecken dunkle Geheimnisse. Das wird ihr spätestens dann klar, als Elemente ihrer Träume plötzlich vor ihren Augen Wirklichkeit werden. Dennoch versucht Ella, diese Rätsel zu entschlüsseln und Gabriel näher zu kommen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine einzigartige Beziehung, die vielen Gefahren überwinden muss.

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Tanja Heitmann ist eine außergewöhnliche Geschichte gelungen. Sie zeichnet ihre Charaktere mit viel Charme und Herzblut, sodass sich die Leser sofort mit ihnen identifizieren können. Neben der grauen Realität eröffnet sich bald schon die schillernde, bunte Welt der Träume mitsamt aller Gefahren und Abenteuer. Traum, Liebe, Emotionen und Spannung fügen sich zu einem überzeugenden Gesamtbild. Der mitreißende und fesselnde Text vermag es, vor dem geistigen Auge des Lesers Wirklichkeit zu werden und ihn mitzunehmen in die fantasievolle Welt rund um Ellas Träume in der romantischen Jugendstilvilla.

_Link

Fazit: Eine emotionsgeladene, fantasievolle Geschichte um die rätselhafte Macht der Träume und die Kraft der Liebe.

4 Sterne!



Weitere Infos zur sympathischen Autorin: http://www.tanja-heitmann.de/

Dienstag, 22. November 2011

Kriminalistische Befragungstaktiken für die Wirtschaft - Marco Löw



„Keines Menschen Gedächtnis ist so gut, dass er ständig erfolgreich lügen könnte.“ (Abraham Lincoln).

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Lügen und Täuschungsversuche sind dennoch ein Teil unserer privaten und vor allem auch beruflichen Realität. Besonders im Bereich der Wirtschaft werden Menschen immer wieder hintergangen, was zu folgenschweren Konsequenzen führen und im schlimmsten Fall das wirtschaftliche Aus bedeuten kann. Eine Verbesserung der Situation ist nur durch ein gezieltes Aufdecken dieser Täuschungen möglich. Wie dies gelingen kann, verrät Marco Löws Werk „Kriminalistische Befragungstaktiken für die Wirtschaft“ - Band 1, in dem die Grundlagen vorgestellt werden.
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Der Autor selbst war vor der Gründung seiner Firma Löw & Partner, deren Arbeit als Präventionsangebot für Unternehmen ausgerichtet ist, u.a. als kriminalpolizeilicher Betrugsermittler und Ausbildungsleiter im Bereich der Vernehmungslehre tätig. Seine vielfältigen Erfahrungen möchte er den Lesern dieses Buches mithilfe des forensischen Präventionsmanagement nutzbar machen. Dolose Handlungen, die mittlerweile für viele Firmen ein ernstzunehmendes Problem geworden sind, gilt es aufzuklären und bestenfalls zu verhindern. Fundierte Strategien zur Beurteilung der Glaubwürdigkeit von Gesprächspartnern, die in diesem Band vorgestellt werden, können dies leisten.
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Der Text arbeitet in erster Linie mit Erkenntnissen aus dem Bereich der Forensik. Ziel ist die Klärung und Analyse von Sachverhalten sowie deren beweiserhebliche Dokumentation. Darüber hinaus wird ein solides Grundwissen im Hinblick auf Befragungsstrategien und Techniken der Gesprächsführung vermittelt. Leser erhalten zudem umfassende Hinweise zur Problematik der Wahrnehmung, Glaubwürdigkeit und Manipulation. Die Bedeutung verbaler und nonverbaler Anteile im Kommunikationsprozess wird ebenfalls in den Blick genommen. Schließlich wusste schon Watzlawick, dass nicht nicht kommuniziert werden kann. Dargestellt werden außerdem die Methoden des Kreuzverhörs oder der taktischen Zeugenbefragung, gängige Manipulationstechniken sowie Hinweise auf Warnindiktoren, zu denen u.a. Deteilarmut, Interaktionsarmut und Teilwiderlegungen zählen. Techniken einer gelungenen Gesprächsführung werden Schritt für Schritt erklärt und nachvollziehbar gemacht.
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Dem Autor ist es in besonderer Weise gelungen, komplexe Methoden auf einfache, verständliche Art zu vermitteln. Er gibt viele hilfreiche Impulse, die auch im Alltag sinnvoll genutzt werden können, wie etwa die Kenntnis der sechs Verhaltenstypen Dominator, Devote, Herausforderer, Kritiker, Introvertiert/Kühl, Kumpeltyp, oder aber die Erläuterungen zu möglichen Fragearten, z.b. Verhaltensprovokationsfragen. Sprichworte, Zitate und Illustrationen lockern den Text als Ganzes auf und geben zusätzlich interessante Impulse. Die bewusst gewählte große Schrift in Verbindung mit einer geordneten Gliederung machen den Text angenehm lesbar. Erwähnenswert sind außerdem die Auszüge aus dem StGB und Hinweise zu Weiterbildungsmöglichkeiten im Anhang des Buches.
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Fazit: Lieber vorher schlau ... als nachher! Die Lektüre setzt genau dieses Ziel für ihre Leser in die Tat um. Ein gewinnbringendes, lohnenswertes Buch!

5 Sterne!

Weitere Informationen: www.loew-partner.de

5 Tage Liebe - Adriana Popescu


Mein Name ist Jonas Fuchs. Ich bin 29 Jahre alt. Und dies ist meine ganz persönliche Liebesgeschichte. Vielleicht ist sie nicht ganz so pompös wie die mancher großer Schriftsteller vergangener Epochen, aber dafür ist sie ehrlich. Sie ist schmutzig, süß, bitter und echt.“

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Mit diesen Worten präsentiert Jonas die Besonderheit seiner Geschichte bereits im Prolog des Textes. Es ist die Geschichte einer außergewöhnlichen Liebe, die, wie viele andere Beziehungen, die beiden Partner vor eine Vielzahl von Problemen stellt. In diesem Fall sind es allerdings Probleme, mit denen man normalerweise eher selten konfrontiert wird. Denn Jonas' Auserwählte Maya ist nicht nur Stripperin, sondern auch Prostituierte, die er auf der Junggesellenparty seines besten Freundes kennen lernt und sich Hals über Kopf in sie verliebt. Maya übt nicht nur einen besonderen Job aus, sondern ist so ziemlich das Gegenteil zu dem eher ruhigeren, introvertierten Jonas. Sie ist laut, schrill und mutig. Trotz all der Unterschiede kommen sich die beiden immer näher und entgegen Mayas Bedenken wünscht sich Jonas nichts sehnlicher als eine Beziehung zu dieser Frau. Sie vertritt allerdings die Meinung, dass alle ihre Beziehungen maximal 5 Tage dauern, nicht länger. Es ist nun die Pflicht von Jonas, ihre Meinung zu revidieren. Die Frage ist allerdings, ob ihm dieser Versuch gelingen und er mit Maya glücklich werden wird.

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Adriana Popescu greift die Pretty-Woman-Story wieder auf und überträgt sie in die heutige Zeit. Schonungslos berichtet die junge Autorin dabei von allen Hindernissen, denen sich eine junge Liebe in einer solchen Situation stellen muss. Es ist interessant zu sehen, wie der Protagonist diese Schwierigkeiten aus seiner Sicht schildert und wie er als Mann damit umgeht, seine Partnerin mit anderen teilen zu müssen. Als Leser wird man durch die Lektüre zusätzlich angeregt, über den eigentlichen Wert von Liebe im Gegensatz zu reiner Sexualität nachzudenken. Wie weit geht man für die große Liebe? Und ab wann gerät eine Anpassung an ihre Grenzen? Das Buch vermittelt in dieser Hinsicht weit mehr über die bloße Handlung hinaus.

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Fazit: Eine interessante Geschichte, vor allem für Liebhaber der Pretty-Woman- Thematik. Interessant, spannend, dramatisch!

4 Sterne!

Weitere Informationen zum Titel: http://www.5-tage-liebe.de/

Montag, 21. November 2011

Kartoffeln al dente - Angelo Colagrossi




„„Helau, Helau“, schreit die Menge auf der Straße, und nicht „Helle Sau, helle Sau“, wie ich bisher gedacht habe.“
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Für den jungen Italiener Andrea bedeutet seine Familie alles. Darum ist es selbstverständlich, dass er den Wunsch seiner aus Deutschland stammenden Oma Margarete respektiert und nach Krefeld fährt, ihrem Heimatort. Sie war es auch, die ihren Enkel für die Koch-Talentshow DSD5SK angemeldet hat. Andrea soll neue Erfahrungen sammeln, zum Superkoch gekürt werden und ganz nebenbei in einem Sprachkurs seine Deutschkenntnisse auffrischen. Kein Problem! Frohen Mutes tritt er also seine Reise an, voller Vorfreude auf die unbekannte Umgebung. Doch in Deutschland erwarten ihn so einige Überraschungen, mit denen er nicht im Geringsten rechnen konnte. Angefangen von der Tatsache, dass hier allen Ernstes ein 5 Sterne Koch gesucht wird, obwohl im Bereich des Kochens doch eigentlich nur 3 Sterne erreicht werden können – über die merkwürdigen Vorlieben seiner Deutsch als Fremdsprache-Lehrerin – bis hin zu den Problemen, die sein Name mit sich bringt, sodass er kurzum zu Andreas umbenannt wird. Leider kommt er zu allem Übel an einem 11. November inmitten einer bunten, scheinbar verrückt gewordenen lauten Menschenmasse an, die ihn in merkwürdiger Kleidung schnell an den Rand des Erträglichen bringt. Ob er es unter diesen Umständen länger in Krefeld aushält, ist fraglich.

Angelo Colagrossi schildert auf humorvolle Weise die Eindrücke, die ein Italiener von Deutschland haben kann, indem er vor allem die extremen Positionen der typisch deutschen Lebensweise mit der italienischen in Verbindung bringt. Dabei kommt es fast unaufhörlich zu einer Vielzahl heiterer Kollisionen der jeweiligen Eigenheiten. Als deutscher Leser wird man zudem auf heitere Weise darauf hingewiesen, wie befremdlich wir auf Außenstehende wirken können. Durch die italienischen Sätze, Ausdrücke oder die Vokabellisten, die an so mancher Stelle in den Text eingefügt sind, um etwa die Gedanken des Italieners Andrea in seiner Muttersprache originalgetreu wiedergeben, wird dieser Sprache einen besonderen Reiz verliehen. Die Lektüre dieses Buches kann als eine gelungene Motivation gesehen werden, diese Sprache selbst zu lernen. Einblicke in die italienische Kockkunst wecken ebenfalls die Lust,sich mit den jeweiligen kulinarischen Künsten genauer zu befassen. Eine Sammlung einzelner Rezepte am Ende des Buches macht dies möglich.




Fazit: Kochen, Fremdsprachenkurse und kulturell-nationale Eigenheiten werden hier in einer Weise mit Humor, Ironie und Sarkasmus vom Feinsten verbunden, dass der Leser ein Lachen beim besten Willen nicht mehr unterdrücken kann. Ein Buch, das Spaß macht!!!


5 Sterne!

Samstag, 19. November 2011

Die Kunst engagierter Gelassenheit - Lukas Niederberger


Bei den meisten Menschen ist Ruhe nichts als Erstarrung und die Bewegung nichts als Raserei. (Epikur)“.

An diesem Zitat wird schon ersichtlich, dass das Ziel die goldene Mitte sein muss, eben der Zustand zwischen Erstarrung und Raserei. Der Begriff der engagierten Gelassenheit strebt genau diese innere Haltung an und steht bezeichnenderweise für die Kunst, einer gewissen Sache vollste Aufmerksamkeit zu schenken und dennoch nicht dem zerstörerischen, krank machenden Stress zu verfallen. Es geht darum wie man brennt, ohne auszubrennen.

Der Philosoph und Theologe Lukas Niederberger hat mit dem Titel „Die Kunst engagierter Gelassenheit“ ein Buch geschaffen, das seinen Lesern umfassende Ratschläge gibt, wie genau dies gelingen kann.

Wichtig scheint ihm zu sein, Gelassenheit nicht einfach vorschreiben zu wollen, sondern vielmehr im Hinblick auf die jeweilige individuelle Persönlichkeit anzuwenden. Jeder Einzelne ist angesprochen in der konkreten ihn umgebenen Situation. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Schicksal des Sisyphus, der in seiner ausweglosen Situation ein neues Ziel findet, nämlich das auf dem Weg zu sein und somit den Zustand der heiteren Gelassenheit erreicht. Doch genau das im Einzelfall anzuwenden, ist sicherlich nicht immer leicht.

Daher wird in dem ersten Teil des Textes der Begriff der Gelassenheit näher betrachtet. Ein facettenreicher Ausdruck, der für verschiedene Dimensionen steht, wie bei den alten Griechen etwa für Besonnenheit, Seelenruhe, Gleichmut oder Leidenschaftslosigkeit. Auch im Lateinischen kann das Wort unterschiedlich interpretiert werden. Die Betrachtung der verschiedenen Sprachdimensionen kombiniert mit der geschichtlichen Entwicklung ist hochinteressant und aufschlussreich. Am Ende eines jeden Kapitels richten sich einzelne Fragen an den Leser, die ihn zu einer weiterführenden Reflektion anregen sollen. Die Fragestellungen zu diesem Abschnitt lauten beispielsweise:

Wie definiere ich Gelassenheit?“

Wann, wo und wie erlebe ich Gelassenheit im Alltag – in Partnerschaft und Familie, am Arbeitsplatz, mit Freunden, in der Freizeit oder auf dem persönlichen spirituellen Weg?“

Ebenfalls finden sich in jedem Kapitel eine Vielzahl unterschiedlicher Meinungen zu dem jeweiligen Thema von Menschen, die gezielt dazu befragt wurden. Hier erweitert sich die eigene Sichtweise, man kann vielem zustimmen oder andere Positionen für sich selbst ausschließen.

In einem nächsten Schritt werden die Gelassenheitshemmer thematisiert, zu denen etwa Aussehen, eigene und fremde Erwartungen, Vergleiche mit anderen, Beziehungskonflikte, Ängste oder ein mangelndes Selbstwertgefühl zählen. Auch hier ist es interessant, fremde Sichtweisen kennenzulernen. Zusätzlich werden Erkenntnisse der sogenannten Worrying-Forschung angesprochen sowie Strategien, zum Loslassen der Hemmnisse. Mögliche Strategien wären Weinen, Klagen, Trauern, Pausen, Filme, Literatur, Gespräche, Gebet, Bewegung in der Natur uvm. Auch ein Blick auf das besondere Nutzen dieser Methoden ist empfehlenswert.

Wie eine engagiert gelassene Lebensweise glücken kann, verdeutlichen etwa auch die Regeln von Papst Johannes XXIII. oder auf humorvolle Weise die 11 Artikel des Kölner Grundgesetzes und deren Übersetzung ins Hochdeutsche. Das Zusammenspiel von Fließtext, Zitaten, Befragungsergebnissen von Einzelpersonen, Reflektionsfragen und Beispielen macht das Lesen zu einer gewinnbringenden Erfahrung und Erweiterung des eigenen Horizonts auf angenehme Weise.

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Fazit: Ein wichtiges, ein wertvolles Buch und Wegbegleiter zu neuer Gelassenheit und somit neuer Lebensqualität. Ich würde es jederzeit wieder lesen und meinen Liebsten schenken.

5 Sterne!


Montag, 14. November 2011

Leseblüten - Zwischen Zeilen 2011


Zeit zu gehen.

An einem lauen Abend im Frühsommer stelltest Du mir die Frage, was eigentlich aus unserer Beziehung geworden sei. Und ob wir nicht endlich mal heiraten sollten.“

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Trauer, Wut, Angst, Verzweiflung, Einsamkeit, Hoffnung, Freude, Dankbarkeit, Glück, Liebe ...

nichts ist spannender und facettenreicher als menschliche Emotionen. Doch wodurch sind sie entstanden? Was hat einen Menschen dazu veranlasst, in einer bestimmten Situation genauso zu empfinden? Was bedeuten Gefühle für das eigene Leben? Für das aktuelle Dasein, im Rückblick auf die Vergangenheit, aber auch im Hinblick auf die Zukunft?

Emotionen bewegen, begeistern, faszinieren. An den unterschiedlichen Dimensionen der Gefühle in Verbindung mit den unterschiedlichsten Lebenswegen einzelner Menschen lässt diese Anthologie ihre Leser teilhaben.

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Entstanden ist eine Sammlung von Briefen und Briefgeschichten, die tiefe Einblicke in das Seelenleben ihrer Protagonisten offenbart und an Sehnsüchten, Leidenschaften aber auch Kummer und Sorgen der einzelnen Figuren partizipieren lässt. Der Brief einer Mutter beispielsweise, die sich vom Leben und von ihrer Tochter verabschiedet, da sie wegen ihrer unheilbaren Krankheit sterben muss und ihrem Kind künftig nicht mehr zur Seite stehen kann. Abschiedsbriefe, die den unbeschreiblichen Schmerz nach dem Verlust eines geliebten Menschen in Worte zu fassen versuchen. Briefe, die rückblickend ein ganzes Leben in all seinen Höhen und Tiefen erzählen und etwa vor dem bevorstehenden Gedächtnisverlust durch eine Alzheimererkrankung vor allem die positiven Seiten des Lebens in Erinnerung rufen wollen. Briefe an die große Liebe gewidmet. Briefe von Kindern, Briefe an Kinder und ganz persönliche Tagebucheinträge machen genau das spürbar, was zwischen den Zeilen mitschwingt. Den 35 Autoren aus Deutschland, Italien und der Schweiz ist es wunderbar gelungen, mit „Zwischen Zeilen 2011“ eine Anthologie entstehen zu lassen, die wie keine andere die Gefühle der Leser anspricht und es vermag, jeden einzelnen in seinem Herzen zu bewegen. Es darf mitgeweint, mitgelacht und mitgefiebert werden.

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Fazit: Den Leser erwartet die geballte Ladung Gefühl! Der perfekte Text, gerade für kalte Wintertage. Eingekuschelt vor dem Kamin mit den Figuren träumen und ganz persönliche und emotionale Beiträge eindecken. Ein Buch, dessen Texte man durch und durch genießt.


5 Sterne!

Weitere Informationen zum Titel: www.piepmatz-verlag.de

Sonntag, 13. November 2011

Food Crash - Felix zu Löwenstein


Ich finde es wichtig, zu verstehen, welche Ursachen hierfür verantwortlich sind, dass jeder sechste Einwohner unseres Planeten Hunger leidet, dass er heute Abend mit den Schmerzen eines leeren Magens schlafen geht. [...] Wir müssen das nicht hinnehmen! Es gibt Lösungen. Wir können und müssen zuvor aber ein paar Bedingungen schaffen, damit Lösungen möglich werden. Wie das geht – und wie es nicht geht -, davon handelt dieses Buch: davon, wie wir einen Zusammenbruch des globalen Ernährungssystems verhindern können.“

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Die Ernährung der Weltbevölkerung zählt seit jeher zu einem der größten Probleme, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen. Damit reiht sich die Thematik ein in eine ganze Verkettung von Schwierigkeiten, wie etwa Umwelt, Gentechnik oder Sicherheitspolitik, aus der sich ein gewaltiger Teufelskreis ergeben kann. Gerade im Hinblick auf die Ernährungsdebatte fällt auf, dass der Umgang mit Nahrungsmitteln vor allem in westlichen Industrienationen extrem pervertiert ist. Allein die Existenz unzähliger „All-You-Can-Eat“- Veranstaltungen oder Essenswettkämpfen ist der beste Beweis hierfür. Oder aber auch die Tatsache, dass Großkonzerne Überschüsse einfach wegwerfen. Einerseits wird der Wert von Nahrungsmitteln nicht mehr erkannt während andererseits hungernde Menschen um ihr Überleben bangen. Eine gerechte Verteilung scheint geradezu ein Ding der Unmöglichkeit geworden zu sein.

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Der Autor des Textes, Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, führt seinen Lesern die aktuellen Missstände vor Augen und macht somit klar, dass es endlich Zeit ist zu handeln. Vor einer solchen Entwicklung, die ausschließlich ins Negative zu wachsen scheint, kann kaum jemand die Augen verschließen.

Und doch erfordert es Mut, sich der bitteren Wahrheit zu stellen. Korrupte Regierungen wie beispielsweise in Ruanda oder im Kongo, haben es sich dem Anschein nach zur Aufgabe erklärt, dass bekannte Matthäus-Prinzip umzukehren. Denn dort heißt es: „Wer nichts hat, dem wird genommen.“ und die Lage der Ärmsten der Armen verschlechtert sich zusehends. Reichere Nationen pflegen es, Ackerflächen in anderen Ländern zu erwerben, deren Ertrag exportiert wird und nicht der dort ansässigen Bevölkerung dient. Eine weitere erschreckende Bilanz: Jedes Jahr gehen durch Degradationsprozesse fruchtbare Böden im Umfang von zehn Millionen Hektar verloren. Statistiken, graphische Darstellungen und Tabellen, z.b. zum Getreideverbrauch, verdeutlichen die geschilderten Prozesse des Autors. Es besteht dringender Änderungsbedarf dieser Situation. Daher präsentiert dieses Werk nicht nur die unglückliche Lage, sondern vielmehr auch Lösungsvorschläge, zu denen der Kauf von Biolebensmitteln gehört, eine regionale oder saisonale Selektion, der hohe Wert von Selbsterzeugnissen oder etwa der Vorschlag, weniger Fleisch zu essen. Ausführliche Erläuterungen versuchen den Sinn dahinter verständlich zu machen.

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Fazit: Ein hochinteressanter Text, der bisher ungeahnte Kreisläufe ersichtlich macht und für die Problematik der Ernährungssituation sensibilisiert.

(Vielleicht auch ein Anstoß, um über die Massenproduktion von Lebensmitteln und den damit einhergehenden Anstieg von Lebensmittelunverträglichkeiten nachzudenken.)

5 Sterne!


Samstag, 12. November 2011

Achtung: GEWINNSPIEL !


He is called Horny and comes directly to you from down under.“

Für alle, die über dieses Zitat ebenso herzlich lachen wollen, wie ich es bei der Lektüre getan habe, gibt es jetzt die Chance: Verlost werden 2 Exemplare des „HimbeerToni“!

Aber nicht irgendwelche. Sondern von Joachim Seidel höchstpersönlich signierte, inklusive Grußbotschaft.

Alles was ihr dafür tun müsst:

Hinterlasst mir passend zur Jahreszeit einen besinnlichen, poetischen, spannenden oder humorvollen Kommentar, der die Worte „Weihnachten“ und „Himbeer(Toni)“ enthält. Es darf gerne auch ein Gedicht sein oder aber auch ein kurzer knackiger Satz.


Los geht’s! - Fröhliches Posten!

Mitmachen könnt ihr hier oder bei Facebook (und zwar Jedermann, ob Leser oder nicht).


Einsendeschluss ist der 11. Dezember 2011.

Die beiden Gewinner werden am 12. Dezember bekannt gegeben und um ihre Adressen gebeten.


Ein großes Dankeschön für das Sponsoring gilt Joachim Seidel!!!