Samstag, 4. September 2010

Apocalypsia - Andreas Izquierdo


Noch nie zuvor habe ich mich in einer derart euphorischen Weise auf ein Buch gefreut.
Weder der berühmte kleine Zauberlehrling Harry Potter, noch der Herr der Ringe oder die allseits bekannten Vampir - Reihen waren dazu in der Lage, bei mir eine gewisse Vorfreude entstehen zu lassen.
Ganz anders war es bei Apocalypsia! Ich konnte es kaum erwarten, mit dem Lesen zu beginnen und meine hohen Erwartungen wurden nicht enttäuscht, sondern vielmehr noch übertroffen!
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Das Ende der Menschheit, ja der gesamten Schöpfung steht auf dem Spiel, denn Gott liegt im Sterben. In seinen letzten Tagen müssen sich sowohl Engel als auch Menschen großen Herausforderungen stellen. Die Apokalypse steht bevor, die alles entscheidende Schlacht ...
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„Es heißt, sobald ein Kind zur Welt kommt, legt ihm ein Engel einen Finger auf den Mund: so vergisst es augenblicklich alle göttlichen Geheimnisse. Nur eine kleine Furche zwischen Nase und Mund bleibt als Spur zurück.“
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Nun aber machen die Engel die schmerzhafte Erfahrung, dass sie selbst nicht in Kenntnis aller Geheimnisse sind. Ihre Welt steht kurz vor dem Nichts. Ihre Ordnung löst sich auf. Der Sinn und Inhalt ihres Lebens, die Existenz Gottes, wird ihnen geraubt und damit jeder Glaube, jede Hoffnung, jedes Vertrauen. Die Welt gerät aus den Fugen und es kündigt sich ein Krieg an, ein Krieg um die Nachfolge des Vaters.
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Wer aber ist würdig genug, diese Aufgabe zu übernehmen?
Sind es mächtige, gute Engel, die an der Spitze der Tradition stehen? Ist es Nathanael, der die letzte Prophezeiung erfüllen soll, obwohl er anders ist als alle anderen? Oder gelingt es dem personifizierten Bösen die Macht an sich zu reißen?
Schnell bilden sich verschiedene Fronten und eine friedliche Lösung kann nicht gefunden werden, was zum Krieg führt. Die letzte, alles entscheidende, blutige Schlacht in einem Reich, das in Trümmern liegt. Kann die Schöpfung gerettet werden oder ist sie dem Untergang geweiht?
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Der Autor Andreas Izquierdo nimmt seine Leser mit auf eine abenteuerliche Reise in das Reich der Engel. Dabei orientiert er sich an biblischen und apokryphen Angaben, nicht nur zum Thema Engel. Wer sich dafür interessiert, findet einige bekannte Namen wieder: Raphael, Michael, Esther, Judith, Daniel ... Der Text lässt sich durch den lockeren und dennoch kreativen Umgang mit Worten sehr gut lesen. Das Buch ist ein Gesamtkunstwerk und obwohl es relativ umfangreich ist, wird sich der Leser der großen Spannung nicht entziehen kann. Nach und nach werden die letzten Rätsel und Geheimnisse der Schöpfung gelöst.
Doch nicht nur das Thema, sondern eben auch die Umsetzung Izquierdos müssen gelobt werden. Schließlich hat es der Autor geschafft, eine solch aufregende und auch komplexe Geschichte so interessant zu verarbeiten und seine Leser dauerhaft zu fesseln!
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Besonders gelungen finde ich die vielen hintergründigen Botschaften, die beim Lesen des Textes deutlich werden: Die Schöpfung ist einzigartig, doch der Mensch bzw. auch die Engel neigen dazu, sie zu zerstören; Gefahren, die von mangelndem Glauben ausgehen bzw. von dem Verlust des Lebensinhalts; jedes Leben hat seinen Sinn und erfüllt einen Zweck, ... um nur einige zu nennen.
Der Text regt wie kein weiterer zum Nachdenken an und wird einem noch weit über das Lesen hinaus im Gedächtnis bleiben!
Fazit:
Apocalypsia ist nicht nur ein Text für Engel – Liebhaber, sondern richtet sich an uns alle. Schließlich ist es hochinteressant, sich Gedanken zu machen über die Welt in der wir leben und möglichen Konzepten zu begegnen.

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