Montag, 6. September 2010

Sieben verdammt lange Tage - Jonathan Tropper


Ein weiteres Lieblingsbuch ... P.S.: Ich wünsche mir eine Verfilmung!
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Jonathan Tropper erzählt in "Sieben verdammt lange Tage" von den Erlebnissen der Familie Foxman während der Schiwa - Zeit. Dabei handelt es sich um eine Art Trauerritual. Die engsten Familienangehörigen sollen sieben Tage im Haus des Verstorbenen verbringen.
Nach dem Tod des Vaters müssen nun Judd und seine Geschwister den letzten Wunsch des Verstorbenen respektieren. Obwohl er nicht besonders gläubig ist und auch während der langen Leidensphase seiner Krankheit das Wort Schiwa nie erwähnt hat, bereitet sich nun die Familie auf die folgenden sieben Tage vor.
An diesem Punkt beginnt die Handlung...
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Judd, der gerade erst seine Frau beim Fremdgehen mit seinem Chef erwischt hat (sehr lustig beschrieben), berichtet in der Ich - Perspektive von den Erlebnissen mit der Familie:
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> Judds Mutter...eine Psychologin, die ihren Kindern stets mit Rat und Tat zur Seite steht und sie kompetent berät... manchmal mehr als ihnen lieb ist.
> Paul, der große Bruder mit Ehefrau Alice, die Judds erste Freundin war.
> Schwester Wendy (sarkastisch ohne Rücksicht auf Verluste) mit Mann Barry und ihren Kindern.
> Phillip, der junge Wilde, der jede noch so unpassende Situation mit einem passenden Filmzitat kommentiert.
> und einige andere.
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Diese unterschiedlichen Charaktere sollen nun die nächsten Tage gemeinsam verbringen. Sie werden mit verschiedenen Problemen konfrontiert, nicht nur persönlicher Art, müssen sich neuen Herausforderungen stellen und sind teilweise so voneinander genervt, dass sie einfach nur noch flüchten wollen.
Judd muss sich nicht nur mit dem Tod seines Vaters auseinandersetzten, sondern auch mit dem Ehebruch seiner Frau, der damit verbundenen Arbeitslosikeit und dem Auszug aus seinem eigenen Haus, sowie mit den Problemen seiner Familie.
Zum Schluss kommt es zu mehreren überraschenden Wendungen und es zeigt sich, welche positiven Konsequenzen das Schiwa- Ritual nach sich zieht.
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Obwohl es sich eigentlich um negative Themen handelt, Tod, Ehebruch,etc. ... vermittelt das Buch keine depressive Grundstimmung. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall.
Tropper schreibt sehr ironisch und humorvoll. Ich habe sehr oft und sehr viel lachen müssen. Die Protagonisten werden sehr lebendig beschrieben, die ganze Handlung ist leicht und dennoch mitreißend.
"Das Happy End ist nur noch eine dramatische Geste und eine tiefempfundene Rede entfernt."
Als Leser darf man gespannt sein auf viele Überraschungen und neue Entwicklungen, mit denen man eigentlich nicht gerechnet hätte.
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Fazit: Der Text ist interessant, humorvoll, spannend und abwechslungsreich. Er verfügt also über alles, was ein gutes Buch ausmacht.

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